Cisco FMC: Kritische Lücke wird aktiv angegriffen – Patch bis 1. August

Aktive Angriffe auf Cisco Secure FMC: US-Behörde CISA verpflichtet Bundesstellen zu schnellem Patch bis Anfang August.

Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen und Behörden stehen vor einer dringenden Herausforderung: Eine neu entdeckte Schwachstelle in Cisco-Infrastrukturen wird derzeit aktiv für Cyberangriffe genutzt. Im Fokus steht das Cisco Secure Firewall Management Center (FMC), in dem eine Sicherheitslücke den Zugriff durch unbefugte Dritte ermöglicht. Aufgrund der akuten Bedrohungslage haben US-Sicherheitsbehörden bereits reagiert und verbindliche Fristen für Schutzmaßnahmen gesetzt.

Sicherheitslücke durch statische Anmeldeinformationen

Die als CVE-2026-20316 identifizierte Schwachstelle betrifft das Cisco Secure FMC. Es handelt sich dabei um ein Problem mit statischen Anmeldeinformationen. Dieser Fehler erlaubt es einem nicht authentifizierten Remote-Angreifer, sich an einem betroffenen System anzumelden. Der Zugriff erfolgt dabei über ein Konto mit niedrigen Berechtigungen.

Obwohl die Schwachstelle auf der Common Vulnerability Scoring System-Skala (CVSS) mit einem Wert von 5.3 eingestuft wird, bewertet Cisco das Risiko intern als „Hoch“. Grund für diese Hochstufung ist die sogenannte Verkettbarkeit: Angreifer könnten den ersten Zugriff mit niedrigen Privilegien nutzen, um im weiteren Verlauf tiefer in das Netzwerk einzudringen oder weitere Schwachstellen auszunutzen. Entdeckt und gemeldet wurde der Fehler durch den Sicherheitsforscher Jimi Sebree von der Organisation Horizon3.ai.

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CISA setzt strikte Fristen für Bundesbehörden

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) hat die Schwachstelle am 30. Juli 2026 in ihren Katalog der bekanntlich ausgenutzten Schwachstellen (Known Exploited Vulnerabilities – KEV) aufgenommen. Dieser Schritt unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage, da nur Lücken in diesen Katalog aufgenommen werden, für die Belege über eine aktive missbräuchliche Verwendung vorliegen.

Für US-Bundesbehörden ist die Aufnahme in den KEV-Katalog mit einer verbindlichen Handlungsaufforderung verbunden. Diese Organisationen müssen ihre betroffenen Systeme bis spätestens zum 1. August 2026 patchen, um die Sicherheitslücke zu schließen. Diese sehr kurze Frist verdeutlicht den Zeitdruck, unter dem Administratoren stehen, um potenzielle Einfallstore für staatliche oder kriminelle Akteure zu schließen.

Hotfixes und Identifizierung von Kompromittierungen

Cisco hat bereits reagiert und Software-Korrekturen zur Verfügung gestellt. Hotfixes wurden für eine breite Palette von Versionen veröffentlicht, darunter die Versionen 7.0, 7.2, 7.4, 7.6, 7.7 sowie die Version 10.0 des Secure Firewall Management Centers.

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Um Administratoren bei der Untersuchung ihrer Systeme zu unterstützen, hat das Unternehmen zudem Hinweise auf eine mögliche Kompromittierung (Indicators of Compromise, IoC) veröffentlicht. Ein spezifisches Anzeichen für einen erfolgreichen Angriff ist die Existenz der Datei /var/tmp/license.tmp in den System-Logs. Das Vorhandensein dieser Datei kann darauf hindeuten, dass die Schwachstelle bereits ausgenutzt wurde.

Zusätzlich hat Cisco ein bestehendes Advisory für eine weitere kritische Schwachstelle aktualisiert. Dabei handelt es sich um CVE-2026-20079, eine Authentifizierungsumgehung mit der höchstmöglichen Risikobewertung von CVSS 10.0. Auch für diesen Fall wurden aktualisierte IoCs bereitgestellt, um betroffenen Unternehmen eine umfassende Absicherung ihrer Netzwerkinfrastruktur zu ermöglichen. Experten raten dazu, die bereitgestellten Updates umgehend einzuspielen und die Logs systematisch auf die genannten Indikatoren zu prüfen.