Die globale Halbleiterbranche driftet auseinander: Während Server-Prozessoren für Rechenzentren deutlich teurer werden, bleiben die Preise für PC-Chips stabil. Der Grund ist der ungebremste KI-Boom, der die Nachfrage nach Hochleistungs-Hardware antreibt und die Lieferketten umkrempelt.
KI-Hype treibt Server-CPU-Preise in die Höhe
Der Haupttreiber für die Preisexplosion ist der massive Ausbau von KI- und Cloud-Rechenzentren. Hyperscaler wie Amazon AWS, Microsoft Azure und Google Cloud ersetzen aggressiv alte Systeme durch die neuesten Server-CPUs von Intel und AMD. Diese sollen immer komplexere KI-Modelle bewältigen.
Die Nachfrage übertrifft das Angebot bei Weitem. Branchenkreise berichten, dass die Lieferzeiten für mittlere und hochwertige Server-Produkte sich verlängern. Das verschafft den Herstellern mehr Preismacht. Die Lage wird dadurch verschärft, dass einige Großkunden Komponenten horten, um sich vor weiteren Preissprüngen zu schützen. Die Auslieferungen von Server-CPUs könnten in diesem Jahr um bis zu 25 Prozent steigen. Für Chipbauer ist das ein reines Verkäufermarkt.
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Verbrauchermarkt profitiert von Lagerbeständen und Wettbewerb
Ganz anders sieht es beim klassischen PC- und Notebook-Markt aus. Auf Elektronikmärkten wie Huaqiangbei in Shenzhen gibt es keine Anzeichen für Preiserhöhungen bei Verbraucher-CPUs. Zwei Faktoren bremsen hier die Preise.
Erstens arbeiten die Hersteller noch vorhandene Lagerbestände in den Vertriebskanälen ab. Zweitens sorgt der erbitterte Wettbewerb zwischen Intel und AMD um Marktanteile bei Desktop- und Laptop-Chips für stabile Preise. Kein Unternehmen kann es sich leisten, teurer zu werden, ohne Kunden an den Rivalen zu verlieren. Für PC-Bastler und Käufer bleiben die Kosten für den Prozessor damit vorerst kalkulierbar.
Schatten über dem PC-Markt: Der Speicher wird zum Kostentreiber
Doch die Gesamtkosten für einen PC steigen trotzdem – an anderer Stelle. Die gleiche KI-Nachfrage, die Server-CPUs verknappt, führt zu einer globalen Knappheit bei DRAM- und NAND-Speicherchips.
Die Speicherhersteller verlagern ihre Kapazitäten von Verbraucherprodukten hin zu lukrativeren, hochgefragten Komponenten für KI-Server. Die Folge: dramatische Preisanstiege für Speichermodule. Laut der Marktanalysefirma TrendForce könnten sich die Preise für PC-DRAM im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdoppeln. Diese Explosion der Speicherkosten erhöht die Materialkosten für PC-Hersteller erheblich. Am Ende könnte der Gesamtpreis für fertige Systeme steigen – selbst wenn der Prozessor gleich viel kostet.
Ausblick: Die Kluft wird bleiben
Die aktuelle Lage zeigt einen strukturellen Bruch. Die Preisentwicklung wird nicht mehr von einem, sondern von zwei getrennten Märkten bestimmt. Der Server-Markt befindet sich im KI-getriebenen Höhenflug. Der Verbrauchermarkt profitiert dagegen von klassischen Marktmechanismen.
Analysten erwarten, dass diese Kluft bestehen bleibt. Die Preise für Server-CPUs werden weiter unter Druck stehen, solange der KI-Boom anhält. Für Verbraucher dürften die CPU-Preise stabil bleiben. Die große Unbekannte bleibt der Speicher. Am Ende könnte nicht der Prozessor, sondern der Arbeitsspeicher darüber entscheiden, wie viel ein neuer Computer in diesem Jahr kostet.
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