Chrome wird zum Arbeitsplatz: Google integriert Split-View und PDF-Tools

Google stattet seinen Browser Chrome mit einer nativen geteilten Ansicht, integrierter PDF-Bearbeitung und direkter Drive-Speicherung aus, um ihn zur zentralen Produktivitätsplattform zu machen.

Google verwandelt seinen Browser Chrome mit einem großen Produktivitäts-Update in einen zentralen Arbeitsplatz. Die neuen Funktionen für geteilte Ansicht, PDF-Bearbeitung und Cloud-Speicherung zielen darauf ab, Nutzer länger in der eigenen Ökosystem-Schleife zu halten – und Konkurrenten wie Microsoft Edge Paroli zu bieten.

Die am Donnerstag angekündigten Features werden global ausgerollt. Kernstück ist eine native Split-View-Funktion, mit der Nutzer zwei Webseiten nebeneinander in einem einzigen Fenster anzeigen können. Bislang benötigten Power-User dafür mehrere Fenster oder Zusatzprogramme. Zudem erlaubt der integrierte PDF-Viewer jetzt, Dokumente direkt im Browser zu kommentieren. Ein neuer „In Drive speichern“-Button rundet das Paket ab.

Split View: Endlich zwei Tabs nebeneinander

Die geteilte Ansicht ist die wichtigste Neuerung. Per Rechtsklick auf einen Tab können Nutzer diesen jetzt in eine neue geteilte Ansicht verschieben und einen zweiten Tab daneben platzieren. Das soll mühsames Hin-und-her-Wechseln beenden – ideal für Recherche, Preisvergleiche oder das parallele Arbeiten mit verschiedenen Quellen.

„Die Funktion war einer der am häufigsten gewünschten Features“, heißt es aus Branchenkreisen. Konkurrenten wie Microsoft Edge oder Vivaldi bieten ähnliche Werkzeuge bereits seit längerem an. Mit der Integration holt Google deutlich auf und signalisiert: Chrome will mehr sein als nur ein Tor zum Internet.

PDFs direkt im Browser bearbeiten

Ein weiterer großer Schritt ist die native PDF-Bearbeitung. Bisher mussten Nutzer Dokumente herunterladen und in separaten Programmen öffnen, um Text zu markieren oder Notizen hinzuzufügen. Jetzt erscheint im Chrome-eigenen PDF-Viewer eine Werkzeugleiste.

Nutzer können damit Text hervorheben, freihand zeichnen und Kommentare in verschiedenen Farben hinterlassen. Besonders für Schüler, Studenten und Berufstätige, die regelmäßig mit digitalen Dokumenten arbeiten, dürfte das ein großer Gewinn an Geschwindigkeit sein. Signatur oder schnelles Feedback sind damit nur noch einen Klick entfernt.

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Nahtlose Cloud-Integration mit Google Drive

Die dritte Säule des Updates vertieft die Verbindung zu Googles Cloud-Diensten. Beim Betrachten einer PDF erscheint ein neues Drive-Symbol. Ein Klick genügt, um das Dokument direkt online zu speichern – der Umweg über den lokalen Download entfällt.

Gespeicherte Dateien landen automatisch in einem neuen Ordner „Von Chrome gespeichert“ in Google Drive. Das sorgt für Übersicht und beschleunigt den Workflow erheblich. Für Unternehmen und Privatnutzer, die bereits in der Google-Workspace-Welt unterwegs sind, wird die Barriere zwischen Browser und Cloud nahezu unsichtbar.

Browser als All-in-One-Plattform: Der Kampf um die Vorherrschaft

Das Update ist Teil eines klaren Branchentrends: Browser mutieren zu vollwertigen Arbeitsplattformen. Google verteidigt damit seine marktbeherrschende Stellung von rund 65 Prozent. Die Konkurrenz schläft nicht – Edge setzt auf KI-Integration, Arc auf ein komplett neu gedachtes Interface.

Bereits in früheren Updates führte Google vertikale Tabs ein. Die nächste Evolutionsstufe dürfte die tiefere Integration von KI wie Google Gemini bringen. Webseiten-Zusammenfassungen oder Schreibhilfen direkt im Browser gelten als wahrscheinliche nächste Schritte. Der Wettbewerb findet immer weniger auf der Ebene der Geschwindigkeit statt, sondern auf dem Feld der intelligenten Produktivität. Mit diesem Update zeigt Google, dass es diesen Kampf annehmen will.