ChatGPT Work startet: OpenAI bringt GPT-5.6 mit 91,9% Leistung

OpenAI, Anthropic und TeamViewer präsentieren KI-Tools zur Automatisierung komplexer Windows-Workflows. Der Markt für Desktop-Automation wandelt sich grundlegend.

Statt starrer Makros setzen Softwareanbieter zunehmend auf autonome KI-Agenten, die komplexe Arbeitsabläufe eigenständig bewältigen. OpenAI, Anthropic und TeamViewer haben diese Woche neue Produkte vorgestellt, die den Arbeitsalltag grundlegend verändern könnten.

OpenAI startet ChatGPT Work mit GPT-5.6

Am 9. Juli 2026 brachte OpenAI ChatGPT Work auf den Markt – eine deutliche Erweiterung seines Ökosystems. Das Tool basiert auf der GPT-5.6-Modellreihe und der fusionierten Codex-Engine. Es erstellt eigenständig Präsentationen, Tabellenkalkulationen und Webanwendungen, indem es mit Plattformen wie Slack, Microsoft Teams, Google Drive und SharePoint zusammenarbeitet.

OpenAI berichtet, dass die internen Teams das Tool nahezu vollständig übernommen haben. Der zugrundeliegende GPT-5.6 Sol-Modell erreicht beeindruckende 91,9 Prozent im Terminal-Bench 2.1 und übertrifft damit frühere Industriestandards. Die Desktop-Anwendung steht allen Nutzern offen, während Web- und mobile Versionen zunächst für professionelle und Enterprise-Tarife priorisiert werden.

Anthropic bringt Claude Cowork auf Mobilgeräte

Noch am selben Tag erweiterte Anthropic sein Konkurrenzprodukt Claude Cowork auf mobile Plattformen und das Web. Die Analyse von 1,2 Millionen Sitzungen zeigt: Über 90 Prozent der Aktivitäten finden außerhalb der traditionellen Softwareentwicklung statt. Geschäftsprozesse machen dabei mehr als ein Drittel aller Aufgaben aus.

TeamViewer: Skripte per Sprachbefehl

Auch die IT-Abteilungen profitieren von der neuen Entwicklung. Am 8. Juli 2026 integrierte TeamViewer Tia Scripting in seine Digital-Employee-Experience-Plattform. IT-Teams können damit Automatisierungsskripte für Aufgaben wie Zertifikatsprüfungen, Softwarekontrollen und Sicherheitsmaßnahmen per natürlicher Sprache erstellen – ohne manuelle Programmierung.

TeamViewer, das 2025 rund 768 Millionen Euro Umsatz erzielte, bedient damit über 620.000 Kunden. Parallel dazu veröffentlichte Thread am 9. Juli Super Magic, einen KI-Assistenten speziell für Managed Service Provider, der Ticketlesen und Dokumentenabruf über Zapier und Notion automatisiert.

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Lokale KI-Agenten für Windows

Ein neuer Marktteilnehmer setzt auf lokale Ausführung: Sqwibbl 1.0.0, veröffentlicht am 7. Juli 2026 von Professional Language Models, Inc., arbeitet als Windows-nativer Agent mit einem lokalen Large Language Model. Eine „Brain Router“-Architektur optimiert die Leistung auf lokaler Hardware, während komplexe Aufgaben an menschliche Experten eskaliert werden können.

Im Bereich Softwaretests präsentierte Keysight Technologies Eggplant Find by Description. Das Tool identifiziert Benutzeroberflächenelemente über Textbeschreibungen statt Screenshots – eine Methode, die den Skriptumfang um 92 Prozent reduziert und Konfigurationszeiten von über einer Stunde auf unter 15 Minuten verkürzt.

Enterprise-Lösungen für chaotische Workflows

Für Großunternehmen entwickeln sich Orchestrierungswerkzeuge weiter, die nicht-lineare Arbeitsabläufe bewältigen. UiPath Maestro Case, angekündigt am 16. Juni 2026, managt sogenannte „chaotische“ Arbeit, bei der der nächste Prozessschritt nicht immer vorhersagbar ist. Ein Finanzdienstleister berichtet von jährlichen Einsparungen in Höhe von 12 Millionen Euro und einer Reduzierung der Bearbeitungszeit um 60 bis 80 Prozent.

Der Gesamtmarkt für Desktop-Automation wird 2026 weiterhin von etablierten Plattformen dominiert. Branchenbewertungen führen UiPath, Microsoft Power Automate und Automation Anywhere als die drei führenden Tools an. Während traditionelle Werkzeuge wie AutoHotkey für Open-Source-Automation unter Windows weiterhin beliebt bleiben, zeigt der Trend eindeutig zu integrierten KI-„Copiloten“.

Microsofts Vision: Win3 als KI-Desktop

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Microsoft selbst forscht unter dem Codenamen Project Aion an der Zukunft der Desktop-Oberfläche. Der experimentelle Prototyp ersetzt Startmenü und Datei-Explorer durch eine natürliche Sprachschnittstelle, die von Copilot angetrieben wird. Das zugrundeliegende Betriebssystem Win3 besitzt keine native Win32-Unterstützung und streamt Legacy-Anwendungen stattdessen über Windows 365 Cloud PC.

Ein Veröffentlichungsdatum gibt es nicht. Doch das Projekt signalisiert: Automatisierung könnte schon bald zur primären Interaktionsmethode mit dem Desktop werden.