Chromebooks sparen 700.000 Euro: Turner Industries skaliert auf 21.000 Geräte

Google und Apple präsentieren umfangreiche KI-Updates für Workspace, Bildung und Kreativ-Apps. Neue Tools zielen auf Produktivitätssteigerung im Alltag ab.

Am heutigen Mittwoch haben Google und Apple umfangreiche KI-Update-Pakete für ihre mobilen und Bildungsplattformen vorgestellt. Die Neuerungen zielen darauf ab, künstliche Intelligenz tiefer in den Arbeitsalltag zu integrieren – von automatisierten Zusammenfassungen bis hin zu kreativen Assistenzfunktionen auf dem iPad.

Google setzt auf Gemini für Workspace und Klassenzimmer

Der Suchmaschinenriese hat seine Gemini-KI in mehreren Bereichen ausgerollt. In der Google-Drive-App für Mobilgeräte können Nutzer künftig KI-Übersichten und die „Ask Gemini“-Funktion nutzen. Damit lassen sich Zusammenfassungen aus mehreren Dateien erstellen und komplexe Dialoge führen – der Dienst unterstützt 28 Sprachen und steht für Geschäfts- und Bildungskunden bereit.

Parallel dazu ging am 30. Juni die Funktion „Short Video Overviews“ in NotebookLM an den Start. Sie generiert aus hochgeladenen Forschungsmaterialien 60-sekündige Vertikal-Videos mit Sprachausgabe und KI-Bildern. Gedacht ist das Tool für alle, die dichte Dokumente schnell auf dem Smartphone erfassen wollen – zunächst auf Englisch für Abonnenten der Premium-Stufen.

Auf dem Mac ist seit heute die Gemini Spark App verfügbar. Sie automatisiert Routineaufgaben wie das Sortieren von Dateien, das Erstellen von Tabellen aus Rechnungen oder die Terminplanung. Google kündigte an, dass Integrationen mit Drittanbietern wie Canva, Dropbox, Instacart und Zillow Rentals in der kommenden Woche schrittweise freigeschaltet werden.

Besonders ambitioniert zeigt sich der Konzern im Bildungsbereich. Seit dem 29. Juni rollt Google KI-gestützte Tools für Chromebooks und Klassenzimmer aus. Dazu gehören lehrergeführte KI-Aktivitäten, ein fokussierter Lernmodus sowie spezielle Übungstests für ACT und GRE, bereitgestellt durch den Princeton Review. Um die Lehrkräfte mitzunehmen, startet die Google AI Educator Series – sie soll sechs Millionen Pädagogen in den USA schulen.

Apple erweitert Creator Studio mit lokaler KI

Auch Apple legt nach: Der iPhone-Konzern hat sein Creator Studio umfassend aufgerüstet. Final Cut Pro erhält automatische Untertitelgenerierung und eine Funktion zur Erkennung von Schnitten. Für Mac-Nutzer kommt ein neues „Auto Mask“-Feature hinzu.

Die weiteren Kreativ-Apps profitieren ebenfalls: Pixelmator Pro kann jetzt Text-zu-Bild-Generierung, Logic Pro wurde mit einem überarbeiteten Chord-ID-System ausgestattet. Auch die Produktivitätsanwendungen Keynote, Pages, Numbers und Freeform bekamen Layout-Verbesserungen. Die Preise für die Profi-Software bleiben stabil – Final Cut Pro kostet umgerechnet rund 330 Euro, Logic Pro knapp 220 Euro.

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Chromebooks im Unternehmen: 700.000 Euro Ersparnis

Dass die Plattformen auch im großen Stil funktionieren, zeigt ein Praxisbeispiel vom 30. Juni: Der Industriekonzern Turner Industries stellte seine IT-Infrastruktur auf ChromeOS um. Das Unternehmen stattete seine 21.000 Mitarbeiter mit 1.200 Chromebooks aus – und senkte die Kosten pro Gerät um 40 bis 50 Prozent. Die Einsparung: umgerechnet rund 700.000 Euro. Die neue Hardware soll bis zu zehn Jahre im Einsatz bleiben.

Doch der Erfolg hängt stark von der individuellen Anpassung ab. Marktforscher fanden heraus, dass 72 Prozent aller Chromebook-Nutzer innerhalb des ersten Monats fünf oder mehr Erweiterungen installieren. Eine Studie der University of Michigan aus diesem Jahr belegt: Produktivitätserweiterungen sparen Büroangestellten durchschnittlich 3,4 Stunden pro Woche. Und wer seine Tabs im Griff hat, kann den Arbeitsspeicher bei Geräten mit 4GB RAM um bis zu 40 Prozent entlasten.

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Neue Werkzeuge für Entwickler und mobile Tippprofis

Auch im Entwicklerbereich tut sich etwas: Cursor hat eine öffentliche Beta seiner iOS-App gestartet – nur wenige Tage, nachdem SpaceX das Unternehmen für umgerechnet rund 55 Milliarden Euro übernommen hatte. Die App erlaubt es Entwicklern, KI-Coding-Agenten zu überwachen, Aufgaben zu verwalten und Pull-Requests per Mobilgerät zu prüfen. Sprachsteuerung und Push-Benachrichtigungen machen die Fernsteuerung der Entwicklungsumgebung möglich.

Im Bereich der mobilen Eingabe bringt Acti eine sogenannte „agentische Tastatur“ für iOS und Android auf den Markt. Das Startup, das eine Seed-Finanzierung von 4,9 Millionen Euro von BITKRAFT Ventures erhielt, setzt auf Gemini als Antrieb. Die Tastatur bietet programmierbare Kurzbefehle namens „Skills“. Gründer Young Wang berichtet, dass Tester vor dem Launch bereits über 1.000 eigene Skills erstellt hatten. Ein lokales Modell soll die Datensicherheit gewährleisten.

Sicherheit im digitalen Klassenzimmer

Zum Abschluss der Update-Welle hat Canva seine Sicherheitskontrollen für Schüler verschärft. Neue Administrationswerkzeuge erlauben es Schulbezirken, die Freigabe von Designs zu steuern und Kommentarverläufe einzusehen. Hintergrund sind wachsende Sorgen über den Missbrauch von Kommunikationsfunktionen auf gemeinsam genutzten Bildungsgeräten.