Chrome 149–150: KI-Agenten finden 13 Jahre alten Sandbox-Fehler

Googles KI-Systeme entdeckten hunderte Chrome-Schwachstellen, darunter einen 13 Jahre alten Sandbox-Fehler. Die Update-Frequenz wird nun deutlich erhöht.

Google hat die Sicherheitsinfrastruktur seines Browsers Chrome durch den Einsatz künstlicher Intelligenz massiv ausgebaut. In den Versionen 149 und 150 wurden insgesamt 1.072 Sicherheitslücken behoben. Damit übertrifft die Zahl der Korrekturen in diesen zwei Versionen die Gesamtzahl der vorangegangenen 23 Veröffentlichungen.

KI-Agenten finden 13 Jahre alten Sandbox-Fehler

Der Einsatz von KI-gestützten Analysewerkzeugen ermöglichte die Entdeckung einer schwerwiegenden Schwachstelle. Darunter ein auf dem Gemini-Modell basierender Sicherheitsagent sowie das Projekt „Big Sleep“ von Google DeepMind und Project Zero. Es handelt sich um einen Sandbox-Escape-Bug (CVE-2026-3545) mit einer CVSS-Bewertung von 9,6. Dieser Fehler existierte bereits seit 13 Jahren im Quellcode und hätte es Angreifern potenziell erlaubt, lokale Dateien auszulesen.

Die KI-Systeme übernehmen nicht nur die Suche nach Schwachstellen, sondern auch deren Triage und das Erstellen von Patches. Allein im Mai konnten automatisierte Systeme über 20 Schwachstellen blockieren, bevor diese in die Produktionsumgebung gelangten. Durch die Automatisierung spart das Sicherheitsteam monatlich hunderte Arbeitsstunden ein.

MiraclePtr und Rust: Der technische Umbau

Zusätzlich zur KI-gestützten Suche implementiert Google weitere technische Schutzmechanismen. Die Technologie MiraclePtr soll künftig bis zu 90 Prozent der sogenannten Use-After-Free-Bugs (UAF) abdecken. Zudem wird ein Großteil des eigenen Codes unter strengen Warnvorgaben für unsichere Puffer kompiliert, während Teile der Software schrittweise in der sichereren Programmiersprache Rust neu geschrieben werden.

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Der Umfang der gemeldeten Schwachstellen hat insgesamt zugenommen. Die Meldungen im Rahmen des Bug-Bounty-Programms übertrafen bereits im März dieses Jahres das gesamte Volumen des Vorjahres. In der Ende Juli veröffentlichten Chrome-Version 151 wurden weitere 370 Korrekturen vorgenommen, darunter sieben als kritisch eingestufte Fixes.

Neuer Update-Rhythmus und dynamisches Patching

Um auf die hohe Frequenz neu entdeckter Lücken zu reagieren, passt Google die Veröffentlichungszyklen an. Ab der Version 153, deren Erscheinen für September geplant ist, wird Chrome auf einen zweiwöchigen Hauptversionszyklus umgestellt. Ergänzend dazu werden wöchentliche Sicherheitsupdates verteilt, wobei derzeit testweise sogar zwei Aktualisierungen pro Woche durchgeführt werden.

Um die Belastung für Nutzer durch häufige Neustarts zu verringern, arbeitet das Unternehmen an einer Technologie für dynamisches Patching. Diese soll es ermöglichen, Sicherheitsupdates im laufenden Betrieb einzuspielen, ohne den Browser schließen zu müssen. Für macOS-Nutzer bietet Chrome 150 bereits eine Funktion, die einen automatischen Neustart durchführt, sobald alle Browserfenster geschlossen sind.

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Trotz der zunehmenden Automatisierung betonen Experten, dass die menschliche Aufsicht bei der Validierung der durch KI gefundenen Fehler weiterhin unerlässlich bleibt. Die KI-Pipeline dient primär dazu, die Erkennungsrate zu erhöhen und die Reaktionszeit auf neu entdeckte Bedrohungen signifikant zu verkürzen.