Chinas humanoide Roboter drängen auf den Weltmarkt

Führende chinesische Entwickler präsentieren auf der Smart Factory & Automation World 2026 in Seoul ihre Humanoid-Roboter und treten in den globalen Wettbewerb um die Fabrikautomatisierung ein.

Fünf führende chinesische Roboterentwickler stellen erstmals in Südkorea aus – ein strategischer Schachzug im globalen Wettlauf um die Fabrik der Zukunft. Die Smart Factory & Automation World 2026 in Seoul wird zum Schauplatz einer neuen Wettbewerbsdynamik.

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Konferenz in Seoul als Startrampe

Unter dem Titel „China Humanoid: First Journey to Korea“ treten die Unternehmen AGIBOT, Fourier, Huawei, Leju und Unitree gemeinsam auf. Die Messe wird damit zum Lackmustest für die Kommerzialisierungspläne der Branchenführer. Sie demonstrieren neueste Modelle wie AGIBOTs X2 und G2 oder Unitrees G1 und erläutern ihre Expansionsstrategien. Die Botschaft ist klar: Die Phase rein heimischer Pilotprojekte ist vorbei, der globale Wettbewerb um industrielle Automatisierung beginnt.

KI als entscheidender Treiber

Die wachsende Praxistauglichkeit der Roboter hängt unmittelbar mit Fortschritten in der künstlichen Intelligenz zusammen. Parallel zur Messe kündigte Alphabet eine engere Verzahnung seiner Robotik-Softwaresparte Intrinsic mit Google Cloud und DeepMind an. Ziel ist die beschleunigte Entwicklung einer „physischen KI“, die Robotern menschenähnliches Lernen und Interagieren ermöglicht.

Diese Entwicklung weg von starr programmierten Systemen hin zu lernfähigen Lösungen zeigt sich auch in der Industrie. Ein Beispiel ist die Partnerschaft zwischen Audi und dem Zürcher Startup Mimic Robotics vom 24. Februar. Sie zielt auf lernbasierte Roboterysteme in der Automobilmontage.

Vom Labor in die Montagehalle

Die wahren Fortschritte messen sich nicht an Messeständen, sondern am Einsatz in der Produktion. Die Automobilindustrie fungiert als primärer Testmarkt. Im Februar begann Toyota in einem kanadischen Werk, „Digit“-Roboter von Agility Robotics für Logistikaufgaben einzusetzen. Ähnliche Pilotprogramme laufen bei BMW mit Figure AI und beim Zulieferer Magna mit Sanctuary AI. Im Fokus stehen dabei Zuverlässigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

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Warum der Zeitpunkt jetzt passt

Der aktuelle Schub wird durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren getrieben: anhaltender Fachkräftemangel in Produktion und Logistik, der Wunsch nach resilienteren Lieferketten und technologische Reife. Humanoide Roboter haben den Vorteil, in für Menschen gestalteten Umgebungen zu arbeiten, ohne teure Fabrikumbauten. Fortschritte bei Aktuatoren, Batterielaufzeiten und sinkende Komponentenkosten machen sie praktikabler.

Die Frage verschiebt sich nun von den theoretischen Fähigkeiten hin zur verlässlichen und kosteneffizienten Leistung im laufenden Betrieb. Der Wettbewerb, wie in Seoul sichtbar, dürfte Innovationen weiter beschleunigen und die Kosten senken.

Der Weg in die Serienreife

Die kommenden 12 bis 24 Monate sind entscheidend. Die Branche unterliegt einem Wandel und will von bezahlten Pilotprojekten zu großflächigen Einsätzen mit vielen Robotern übergehen. XPENG hat ehrgeizige Ziele: Die Serienproduktion des „IRON“-Humanoiden für Fabriken ist für Ende 2026 angepeilt.

Analysten erwarten, dass die Automobilproduktion die Skalierung vorantreibt, gefolgt von Logistik und Lagerhaltung. Der endgültige Durchbruch hängt davon ab, ob die Roboter tausende Betriebsstunden zuverlässig überstehen. Mit den Daten aus realen Einsätzen rückt die Vision einer kollaborativen Belegschaft aus Menschen und humanoiden Kollegen in greifbare Nähe.