Google hat mit Chrome 152 eine neue Schnittstelle eingeführt, über die Webseiten künftig die Leistungsfähigkeit der genutzten Hardware auslesen können. Die als navigator.cpuPerformance bezeichnete API ordnet den jeweiligen Rechner einer von vier Stufen zu und steht seit dem 25. August 2026 für Windows, Mac, Linux, ChromeOS und Android zur Verfügung.
Vier Stufen nach Prozessorkraft
Die Klassifizierung erfolgt synchron auslesbar und unterscheidet fünf Werte: 0 für nicht klassifizierbare Systeme, 1 für kaum lastfähige Geräte, 2 für schwache, 3 für komfortable und 4 für leistungsstarke Hardware. Als Grundlage dient laut einer Analyse von proxycove.com in erster Linie die Zahl der logischen Prozessoren beziehungsweise Kerne, während die Taktfrequenz unberücksichtigt bleibt.
Nach Angaben von pcgameshardware.de gilt dabei folgendes Schema: Ein Thread entspricht Stufe 1, zwei bis vier Threads Stufe 2, fünf bis zehn Threads Stufe 3 und ab elf Threads Stufe 4. Simultaneous Multithreading zählt dabei doppelt, wobei eine modellbezogene Korrektur die Einstufung meist um höchstens eine Stufe verschiebt.
Eine von pcgameshardware.de am 21. September 2026 abgerufene Referenzimplementierung zeigt die Auswirkungen in der Praxis: Ein Ryzen 7 9800X3D aus dem Jahr 2024 mit 8 Kernen und 16 Threads erreicht ebenso Stufe 4 wie ein Core Ultra 5 225 aus 2025 mit 10 Kernen und 10 Threads sowie – überraschend – ein Xeon E5-2670 aus dem Jahr 2012 mit 8 Kernen und 16 Threads.
Ein Core i7-9700K aus 2018 mit 8 Kernen und 8 Threads landet dagegen nur bei Stufe 3, ebenso ein Intel N100 aus 2023 und ein Ryzen 3 1200 aus 2017, beide mit 4 Kernen und 4 Threads. Ein Core i5-7600K mit ebenfalls 4 Kernen und 4 Threads ohne Modellkorrektur erreicht lediglich Stufe 2.
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Statischer Wert ohne Bezug zur aktuellen Auslastung
Der ausgegebene Wert bleibt laut pcgameshardware.de statisch und ändert sich nicht mit der aktuellen Systemlast oder dem Akkustand. Für die Erfassung der momentanen Auslastung ist weiterhin die separate Compute Pressure API zuständig. Google kündigte zudem an, dass künftige, leistungsstärkere Prozessoren ab Stufe 5 eingestuft werden sollen; eine Herabstufung bestehender Kategorien sei nicht vorgesehen.
Geringer, aber kombinierbarer Fingerprinting-Beitrag
Aus Datenschutzsicht liefert der Wert laut proxycove.com nur einen geringen Informationsgewinn von etwa 2,3 Bit Entropie. Dennoch gilt er als kostenlos abrufbar, über die Sitzung hinweg stabil und lässt sich mit anderen Kennwerten wie navigator.hardwareConcurrency, navigator.deviceMemory und dem GPU-Renderer kombinieren, was in der Summe zur Gerätewiedererkennung beitragen kann.
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Kontrolle für Nutzer und Administratoren
Wer den ausgegebenen Wert beeinflussen möchte, findet laut pcgameshardware.de eine entsprechende Option unter Einstellungen > Leistung > Geschwindigkeit mit der Bezeichnung „Override CPU performance tier“. Für Unternehmensumgebungen steht zusätzlich die Richtlinie CpuPerformanceTierOverride mit Werten von 0 bis 4 zur Verfügung, die auch in Microsoft Edge dokumentiert ist.
Uneinheitliche Unterstützung unter Browserherstellern
Nicht alle großen Browserhersteller ziehen mit. WebKit positioniert sich nach Angaben von proxycove.com und pcgameshardware.de formal gegen die neue API, während sich Mozilla bislang nicht öffentlich positioniert hat. Damit ist davon auszugehen, dass Safari und Firefox die Schnittstelle vorerst nicht unterstützen werden – ein Umstand, der die praktische Reichweite von navigator.cpuPerformance im Web zunächst begrenzt, auch wenn Chrome auf den unterstützten Plattformen breit ausgerollt wurde.

