Der Wettlauf um die Vorherrschaft im Unternehmensbrowser wird 2026 entscheidend von der KI-Governance geprägt. Mit den neuesten Updates von Google Chrome und Microsoft Edge stehen IT-Administratoren vor grundlegend verschiedenen Ansätzen, wie KI-Funktionen mit Unternehmensdaten umgehen.
Google setzt auf granulare KI-Steuerung
Google hat mit Chrome 145 neue Richtlinien für seinen „AI Mode“ eingeführt. Administratoren können nun über die Policies GenAiDefaultSettings und AIModeSettings kontrollieren, wie generative KI-Funktionen mit Nutzerdaten interagieren. Das ermöglicht es Unternehmen, KI-Hilfen wie Tab-Organisation oder Schreibassistenz komplett abzuschalten – eine direkte Antwort auf Bedenken zum Datenschutz.
„Die neuen Einstellungen sollen verhindern, dass Mitarbeiter versehentlich sensible Firmeninformationen in öffentliche KI-Modelle einspeisen“, heißt es in den Release Notes. Ein weiteres Sicherheits-Update betrifft macOS: Chrome unterstützt ab sofort keine veralteten virtuellen Kameras mehr, sondern nur noch das moderne Core Media IO-Framework von Apple.
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Microsoft integriert Copilot direkt in die Daten-Sicherheit
Microsoft verfolgt einen anderen Weg. Der Konzern nutzt die tiefe Integration in sein Microsoft 365-Ökosystem, um Enterprise-Kunden zu überzeugen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Aufwertung der „Rewrite by Copilot“-Funktion in Edge. Sie soll nun den gleichen strengen Compliance-Standards für kommerzielle Daten unterliegen wie der Microsoft 365 Copilot.
„Das beseitigt eine entscheidende Hürde für regulierte Branchen“, analysieren Branchenbeobachter. Zudem führt Edge 144 „kontextuelle Hinweise“ in der Adressleiste ein, die eine Seitenzusammenfassung per Copilot anbieten. Mit Edge 145, der noch diese Woche erscheint, plant Microsoft weitere plattformübergreifende Policy-Updates.
Marktführer Chrome unter Druck
Trotz der Offensive von Microsoft behauptet Chrome seine dominante Marktposition. Global kommt der Browser von Google laut StatCounter auf einen Anteil von etwa 71,36 Prozent. Microsoft Edge folgt mit nur rund 4,63 Prozent weit abgeschlagen. Im reinen Desktop-Bereich, der für Unternehmen besonders relevant ist, schneidet Edge jedoch deutlich besser ab.
Analysen deuten darauf hin: Edge hat sich in Unternehmen festgesetzt, die stark in die Microsoft-Welt investiert sind. Funktionen wie nahtloses Single-Sign-On und die angekündigte „Watermarking Protection“ für besseren Datenschutz machen den Browser für IT-Verantwortliche attraktiv. Chrome dominiert hingegen weiterhin den Mobilmarkt, auch nach dem jüngsten Update für iOS.
Sicherheit rückt in den Fokus
Beide Browser schärfen ihre Sicherheitsmaßnahmen. Google plant ab Chrome 147, den Zugriff auf lokale Netzwerke auch für WebSocket- und WebTransport-Verbindungen einzuschränken. Das soll Angriffe auf interne Firmennetzwerke von außen verhindern.
Microsoft arbeitet derweil an einer neuen Policy, um die Installation von Web-Apps direkt aus dem Browser zu erlauben oder zu blockieren. Ziel ist es, die unkontrollierte Verbreitung von Progressive Web Apps (PWAs) als „Schatten-IT“ einzudämmen.
Zwei Wege in die KI-Zukunft
Die Strategien der beiden Tech-Riesen könnten kaum unterschiedlicher sein: Google bietet eine plattformunabhängige KI-Schicht, die sich per Policy steuern lässt. Microsoft baut eine Produktivitäts-Schicht direkt in den Browser, der zum Endpunkt für Copilot-Dienste wird.
Für Entscheider in Unternehmen wird die Wahl 2026 zur Frage der KI-Readiness. Wer strikte Compliance-Grenzen braucht, dürfte zu Edges integriertem Ansatz tendieren. Wer breite Kompatibilität und feingranulare Kontrolle priorisiert, bleibt wohl bei Chrome. Mit Edge 145 steht die nächste Wendung in diesem Duell unmittelbar bevor.
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