Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hat die Einführung sogenannter Workspace-Agenten in ChatGPT bekannt gegeben. Diese neuen Agenten sind darauf ausgelegt, gemeinsame Arbeitsabläufe innerhalb von Organisationen zu übernehmen. Sie werden in der Cloud ausgeführt und stehen zunächst als Research Preview für Nutzer der Pläne Business, Enterprise, Edu und Teachers zur Verfügung.
Die Workspace-Agenten basieren auf der Unterstützung durch Codex. Sie ermöglichen es Teams, gemeinschaftliche Agenten für komplexe Aufgabenstellungen zu erstellen.
Das System ist so konzipiert, dass die Agenten eigenständig Kontext sammeln, vordefinierten Prozessen folgen und bei Bedarf Genehmigungen von menschlichen Nutzern einholen können. Ein Anwendungsbeispiel ist der Einsatz in Vertriebsteams, wo die Agenten zur Qualifizierung von Leads und zur Erstellung von E-Mail-Entwürfen eingesetzt werden.
Integration und Funktionsumfang der Agenten
Die neuen Agenten bieten flexible Einsatzmöglichkeiten innerhalb bestehender Unternehmensstrukturen. Sie können entweder nach einem festen Zeitplan ausgeführt oder direkt in Kommunikationsplattformen wie Slack integriert werden. Damit zielt OpenAI darauf ab, die KI tiefer in die täglichen Arbeitsprozesse einzubinden.
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Hinsichtlich der Kostenstruktur wies das Unternehmen darauf hin, dass die Nutzung der Agenten bis zum 6. Mai des laufenden Jahres kostenlos war und nun auf ein kreditbasiertes Preismodell umgestellt wurde. Erworbene Credits behalten eine Gültigkeit von 12 Monaten.
Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, automatische Aufladefunktionen zu nutzen und Ausgabenkontrollen auf Ebene der Sitztypen oder der einzelnen Nutzer einzurichten. Eine weitere Änderung betrifft die Verfügbarkeit von Codex-Sitzen: Für neue ChatGPT-Business-Pläne sind diese seit dem 24. Juni 2026 nicht mehr verfügbar.
Strategische Vision und Sicherheitsmaßnahmen
OpenAI-CEO Sam Altman skizzierte im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Modelle eine weitreichende Vision für die kommenden Monate. Er prognostizierte, dass ChatGPT innerhalb eines halben Jahres in der Lage sein könnte, Bildschirminhalte, Meetings, Anrufe, E-Mails, Dokumente und Slack-Kommunikation zu überwachen.
Das System solle dabei den Kontext wahren und proaktiv Vorschläge unterbreiten, ohne jedoch eigenständige Entscheidungen zu treffen. Laut Altman sei die Technologie nur noch eine Modellgeneration von einer enormen Steigerung der Nützlichkeit entfernt.
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Parallel zur Funktionserweiterung verstärkt OpenAI seine Sicherheitsvorkehrungen. Präsident Greg Brockman betonte die Notwendigkeit, die Cyberabwehr mithilfe agentischer Systeme zu automatisieren. Er verwies dabei auf Vorfälle in der Branche, bei denen automatisierte Systeme in Infrastrukturen eindringen konnten.
Brockman empfahl Unternehmen und Managed Service Providern (MSPs), KI-Agenten zunächst mit reinen Lese-Berechtigungen (Read-only) zu starten und Befugnisse nach dem Prinzip der geringsten Rechte streng zu begrenzen.
Zudem hat OpenAI die Arbeit an Trainings-Workloads für das künftige Frontier-Modell Astra teilweise unterbrochen, um neue Verfahren für die Cybersicherheit zu implementieren. Ziel sei es, Anforderungen an die Überwachung und das Alignment zu erfüllen, um potenziellen Hacking-Fähigkeiten fortgeschrittener Modelle zu begegnen.
Ergänzend wurde ein sogenannter Lockdown Mode eingeführt, der für alle Kontotypen verfügbar ist. Dieser Modus soll das Risiko der Datenexfiltration durch Prompt-Injection-Angriffe minimieren. Wenn der Lockdown Mode für einen Chat aktiviert wird, werden Funktionen wie das Live-Web-Browsing, Deep Research, der Agentenmodus sowie Dateidownloads deaktiviert. Der Rollout an berechtigte Konten hat bereits begonnen.

