Chrome 150: Google schließt 433 Schwachstellen und integriert KI

Google veröffentlicht Chrome 150 für Android mit KI-Assistent Gemini Spark, überarbeiteter Navigation und 433 geschlossenen Sicherheitslücken.

Google hat die Verteilung von Chrome 150 für Android gestartet. Der Browser erhält eine überarbeitete Navigation, bessere Sicherheit und einen KI-Assistenten direkt im Tab.

Die neue Version des mobilen Browsers steht seit dem 8. und 9. Juli im Google Play Store zum Download bereit. Im Mittelpunkt stehen langjährige Nutzerwünsche: eine einfachere Bedienung und übersichtlichere Menüs.

Neue Navigation und übersichtlicheres Menü

Die auffälligste Neuerung ist ein dedizierter Zurück-Button im Drei-Punkte-Menü. Er bietet eine Alternative zu den systemeigenen Gestensteuerungen und Hardware-Tasten. Besonders auf Tablets soll die Funktion die Bedienung spürbar erleichtern.

Google hat zudem die Menüstruktur grundlegend überarbeitet. Der bisherige Info-Button ist verschwunden – an seine Stelle tritt der Bereich „Site Controls“, der Berechtigungen und Sicherheitsinformationen bündelt. Auch die Bezeichnungen wurden angepasst: Aus „Zum Startbildschirm hinzufügen“ wurde „Installieren und Verknüpfung erstellen“, um die Funktion moderner Web-Apps besser abzubilden.

Die Symbole für Lesezeichen und Downloads wanderten nach rechts – eine Anpassung, die die Erreichbarkeit mit dem Daumen verbessern soll.

Gemini Spark: KI-Assistent direkt im Browser

Chrome 150 bringt Gemini Spark mit, einen KI-Assistenten, der direkt im aktiven Tab arbeitet. Nutzer können Inhalte analysieren und Arbeitsabläufe automatisieren lassen, ohne die Anwendung wechseln zu müssen. Die Integration ist Teil von Googles Strategie, KI-Funktionen tiefer in sein Ökosystem einzubetten.

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Sicherheit: 433 Schwachstellen geschlossen

Die Sicherheitsabteilung von Google hat mit diesem Update ganze Arbeit geleistet. Insgesamt wurden 433 Schwachstellen behoben, darunter 20 als kritisch eingestufte Lücken. Das Unternehmen zahlte 319.000 US-Dollar (rund 295.000 Euro) an Prämien für die Entdeckung dieser Fehler.

Chrome wechselt zudem für Nutzer mit aktiviertem „Enhanced Safe Browsing“ zu einem „HTTPS First“-Ansatz. Verbindungen werden standardmäßig verschlüsselt aufgebaut. Parallel dazu läuft die Unterstützung für die alte Erweiterungsplattform Manifest V2 endgültig aus – Entwickler müssen nun vollständig auf Manifest V3 umsteigen.

Wallet-Integration und Zukunftspläne

Die Verzahnung mit anderen Google-Diensten wird enger: Chrome kann künftig auf Google Wallet zugreifen, um sensible Daten wie Führerscheindaten, Reisepassinformationen, Fahrzeugpapiere und Flugbuchungen automatisch auszufüllen. Das soll lästige Dateneingaben bei Buchungen oder Behördengängen überflüssig machen.

Bereits in Chrome 149 hatte Google die Funktion „Selective format read“ eingeführt, die die Zwischenablage effizienter verwaltet und Speicher spart – eine Technik, die auch Microsoft Edge nutzt.

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Ausblick: Post-Quanten-Kryptographie und Ende für macOS 12

Die Zukunft des Browsers zeichnet sich bereits ab: In der Beta von Chrome 151, die Anfang Juli startete, testet Google Post-Quanten-Kryptographie mit Algorithmen wie ML-KEM und ML-DSA. Sie sollen gegen zukünftige Entschlüsselungsangriffe durch Quantencomputer schützen.

Der stabile Release von Chrome 151 ist für den 28. Juli 2026 geplant. Mit diesem Update endet auch der Support für macOS 12 – Nutzer müssen mindestens auf macOS 13 wechseln.

Android 17: Juli-Patch für Pixel-Geräte

Parallel zum Browser-Update rollt Google das Juli-2026-Update für Android 17 aus. Es enthält zwar keine neuen Sicherheitspatches, behebt aber mehrere Stabilitätsprobleme der ersten Version. Dazu gehören Bootloop-Fehler, App-Abstürze und falsche Farbkontraste bei System-Widgets. Speziell für das Pixel 10 Pro Fold wurde zudem ein Ausrichtungsfehler der Navigationsbuttons korrigiert.