Cherry Xtrfy MX 8.2 Pro TMR: Neuer Maßstab für Gaming-Tastaturen?

Cherrys neues High-End-Modell setzt auf präzise TMR-Sensoren und ein einzigartiges Dual-Hot-Swap-System, um maximale Anpassbarkeit für Enthusiasten zu bieten.

Cherry Xtrfy setzt mit einer Premium-Tastatur auf eine neue Magnetsensor-Technologie, um den High-End-Markt umzukrempeln. Für 250 Euro verspricht das Modell MX 8.2 Pro TMR Wireless ultimative Präzision und beispiellose Anpassbarkeit.

Tunnel-Magnetoresistenz: Der Kern des neuen Flagschiffs

Im Herzen der Tastatur steckt die namensgebende Tunnel-Magnetoresistenz (TMR)-Technologie. Sie soll herkömmlichen Hall-Effect-Sensoren überlegen sein. Statt eines Magnetfelds misst TMR winzige Veränderungen im elektrischen Widerstand, um den Tastenweg zu erfassen. Cherry spricht von einer Präzision bis zu 0,01 Millimeter. Das Ergebnis: eine schärfere Eingabeerkennung und ein direktes Anschlagsgefühl durch die verbauten linearen CHERRY MK Crystal Magnetic Switches.

Ein entscheidender Vorteil ist der geringe Energieverbrauch der Technologie. Erst dieser ermöglicht die angepriesene 8.000-Hz-Abtastrate im kabellosen 2,4-GHz-Modus. Die Tastatur meldet Eingaben damit bis zu achtmal pro Millisekunde – ein Wert, der sonst oft nur per Kabel erreicht wird. Für Wettkampfspieler verspricht das den entscheidenden Latenzvorteil, ohne an den PC gebunden zu sein.

Revolutionäre Flexibilität: Duales Hot-Swap-System

Die wohl innovativste Funktion ist das „DualMaster“-Hot-Swap-System. Es erlaubt es, nahezu alle Tasten zwischen den neuen magnetischen CHERRY MK Switches und klassischen mechanischen MX-Switches auszutauschen. Diese Flexibilität löst ein Dauerdilemma: Bisher musste man sich zwischen den einstellbaren Magnetschaltern und dem taktilen Feedback mechanischer Varianten entscheiden. Die MX 8.2 Pro TMR macht diesen Kompromiss überflüssig.

Die begleitende CHERRY MagCrate-Software vertieft die Anpassung. Sie ermöglicht die feinjustierte Einstellung des Auslösepunkts für jeden einzelnen Magnetschalter. Zudem sind Gaming-Features wie Rapid Trigger für schnelle Wiederholungstasten sowie Makro-Programmierung und individuelle RGB-Beleuchtung pro Taste möglich. Alle Einstellungen werden im onboard-Speicher der Tastatur gesichert.

Hochwertiges Gehäuse und langlebige Akkulaufzeit

Verarbeitet ist die kompakte Tenkeyless-Tastatur mit einem Aluminium-Topframe, langlebigen PBT-Keycaps und einem Fünf-Schichten-Dämpfungssystem. Die Konnektivität ist dreifach: USB-C-Kabel, 2,4-GHz-Wireless und Bluetooth.

Der sparsame TMR-Chip arbeitet mit einem großen 8.000-mAh-Akku zusammen. Cherry gibt bis zu 300 Stunden Laufzeit im Bluetooth-Modus ohne RGB-Beleuchtung an. Ist der Akku leer, kann die Tastatur während des Ladens per Kabel ohne Leistungseinbußen weiter genutzt werden.

Analyse: Lohnt sich der Aufpreis?

Mit einem Preis von 250 Euro positioniert sich die Tastatur im enthusiastischen High-End-Segment. Sie konkurriert direkt mit Top-Modellen von Herstellern wie Corsair. Die Verarbeitung und das Tippgefühl überzeugen erste Tests. Doch rechtfertigt die Technologie den Aufpreis?

Das duale Hot-Swap-System ist ein einzigartiges Verkaufsargument. Die Frage ist, ob der Performance-Vorteil von TMR gegenüber etablierten Hall-Effect-Tastaturen für den Durchschnittsspieler spürbar genug ist. Zudem zieht die Konkurrenz nach: Andere Hersteller wie Monsgeek planen bereits, TMR in günstigere Modelle zu integrieren.

Ausblick: Cherry setzt auf TMR als neuen Standard

Der Launch markiert eine strategische Weichenstellung für Cherry Xtrfy. Nach der Vorstellung der Technologie auf der CES 2026 treibt das Unternehmen TMR als neuen Benchmark für Magnettastaturen voran. Noch im Frühjahr soll mit der K5 Pro TMR eine kompaktere 65%-Variante folgen.

Der Erfolg des Flagschiffs wird davon abhängen, ob die einzigartige Kombination aus Spitzentechnologie und schalterübergreifender Flexibilität Enthusiasten überzeugt. Sollte das gelingen, wäre es kein einfaches Upgrade, sondern ein echter Generationensprung.