Der Browser-Riese Google treibt die Abschaltung alter Browser-Erweiterungen voran. Das Ende von Manifest V2 kommt im Juni und Juli 2026 – und trifft vor allem beliebte Werbeblocker.
Die Ära der klassischen Adblocker auf Chrome geht zu Ende. Mit der Umstellung auf das neue Manifest V3 (MV3)-Framework entfernt Google schrittweise die technischen Grundlagen für ältere Erweiterungen. Konkret: Programme wie uBlock Origin, die auf dynamische Filter setzen, werden im Laufe der nächsten Wochen ihren Dienst einstellen.
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Technische Meilensteine: Was genau passiert
Am 30. Juni 2026 erscheint Chrome Version 150. Mit diesem Update entfernt Google einen internen Schalter – die sogenannte „kExtensionManifestV2Disabled“-Flagge. Bisher diente sie als Notlösung für Nutzer und Entwickler, um alte MV2-Erweiterungen weiter zu betreiben. Einen Monat später, mit Chrome 151 im Juli, fallen dann alle verbliebenen MV2-Flaggen weg. Die Unterstützung für die alte Architektur ist damit endgültig Geschichte.
Der Kern des Problems: Unter dem alten MV2-System konnten Tools wie uBlock Origin Netzwerkanfragen in Echtzeit abfangen und dynamisch filtern. Das neue MV3-Framework ersetzt dies durch statische Regelsätze. Zwar verspricht Google damit mehr Sicherheit und bessere Performance, doch die Einschränkungen sind deutlich: Maximal 330.000 aktive Regeln sind erlaubt – für viele Filterlisten ein zu enger Rahmen.
Eine abgespeckte Version, uBlock Origin Lite, bleibt zwar kompatibel, bietet aber deutlich weniger Filterleistung. Google-Entwickler wie Devlin Cronin verteidigen den Schritt: Man müsse technische Altlasten abbauen, die Komplexität reduzieren und Sicherheitsrisiken der alten Erweiterungen minimieren.
Kürzere Update-Zyklen: Edge und Chrome beschleunigen
Doch das ist nicht die einzige Veränderung. Die Browser-Hersteller drehen an der Update-Schraube. Microsoft Edge wechselt ab Version 152 (27. August 2026) von einem Vier-Wochen- auf einen Zwei-Wochen-Rhythmus für den stabilen Kanal. Google Chrome zieht mit Version 153 (8. September 2026) nach. Der Vorteil: Sicherheitslücken aus dem Chromium-Projekt landen schneller bei den Nutzern.
Für Unternehmen, die auf Planbarkeit angewiesen sind, bleibt der Extended Stable Channel erhalten – mit einem achtwöchigen Update-Zyklus.
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Nicht alle Browser ziehen mit
Interessant: Die Branche ist sich uneins. Während Chromium-basierte Browser wie Edge und Opera Googles Kurs folgen, gehen andere eigene Wege. Vivaldi signalisiert, dass es eine gewisse MV2-Unterstützung beibehalten könnte. Firefox hat bereits bestätigt, beide Frameworks parallel zu unterstützen.
Aktuelle Vivaldi-Updates zeigen die Strategie: Am 15. Juni erhielt die Desktop-Version Sicherheitsfixes aus Chromium 149, am 16. Juni folgte ein iOS-Update für die integrierte Werbeblocker-Funktion.
Apple testet weiter
Abseits der Browser-Welt setzt Apple seine Beta-Phase fort. Am 15. Juni erschien die zweite Entwickler-Beta für macOS Tahoe 26.6. Größere Neuerungen blieben aus. Zeitgleich veröffentlichte Apple die finalen „Release Candidate“-Versionen für macOS Sonoma 14.8.8 und macOS Sequoia 15.7.8 – reine Sicherheitsupdates, die in den kommenden Tagen für alle Nutzer bereitstehen dürften.

