Der US-Technologiekonzern Google erweitert seinen Browser Chrome um agentische Fähigkeiten. In Indien führt das Unternehmen die Funktion Auto Browse ein, mit der Künstliche Intelligenz eigenständig Websites ansteuern und komplexe, mehrstufige Online-Aufgaben erledigen kann.
Das System übernimmt auf Wunsch Routineabläufe wie das Buchen von Parkplätzen, das Ausfüllen umfangreicher Webformulare oder das Zusammenstellen und Bestellen des Wocheneinkaufs. Die Neuerung steht auf Desktop-Geräten sowie unter Android bereit, bleibt allerdings Abonnenten der kostenpflichtigen Tarife Google AI Pro und Google AI Ultra vorbehalten.
Mehrstufige Arbeitsabläufe unter voller Nutzerkontrolle
Der agentische Modus führt demonstrierte Aktionen wie das Vergleichen von Flug- und Hotelpreisen über verschiedene Zeiträume, Produktempfehlungen auf Einkaufsplattformen oder das Auffinden passender Rabattcodes eigenständig aus.
Um unerwünschte Aktionen zu verhindern, legt das System vorab einen Ablaufplan vor. Dieser schlüsselt detailliert auf, welche Zielseiten die KI ansteuern wird und welche Daten dabei übertragen werden. Erst nach einer manuellen Bestätigung des Nutzers beginnt die Ausführung.
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Die Automatisierung läuft in einem separaten Browser-Tab, der durch ein eigenes Symbol gekennzeichnet ist. Anwender können den Vorgang jederzeit unterbrechen, steuern oder die Richtung der Recherche anpassen.
Vor sicherheitsrelevanten oder irreversiblen Schritten – insbesondere vor Bezahlvorgängen, verbindlichen Käufen oder Änderungen an Datenschutzeinstellungen – verlangt das Programm eine erneute Freigabe. Anmeldungen wickelt der Browser über den internen Passwortmanager ab, ohne dass die Automatisierungsfunktion Einsicht in gespeicherte Passwörter erhält.
Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen deklariert Google das Werkzeug als experimentell. Die zugrundeliegenden Modelle seien zwar gezielt auf das Erkennen von Manipulationsversuchen wie Prompt Injections trainiert, dennoch tragen Nutzer weiterhin die Verantwortung für die Handlungen des Agenten, einschließlich versehentlich ausgelöster Transaktionen.
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Zudem gelten tägliche Beschränkungen: Im Pro-Abonnement können bis zu 20 Aufgaben pro Tag ausgeführt werden, während Ultra-Abonnenten bis zu 200 Ausführungen zustehen. Im Inkognito-Modus ist die Funktion gesperrt.
Erweiterter Gemini-Rollout auf Mobilgeräten
Voraussetzung für die Nutzung von Auto Browse ist gegenwärtig ein auf Englisch eingestelltes Gerät, wobei auf Android zunächst britisches und US-amerikanisches Englisch unterstützt werden. Weitere Sprachen sollen folgen.
Parallel zur Einführung des Agenten rollt Google Gemini in Chrome landesweit für alle Android-Nutzer in Indien aus, nachdem die Desktop-Version dort bereits früher im Jahr an den Start gegangen war.
Diese Basisfunktionen sind für alle Anwender kostenfrei zugänglich. Sie umfassen das Zusammenfassen langer Webtexte, Antworten zu aufgerufenen Bildschirminhalten sowie die direkte Anbindung an Google Kalender und Google Notizen ohne Verlassen des aktiven Browser-Tabs.
Auf Desktop-Rechnern unterstützt Gemini acht indische Regionalsprachen: Hindi, Bengali, Gujarati, Kannada, Malayalam, Marathi, Telugu und Tamil. Zudem ermöglicht Chrome auf Android-Geräten in Indien nun die Bildgenerierung und -bearbeitung mittels Nano Banana.

