Die vietnamesische Zentralbank hat vor einer neuen, technologisch versierten Betrugsmasche gewarnt, die auf der physischen Manipulation von Bank- und Kreditkarten basiert. Dabei extrahieren Täter die Originalchips aus rechtmäßig ausgestellten Karten, um diese auf Kartenrohlinge zu montieren. Mit diesen präparierten Fälschungen erlangen die Kriminellen unbefugten Zugriff auf die Konten der geschädigten Kunden.
Vorgehensweise bei Zahlungen in Gastronomiebetrieben
Nach Erkenntnissen der Vietnamesischen Staatsbank (SBV) nutzen die Täter gezielt Momente mangelnder Aufmerksamkeit der Karteninhaber aus. Ein Schwerpunkt dieser Aktivitäten liegt bei Bezahlvorgängen in Restaurants. Wenn Kunden ihre Karte dem Servicepersonal überlassen oder während des Bezahlvorgangs abgelenkt sind, gelingt es den Tätern, den Chip unbemerkt zu entfernen und gegebenenfalls durch eine funktionslose Komponente zu ersetzen.
Dieses als „Chip-Swapping“ bezeichnete Verfahren ermöglicht es den Betrügern, voll funktionsfähige Kartenklone zu erstellen, da der Sicherheitschip selbst das entscheidende Authentifizierungsmerkmal darstellt. Da die Kunden ihre physische Karte nach dem Bezahlvorgang scheinbar unversehrt zurückerhalten, bemerken sie die Manipulation in vielen Fällen erst, wenn bereits unberechtigte Abbuchungen erfolgt sind.
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Erkennungsmerkmale für manipulierte Karten
Die Sicherheitsbehörden weisen darauf hin, dass Kunden trotz der Raffinesse der Masche auf bestimmte Warnsignale achten können. Ein deutliches Indiz für eine Manipulation ist das plötzliche Versagen der kontaktlosen Bezahlfunktion (NFC), da diese oft mit der Integrität des ursprünglichen Chipeinbaus verknüpft ist. Zudem sollten Karteninhaber auf physische Spuren an der Karte achten, wie etwa ungewöhnliche Abnutzungserscheinungen, Kratzer oder Klebereste im Bereich des Chips.
Die Staatsbank betont in ihrer Warnung, dass das Konto selbst dann gefährdet sein kann, wenn sich die Karte physisch im Besitz des Eigentümers befindet. Durch den Austausch des Originalchips gegen ein minderwertiges Bauteil bleibt die Karte zwar optisch im Portemonnaie vorhanden, das eigentliche Sicherheitselement befindet sich jedoch in den Händen der Täter.
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Anforderungen an das Bankenwesen
Angesichts dieser Sicherheitslücken hat die SBV die Geschäftsbanken des Landes zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen aufgefordert. Die Institute müssen laut der Zentralbank ihre Kontrollmechanismen verschärfen und technische Lösungen prüfen, um die Integrität der genutzten Karten sicherzustellen.
Ein wesentlicher Teil der geforderten Maßnahmen betrifft die Kommunikation mit den Endverbrauchern. Die Banken sind angehalten, ihre Kunden umfassender über die Risiken bei der Kartenverwendung zu informieren und zu erhöhter Wachsamkeit bei Zahlungen in Drittumgebungen aufzurufen. Experten der Branche sehen in der aktuellen Entwicklung eine Notwendigkeit, sowohl die physische Beschaffenheit der Karten als auch die Überwachung von Transaktionsmustern anzupassen, um auf die Methoden der Chip-Extraktion zu reagieren.

