Der Speicherhersteller Unigen mit Sitz in Newark, Kalifornien, hat die Cheetah-Enterprise-SSD-Serie vorgestellt. Wie Unigen berichtete, umfasst der Launch zwei PCIe-5.0-Produktfamilien, die gezielt für speicherintensive KI-Infrastruktur entwickelt wurden – darunter die Cheetah High Capacity (HC) Reihe. Beide Serien befinden sich laut Unternehmensangaben bereits in Produktion.
Cheetah HC: Hohe Kapazität für Trainingsdaten
Die Cheetah-HC-Modelle setzen auf ein PCIe-Gen5-x4-Interface und unterstützen den NVMe-2.0-Standard. Sie sind in den Formfaktoren U.2 und E1.L erhältlich und bieten laut Unigen eine Speicherkapazität von bis zu 122 Terabyte.
Bei der Performance nennt das Unternehmen ein sequentielles Lesen von 14,17 Gigabyte pro Sekunde sowie ein sequentielles Schreiben von 2,355 Gigabyte pro Sekunde. Bei zufälligen Lesezugriffen erreichen die Laufwerke laut Herstellerangaben 836.000 IOPS. Die Ausdauerwerte liegen bei 0,3 DWPD für zufällige Schreibzugriffe und 1,8 DWPD für sequentielle Schreiblasten.
Mit dieser Kombination aus großer Kapazität und PCIe-5.0-Anbindung zielt die HC-Serie insbesondere auf Anwendungsszenarien, in denen große Mengen an Trainingsdaten vorgehalten werden müssen, ohne dass durchgängig maximale Schreibintensität gefordert ist.
Cheetah SCM: Ausgelegt auf extreme Schreiblasten
Die zweite vorgestellte Familie, Cheetah SCM, richtet sich laut Unigen an Einsatzfelder mit besonders hohen Anforderungen an Schreibdurchsatz und Ausdauer. Die Laufwerke nutzen ebenfalls ein PCIe-Gen5-x4-Interface mit NVMe 2.0, verfügen jedoch über 16 NAND-Kanäle sowie DDR5-Speicher. Angeboten werden Kapazitäten von 1,6 Terabyte und 3,2 Terabyte in den Formfaktoren U.2, E1.L, E1.S und E3.S.
Unigen hat zwei PCIe-5.0-SSD-Familien vorgestellt, die unterschiedliche Lastprofile in KI-Clustern bedienen: Cheetah HC mit bis zu 122 TB für das Vorhalten großer Trainingsdaten, Cheetah SCM mit 60 DWPD random für Dauerschreiblat. Wer vor der Beschaffung steht, findet in diesem Leitfaden den Vergleich beider Profile, eine Auswahl-Checkliste und einen DWPD-Bedarfsrechner. Kostenlosen Auswahl-Leitfaden anfordern
Bei der Geschwindigkeit gibt Unigen für die SCM-Serie ein sequentielles Lesen von 14,7 Gigabyte pro Sekunde sowie ein sequentielles Schreiben von 11,1 Gigabyte pro Sekunde an. Die Zahl der zufälligen Lese-IOPS liegt laut Hersteller bei 3,37 Millionen.
Deutlich auffälliger ist die Ausdauer: Die SCM-Modelle sind für 60 DWPD bei zufälligen Schreibzugriffen und 80 DWPD bei sequentiellen Schreiblasten ausgelegt – Werte, die auf einen Dauereinsatz unter intensivster Schreibbelastung hindeuten.
Zielmarkt: KI-Training, LLMs und GPU-Infrastruktur
Als Einsatzgebiete für die neue Cheetah-Serie nennt Unigen KI-Training, große Sprachmodelle (LLMs), GPU-Inferenz sowie Hyperscale-Cloud-Umgebungen. Auch High-Performance-Computing, Vektordatenbanken und GPU Direct Storage werden als Zielanwendungen aufgeführt.
Checkpointing und KV-Cache in GPU-Clustern erzeugen Dauerlast, die Standard-SSDs schnell an ihre Ausdauergrenze bringt. Der Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie aus Ihrer Schreiblast den nötigen DWPD-Wert ableiten und welche Formfaktoren von U.2 bis E3.S zu Ihrem Cluster passen. DWPD-Bedarf jetzt berechnen
Diese Bandbreite an Szenarien verdeutlicht, dass Unigen mit den beiden Serien unterschiedliche Anforderungsprofile innerhalb moderner KI-Infrastrukturen adressieren will: Während die HC-Serie auf das Vorhalten großer Datenmengen ausgelegt ist, soll die SCM-Serie dort zum Einsatz kommen, wo Systeme kontinuierlich mit hoher Intensität beschrieben werden – etwa bei Checkpointing-Prozessen im Training großer Modelle oder bei Caching-Aufgaben in GPU-gestützten Rechenclustern.
Mit dem gleichzeitigen Launch beider Familien positioniert sich Unigen als Anbieter, der für unterschiedliche Lastprofile innerhalb der wachsenden KI-Infrastruktur spezialisierte Speicherlösungen bereitstellt, statt auf ein einzelnes Produktprofil zu setzen.

