Chrome kann ab sofort offizielle Ausweisdokumente und Reisedaten aus Google Wallet direkt in Webformulare einfügen.
Der Suchmaschinenriese hat die Autofill-Funktion seines Browsers massiv erweitert. Seit dem 23. Juni 2026 rollt das Update aus, das Nutzern erlaubt, sensible Daten wie Führerscheine, Reisepässe und Known Traveler Numbers (KTN) automatisch in Online-Formulare zu übernehmen. Bisher beschränkte sich die Funktion auf Adressen und Kreditkarteninformationen.
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Digitale Identität für Desktop und Smartphone
Die Integration schafft eine direkte Verbindung zwischen Googles digitaler Geldbörse und dem Browser. Sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten sind die in Google Wallet hinterlegten Identitätsdokumente nun abrufbar. Der Clou: Wer zum ersten Mal solche Daten in ein Formular eingibt, bekommt angeboten, sie direkt in der Wallet zu speichern – für künftige Nutzung.
Doch damit nicht genug: Auf iOS und Android kann Chrome jetzt auch Flugdetails, Kfz-Kennzeichen und Fahrzeug-Identifikationsnummern (VIN) automatisch ausfüllen. Ein echter Gewinn für Vielreisende und alle, die regelmäßig Online-Formulare mit solchen Angaben befüllen müssen.
Sicherheit hat oberste Priorität
Angesichts der sensiblen Natur von Ausweisdokumenten hat Google mehrere Schutzschichten eingebaut. Alle Identitätsdaten bleiben verschlüsselt, und das System verlangt eine ausdrückliche Nutzererlaubnis, bevor Informationen an eine Website weitergegeben werden.
Spannend wird es im Sommer 2026: Dann soll die Unterstützung für digitale EU-Identitäten folgen. Google bereitet sich damit auf die kommenden europäischen Standards für digitale Ausweise vor – ein klares Zeichen, dass der Browser als sichere Schnittstelle für Online-Verifikationen dienen soll.
Chrome 150: Neues Design für mehr Kontrolle
Das Update fällt mit der Einführung von Chrome 150 für Android zusammen. Der Browser präsentiert sich mit einem überarbeiteten Einstellungsmenü. Der Bereich „Autofill und Passwörter“ wurde neu strukturiert: Passwortverwaltung, Zahlungsmethoden, Kontaktdaten und ein eigener Bereich für Identitätsdokumente und Reisedaten sind nun klar voneinander getrennt.
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Die Nutzer erhalten damit deutlich mehr Kontrolle darüber, welche Dokumente für die Autofill-Funktion freigegeben sind. Besonders die Verwaltung von Reiseunterlagen auf mobilen Geräten wird so deutlich einfacher.
Branchentrend: Weg von lästigen Captchas
Die Chrome-Neuheit ist Teil einer größeren Bewegung. Erst am 22. Juni 2026 hatten Google, Microsoft, Mozilla und Cloudflare die Entwicklung des PACT-Protokolls (Private Access Control Tokens) angekündigt. Ziel ist es, herkömmliche Captchas durch anonyme kryptografische Token zu ersetzen – um echte Menschen von Bots zu unterscheiden, ohne sie zu tracken.
Der Hintergrund ist alarmierend: Laut Branchendaten machen Bot-Anfragen inzwischen 58 Prozent aller HTTP-Requests aus. Parallel testet Google alternative Verifikationsmethoden – etwa ein neues reCAPTCHA-System, das Handgesten per Kamera erkennt.
Und auch für Finanzwerbetreibende in Europa wird es ernster: Ab Ende Juni weitet Google die Pflicht zur Identitätsprüfung auf alle EU- und EWR-Staaten aus. Wer Finanzdienstleistungen bewirbt, muss künftig nachweisen, dass er von nationalen Aufsichtsbehörden autorisiert ist – ein weiterer Schritt gegen Betrug im Netz.

