Google testet eine neue Funktion, die Chrome beim Windows-Start automatisch öffnet. Das könnte den Browser schneller verfügbar machen – auf Kosten der gesamten Systemleistung beim Hochfahren.
Die experimentelle Einstellung „Chrome beim Computerstart ausführen“ tauchte in aktuellen Chrome Canary-Builds auf. Sie soll den Browser tief in den Startvorgang von Windows integrieren. Für Nutzer, die täglich mit Chrome arbeiten, wäre der Zugriff sofort nach dem Login möglich. Doch der Preis könnte hoch sein: Das Hochfahren des gesamten PCs würde sich spürbar verlangsamen, besonders auf älteren Rechnern oder Systemen ohne SSD-Festplatte.
Warum ein „Vordergrund-Prozess“ problematisch ist
Der Knackpunkt liegt in der Implementierung. Chrome startet als „Foreground“-Prozess mit hoher Priorität. Während der Browser dadurch quasi sofort bereitsteht, müssen andere Startprogramme und die Windows-Oberfläche warten. Auf leistungsschwächeren Systemen könnte dies zu einem deutlich zäheren und frustrierenden Boot-Vorgang führen.
Passend zum Thema schneller Start und Boot‑Probleme: Wenn Ihr PC beim Hochfahren stockt oder die Festplatte streikt, kann ein bootfähiger USB‑Stick die Rettung sein. In unserem kostenlosen PDF‑Ratgeber sehen Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Windows‑11‑Boot‑Stick erstellen, welche Dateien und Tools nötig sind, und wie Sie Startprobleme sicher beheben – auch auf älteren Systemen. Inklusive Checkliste und Fehlervermeidungstipps. Jetzt kostenlosen Boot‑Stick‑Guide anfordern
Bisher ist die Funktion in den Canary-Builds standardmäßig deaktiviert. Google geht also vorsichtig vor und sammelt erst Daten. Ob sie jemals die stabile Version von Chrome erreicht, ist noch ungewiss.
Der ewige Zielkonflikt: App- versus System-Geschwindigkeit
Das Experiment unterstreicht einen klassischen Zielkonflikt in der Software-Entwicklung. Viele Programme bieten einen Autostart an, um schneller bereitzustehen. Zu viele davon führen jedoch zum „Startup-Bloat“ – der Bootvorgang wird durch die Konkurrenz um Ressourcen immer länger.
Nutzer können Startprogramme schon lange über den Windows-Task-Manager verwalten. Googles neuer Autostart würde eine weitere, potenziell resourcenhungrige Anwendung in diese Liste einfügen. Andere Browser wie Microsoft Edge bieten ähnliche „Start-Boost“-Funktionen, die ebenfalls auf gemischte Reaktionen stoßen.
Googles Kampf um das Performance-Image
Der Schritt passt in Googles Bestreben, Chrome als schnellen Browser zu positionieren. In der Vergangenheit führte der Konzern bereits Features wie „Energiesparmodus“ und „Arbeitsspeicher-Entlastung“ ein, um den hohen Ressourcenverbrauch des Browsers zu kaschieren. Der neue Autostart wäre ein weiterer Versuch, die wahrgenommene Geschwindigkeit zu optimieren.
Allerdings trifft die Entwicklung auf eine sensible Phase: Microsoft hatte kürzlich selbst mit Windows-11-Updates zu kämpfen, die bei einigen Nutzern Boot-Probleme verursachten. Der Startvorgang von Windows erweist sich als empfindliches Ökosystem.
Was Nutzer jetzt tun können
Bis eine Entscheidung über eine breite Einführung fällt, bleibt die Funktion auf die Testversion beschränkt. Sollte sie kommen, wird sie mit Sicherheit ein optionaler Schalter bleiben, den Nutzer je nach Hardware und Vorlieben an- oder ausschalten können.
Wer bereits jetzt unter einem langsamen Bootvorgang leidet, sollte die bewährte Methode anwenden: Über den Task-Manager (Strg+Umschalt+Esc) können nicht essentielle Autostart-Programme deaktiviert werden. Diese regelmäßige Überprüfung bleibt der beste Weg, um ein reaktionsschnelles System zu erhalten.
PS: Ein Boot‑Stick hilft nicht nur bei defekten Festplatten – er ermöglicht auch einfache Neuinstallationen, Reparaturen und sicheres Starten ohne teuren Service. Der Gratis‑Ratgeber zeigt, wie Sie in wenigen Minuten einen universellen USB‑Stick erstellen, welche Komponenten nötig sind und welche Fehler Sie vermeiden sollten – perfekt für ältere Rechner ohne SSD. Inklusive praktischer Checkliste zum sofortigen Loslegen. Boot‑Stick‑Anleitung gratis sichern





