Chery setzt mit AiMOGA-Robotern auf den nächsten Wachstumsschub

Der chinesische Autobauer Chery stellt eine Familie spezialisierter Serviceroboter vor und positioniert die Robotik als zentrales Wachstumsfeld neben dem Fahrzeuggeschäft.

Der chinesische Autoriese Chery stellt seine Automobil-Kompetenz in den Dienst einer neuen Zukunftsvision: intelligente Roboter für den Alltag. Auf einer Technologie-Veranstaltung in Wuhu präsentierte das Unternehmen die AiMOGA Robot Family und skizzierte seine Strategie für „verkörperte Intelligenz“. Damit positioniert Chery die Robotik als dritte zentrale Wachstumssäule neben dem Kerngeschäft mit Fahrzeugen.

Vom Verkehrsroboter zum Pflege-Assistenten

Im Mittelpunkt der Präsentation stand die Vorstellung spezialisierter Serviceroboter für konkrete Einsatzzwecke. Damit geht Chery einen anderen Weg als viele Konkurrenten, die auf vielseitige Humanoiden setzen. Statt eines Universalgenies zeigt der Konzern eine ganze Produktfamilie.

Zu den neuen Modellen gehört der „Wuyou“ Intelligent Police R001, ein Verkehrspolizei-Roboter für den Einsatz im Stadtverkehr. Ein weiteres Modell ist der „AiMOGA Care“ RN001, entwickelt für Assistenzaufgaben im Gesundheitswesen. Diese Roboter sollen durch physische Präsenz, autonomes Handeln und Echtzeit-Feedback ihre Umgebung wahrnehmen und Aufgaben lösen. Die Botschaft ist klar: Chery will mit praxistauglichen Lösungen punkten, die gesellschaftliche Bedürfnisse adressieren.

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Mornine: Die biomimetische Vorreiterin

Grundlage für die neue Familie ist der bereits bekannte humanoide Roboter Mornine. Seit seiner Vorstellung 2024 ist die biomimetische Assistenz mit lebensechtem Silikongesicht das Aushängeschild von Cherys Robotik-Ambitionen. Ausgestattet mit einem großen Sprachmodell (LLM) interagiert Mornine natürlich mit Menschen.

Der Roboter ist bereits in über 30 Ländern im Testeinsatz, vor allem als intelligenter Verkaufsberater in Chery-Autohäusern. Ein entscheidender Schritt für den internationalen Markt ist geschafft: Mornine hat die vollständige EU-Zertifizierung für Hardware, Software und Cybersicherheit erhalten. Bis Ende 2025 lieferte AiMOGA bereits 300 humanoide Roboter und 1.000 Roboterhunde aus.

Wettbewerbsvorteil durch Automobil-Know-how

Mit dem forcierten Einstieg in die Robotik begibt sich Chery in ein hoch kompetitives Feld. Konkurrenten wie Tesla mit „Optimus“ oder Hyundai, das Boston Dynamics übernahm, verfolgen ähnliche Ziele. Doch Chery setzt auf einen Mix aus spezialisierten Robotern und der Humanoiden-Plattform.

Branchenbeobachter sehen einen klaren Vorteil für Automobilhersteller: Ihre tiefe Expertise in Serienfertigung, autonomer Fahrzeugtechnologie und globalen Lieferketten ist auf dem kapitalintensiven Robotik-Markt wertvoll. Chery überträgt automobiltaugliche Standards für Hardware und Systemintegration auf seine Roboter. Das Ziel ist ein schnellerer Weg vom Prototypen zum serienreifen, skalierbaren Produkt. Das Unternehmen hält das Zukunftspotenzial des Humanoiden-Marktes sogar für größer als das des Automobilmarktes.

Die Vision: Ein vernetztes Ökosystem

Die langfristige Strategie geht über einzelne Roboter hinaus. Chery plant ein integriertes Ökosystem, in dem Roboter und Fahrzeuge kommunizieren und zusammenarbeiten. Die Vision reicht von der intelligenten Fabrik über den Smart Home-Bereich bis zu öffentlichen Dienstleistungen. Die neu vorgestellten Modelle für Polizei und Pflege sind erste konkrete Bausteine dieser umfassenden Strategie.

Mit der AiMOGA Robot Family macht Chery deutlich, dass seine Zukunft nicht nur auf der Straße, sondern im gesamten Alltag der Menschen liegen soll. Der Schlüssel zum Erfolg der nächsten Automatisierungsgeneration könnten genau jene Prinzipien sein, die die moderne Autoindustrie definieren: Massenfertigung, intelligente Systeme und nutzerzentriertes Design. Die Frage ist nun, ob Chery die futuristische Vision auch in großem Maßstab in die Realität umsetzen kann.

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