Google und der Online-Marktplatz Refurbed haben in Mailand eine Kooperation vorgestellt, die ältere Computer vor dem vorzeitigen Elektroschrott bewahren soll.
Über eine gezielte Migration auf das Betriebssystem ChromeOS Flex sollen Rechner weiterbetrieben werden können, die die technischen Voraussetzungen für Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 11 nicht erfüllen. Für die Umstellung setzen die Partner unter anderem auf einen speziell vorbereiteten USB-Stick, der den Wechsel erleichtern soll.
Geringe Hardwarehürden gegen drohenden Elektroschrott
Hintergrund der Initiative sind die hohen Hardware-Anforderungen von Windows 11, zu denen unter anderem TPM 2.0, Secure Boot sowie neuere Prozessorgenerationen gehören. Während im Unternehmenssektor schätzungsweise 2,8 Prozent der verbleibenden Windows-10-Rechner technisch nicht aktualisiert werden können, liegt dieser Anteil im Privatkundensektor bei 40 bis 50 Prozent.
Refurbed-Mitgründer Kilian Kaminski wies darauf hin, dass durch das Auslaufen der regulären Unterstützung für Windows 10 rund 41 Millionen funktionstüchtige Computer obsolet zu werden drohten.
Diese Größenordnung stützt eine Untersuchung von Fraunhofer Austria: Demnach verbleiben nach dem Ende des erweiterten Support-Programms (ESU) am 12. Oktober 2027 rund 41 Millionen Rechner in den 27 EU-Staaten ohne Sicherheitsaktualisierungen, da sie nicht mit Windows 11 kompatibel sind.
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Allein auf Italien entfallen laut der Studie 5,47 Millionen dieser Geräte. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer um zwölf Monate für diese 41 Millionen europäischen Geräte würde der Untersuchung zufolge 1.172 Tonnen Elektroschrott und etwa 320.000 Tonnen CO2 vermeiden; auf Italien entfielen dabei 156 Tonnen Elektroschrott und 43.000 Tonnen CO2.
Google-Manager Ted Briggs hob das Betriebssystem ChromeOS Flex als Möglichkeit hervor, älteren Geräten ein zweites Leben zu verschaffen.
Rollout über USB-Sticks und Systemvoraussetzungen
Um die Umstellung niedrigschwellig zu gestalten, bietet Refurbed den vorkonfigurierten Installationsstick ab November über refurbed.it gegen eine reine Versandgebühr von 3 Euro auf gemeinnütziger Basis an. Der Stick ist sowohl für Windows-PCs als auch für Macs geeignet und erlaubt es Anwendern, das System vor einer festen Einrichtung auszuprobieren.
Alternativ lässt sich das kostenlose Betriebssystem in vier Schritten über eine Chrome-Erweiterung auf einem eigenen USB-Datenträger mit mindestens 16 GB Speicherplatz erstellen. Da bei der eigentlichen Installation der interne Speicher vollständig gelöscht wird, ist eine vorherige Datensicherung erforderlich.
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Google setzt für ChromeOS Flex x86-64-Bit-Prozessoren von Intel oder AMD, 4 GB Arbeitsspeicher, 16 GB internen Speicher, USB-Bootfähigkeit sowie vollen BIOS-Administratorzugriff voraus.
In der Regel werden Rechner und zahlreiche Tablets mit Prozessoren ab dem Baujahr 2013 sowie Grafikchips von NVIDIA ab 2015 unterstützt, während Chipsätze vor 2012 beziehungsweise Grafikprozessoren vor 2014 Probleme bereiten können.
Eine Garantie für Kernfunktionen wie Audio, WLAN, Touchscreen oder Bluetooth übernimmt Google nur bei zertifizierten Hardwaremodellen, deren Liste fortlaufend erweitert wird.
Energieeffizienz und langfristige Plattformpläne
Nach Angaben von Google benötigt ChromeOS Flex im Schnitt 19 Prozent weniger Energie als herkömmliche Systeme, während Softwareupdates automatisch im Hintergrund eingespielt werden. Anfang Oktober 2026 erreichte die Version 16805.33.0 den stabilen Kanal.
Berichten zufolge beabsichtigt Google, ChromeOS noch bis 2034 zu pflegen. Perspektivisch zeichnet sich zudem die Entwicklung eines gemeinsamen Hybrid-Systems aus Android und ChromeOS unter der Bezeichnung Googlebook OS ab.

