Chips aus China: HP und Dell testen chinesischen Speicher

Aufgrund der KI-bedingten Verknappung von Standard-DRAM prüfen HP, Dell und andere erstmals Komponenten aus China. Dies könnte die jahrzehntelange Dominanz etablierter Lieferanten brechen.

Die globale Chip-Knappheit zwingt PC-Hersteller zu einem Tabubruch: Sie prüfen erstmals Speicherchips aus China.

SAN FRANCISCO – Der globale Mangel an Halbleitern erzwingt eine historische Wende in der Lieferkette. Führende PC-Hiensteller wie HP, Dell, Acer und Asus testen laut Branchenberichten erstmals Speicherchips chinesischer Hersteller. Hintergrund ist eine strukturelle Verknappung: Die etablierten Marktführer wie Samsung und SK Hynix konzentrieren ihre Produktion fast vollständig auf teure KI-Spezialchips (HBM). Für den Standard-DRAM in Laptops und Smartphones bleibt kaum noch Kapazität.

Traditionelle Lieferketten brechen auf

Laut Berichten von Nikkei Asia und Reuters hat HP bereits mit Tests von DRAM-Bausteinen des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) begonnen. Für den US-Konzern, der traditionell auf südkoreanische und amerikanische Zulieferer setzt, wäre dies ein strategischer Pivot. Die Entscheidung über Serienbestellungen soll erst Mitte 2026 fallen. Sollte es dazu kommen, würden die chinesischen Chips wohl vor allem in Produkten für Märkte außerhalb der USA verbaut, um Handelsbeschränkungen zu umgehen.

Auch Dell prüft angeblich CXMT-Chips, getrieben von der Sorge vor weiter steigenden Preisen. Die taiwanesischen Hersteller Acer und Asus erkunden ebenfalls Alternativen. Acer wäre bereit, chinesische Chips über Vertragsfertiger zu integrieren, Asus hat seine Partner um Unterstützung bei der Beschaffung gebeten.

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KI-Boom verdrängt Konsumenten-Hardware

Die aktuelle Knappheit hat eine klare Ursache: den KI-Boom. Generative KI-Systeme benötigen riesige Mengen High Bandwidth Memory (HBM), das höhere Margen verspricht als Standard-DRAM. Die großen Hersteller haben ihre Produktionslinien umgerüstet – zum Nachteil konventioneller Speicherchips.

Die Folgen sind drastisch. Die Marktforscher von Counterpoint prognostizierten bereits Ende 2025 Preissteigerungen von rund 50 Prozent bis ins zweite Quartal 2026. Diese Vorhersage scheint sich zu bewahrheiten. Der Engpass betrifft nicht nur PCs. Chipriese Qualcomm beklagte diese Woche, dass Speicherknappheit den Absatz von Smartphones bremse. Analysten der J.P. Morgan rechnen damit, dass die Lieferengpässe bis weit ins Jahr 2027 anhalten könnten.

Chinas Hersteller wittern ihre Chance

Während sich die etablierten Player auf das lukrative KI-Geschäft fokussieren, drängen chinesische Hersteller aggressiv in die entstehende Lücke. CXMT und Yangtze Memory Technologies (YMTC) starten eine „beispiellose Expansionsoffensive“ im Standard-Speichermarkt, wie Tom’s Hardware berichtet.

CXMT hat Ende 2025 seine ersten eigenen DDR5-Chips präsentiert, die mit Übertragungsraten von bis zu 8.000 Megabit pro Sekunde für Mainstream-Aufgaben tauglich sind. Zudem baut das Unternehmen eine neue Fabrik in Shanghai, die 2027 anlaufen soll. YMTC, bisher auf NAND-Flash spezialisiert, baut ebenfalls aus: In einer neuen Fabrik in Wuhan soll etwa die Hälfte der Kapazität künftig für DRAM-Produktion genutzt werden – ein strategischer Schwenk.

Geopolitisches Minenfeld

Der Test chinesischer Chips durch US-Firmen findet vor dem Hintergrund anhaltender Handelsspannungen statt. Strikte US-Exportkontrollen beschränken Chinas Zugang zu modernster Fertigungstechnik, verbieten aber nicht generell den Kauf von Commodity-Speicherchips für Konsumentengeräte – vor allem für Märkte außerhalb der USA.

Branchenbeobachter vermuten, dass Hersteller wie HP und Dell ihre Lieferketten ring-fencen wollen: Chinesische Chips für Laptops in Asien und Europa, Premium-Komponenten von Samsung und Micron für den nordamerikanischen Markt und High-End-Produkte. Das regulatorische Umfeld bleibt jedoch dynamisch. Die US-Regierung hat YMTC bereits mit Restriktionen belegt. Derzeit scheinen jedoch die kommerziellen Imperative – die Sicherung von Komponenten für laufende Produktionslinien – potenzielle Reputations- und Regulierungsrisiken zu überwiegen.

Höhere Preise und ein neuer Wettbewerber

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung wohl höhere Preise. Der Aufwärtstrend bei PC-Kosten dürfte sich 2026 fortsetzen. Standardkonfigurationen wie 16 GB Arbeitsspeicher könnten länger die Norm bleiben, anstatt auf 32 GB zu steigen.

Für den Markt ist die Qualifizierung chinesischer Chips durch Top-OEMs ein potenzieller Game-Changer. Gelingt sie, könnten Anbieter wie CXMT als glaubwürdige globale Zulieferer etabliert werden. Die jahrzehntelange Dominanz des südkoreanisch-amerikanischen Trios wäre gebrochen. Die Branche blickt gespannt auf die Testphase bei HP und Dell. Sollten Qualitätsstandards erfüllt und politische Widerstände umschifft werden, könnten chinesische Speicherchips bald zum Standard in PCs weltweit werden – geboren aus der Notwendigkeit des KI-Zeitalters.

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