Der Staatsrat Chinas steuert die Einführung moderner Technologien am Arbeitsplatz künftig gezielter. Mit einem Grundsatzdokument vom 16. Oktober 2026 legte das Staatsrat-Büro am 23. Oktober 2026 offizielle Leitlinien vor, die 18 Aufgaben in sechs Kernbereichen umfassen.
Das Programm zielt darauf ab, die technologische Transformation durch künstliche Intelligenz mit dem Schutz von Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen, neue Berufsfelder zu erschließen und soziale Risiken durch Automatisierung abzufedern.
Kontrollierte Einführung und Pufferphasen für Beschäftigte
Die Regierungsrichtlinie sieht vor, den Einsatz von KI vorrangig in Wirtschaftsbereichen voranzutreiben, die unter akutem Arbeitskräftemangel leiden oder durch gefährliche Arbeitsbedingungen geprägt sind. In arbeitsintensiven Industriezweigen hingegen sollen Umfang, Intensität und Tempo der Einführung vorsichtig gesteuert werden, um nachteilige Effekte auf die Arbeitnehmer möglichst gering zu halten.
Für Betriebe formuliert das Papier konkrete Vorgaben zum Personalmanagement. Unternehmen sollen eine sogenannte Arbeitslosigkeitspufferphase etablieren. Dies verpflichtet Arbeitgeber dazu, die Belegschaft vor einem großflächigen Technologieeinsatz frühzeitig zu unterrichten sowie strukturierte Umschulungs- und Versetzungsangebote bereitzustellen.
Begleitend richten die Behörden Bewertungssysteme für Arbeitsmarktrisiken ein, um KI-Vorhaben mit drohenden massiven Jobverlusten frühzeitig zu erfassen und entsprechende Notfallpläne zu aktivieren.
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Zudem greift die Initiative regulierend in das betriebliche Personalwesen ein. Die Behörden kündigten an, gegen den missbräuchlichen Einsatz von Algorithmen vorzugehen, darunter diskriminierende Selektionsmechanismen, betrügerische Rekrutierungspraktiken sowie Verletzungen der Privatsphäre von Bewerbern und Beschäftigten.
Geografische Aufgabenteilung und Weiterbildung
Um Verdrängungseffekten entgegenzuwirken, setzt Peking auf gezielte Berufsberatung und Umschulungen für verdrängte Arbeitskräfte, Hochschulabsolventen, Wanderarbeiter sowie Arbeitslose.
Neben dem Schutz bestehender Arbeitsverhältnisse will der Staatsrat neue Beschäftigungsprofile etablieren, darunter Digitalmanager, KI-Ingenieure und KI-Trainer. Auch Start-ups und kleinere sowie mittlere Unternehmen im Technologiesektor sollen verstärkt gefördert werden.
Strukturell setzt der Plan auf eine regionale Aufgabenteilung: Während die Kernbereiche der KI-Industrie primär im Osten des Landes angesiedelt bleiben, sollen das Zentrum und der Westen Chinas Schwerpunkte bei der Datenannotation sowie der Fertigung intelligenter Endgeräte bilden.
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Hohe Marktdynamik und Wachstumszahlen
Die neuen Leitlinien reagieren auf die rasante Ausbreitung von Automatisierungstechnologien in der chinesischen Wirtschaft. Nach offiziellen Angaben des Staatsrat-Büros erreichte die Kern-KI-Industrie des Landes im Jahr 2025 ein Volumen von über 1,2 Billionen Yuan (rund 178,62 Milliarden US-Dollar) bei mehr als 6.200 Unternehmen.
Zudem setzten Ende 2025 bereits über 30 Prozent der Fertigungsbetriebe mit einem Jahresumsatz von mindestens 20 Millionen Yuan KI-Technologien in ihren Betriebsabläufen ein.
Die Transformation spiegelt sich auch auf dem Stellenmarkt wider. Nach Erhebungen der Karriereplattform Maimai stieg die Zahl neuer KI-bezogener Stellenanzeigen im Bereich der sogenannten New Economy im Zeitraum von Januar bis Juli im Jahresvergleich um 789,47 Prozent.
Ergänzend verzeichnete die Plattform Zhaopin einen anhaltend hohen Bedarf an spezialisierten Ingenieuren, insbesondere in Segmenten wie der Automobilfertigung und der Entwicklung intelligenter Fahrsysteme.

