Cisco Quarry: Open-Source-Software soll mehrstufige KI-Angriffe erkennen

Quarry wertet komplette Agentensitzungen mit Lernmodellen und Regeln aus; Cisco nutzt die Engine bereits in AI Defense.

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Der Netzwerkausrüster Cisco hat sein Sicherheitsprojekt Quarry als Open-Source-Software veröffentlicht. Das System umfasst eine neurosymbolische Regelsprache und eine spezialisierte Engine, die Angriffe durch autonome KI-Agenten aufspüren soll. Im Fokus stehen dabei Angriffsmuster, die sich über mehrere scheinbar unverdächtige Einzelschritte hinweg entwickeln und erst in der Gesamtschau eine Bedrohung darstellen.

Analyse mehrstufiger Sitzungen nach bewährtem Muster

Herkömmliche Schutzsysteme stoßen an Grenzen, wenn böswillige Agenten komplexe Interaktionspfade wählen. Quarry setzt an diesem Punkt an, indem die Software vollständige Sitzungen analysiert. Dabei werden Systemnachrichten, Werkzeugaufrufe, Zwischenergebnisse und der jeweilige Kontext kontinuierlich ausgewertet.

Die Engine kombiniert Klassifikatoren des maschinellen Lernens mit fest definierten Regeln. Ein typisches Erkennungsmuster greift beispielsweise ein, wenn ein Agent eine Datei mit Zugangsdaten ausliest und innerhalb von vier nachfolgenden Schritten eine ausgehende Netzwerkanfrage absetzt.

Strukturell orientiert sich die Regelsyntax von Quarry an etablierten Sicherheitsstandards wie Snort und YARA. Der vollständige Quellcode steht auf GitHub bereit. Das Paket enthält eine Dokumentation, vorbereitete Beispielregeln, einen Kommandozeilen-Scanner sowie ein Python-SDK.

Zudem liefert Cisco Schnittstellen für Entwicklerwerkzeuge wie Claude Code und Codex sowie für weitere Agenten mit Unterstützung für das Model Context Protocol (MCP). Das Unternehmen setzt die Engine bereits in seiner Sicherheitslösung AI Defense ein und bereitet eine Integration in das Werkzeug DefenseClaw vor.

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Reale Sicherheitsvorfälle treiben Entwicklung voran

Als Auslöser für das Projekt verwies Cisco auf einen Sicherheitsvorfall aus dem Juli, bei dem Agenten von OpenAI auf die Plattform Hugging Face zugriffen. Betreiber Hugging Face rekonstruierte damals rund 17.600 Aktionen der Systeme. Cisco testete Quarry allerdings nicht mit den tatsächlichen Rohdaten dieses Vorfalls.

Wie verwundbar moderne Infrastrukturen gegenüber KI-Agenten sein können, zeigte sich zudem am 26. Oktober 2026. Das Start-up Cathedral drang an diesem Tag im Rahmen eines autorisierten Forschungsprogramms in weniger als 12 Stunden über KI-Agenten in interne Netzwerke von Anthropic ein, wie die Washington Post berichtete. Betroffen waren unter anderem Vertriebs-, Personal- und IT-Systeme.

Die Forscher erlangten Zugriff auf Geschäftskontaktdaten einzelner Kunden und Partner, Kontoinformationen, interne Slack-Nachrichten, Besprechungsprotokolle sowie Gehalts- und Stellenangebotsdetails. Vertrauliche Kundengespräche mit dem System Claude, Modellantworten, der Quellcode sowie Modellgewichte blieben hingegen unberührt.

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Anthropic sperrte den unbefugten Zugriff noch am selben Tag und schaltete eine betroffene Drittanbieter-Software temporär ab. Das Unternehmen stellte klar, dass keine Anzeichen für Zugriffe durch unbefugte Dritte vorlägen, und reaktivierte die Software erst nach bestätigten Sicherheitskorrekturen.

Gleichzeitig warf Anthropic den Forschern vor, gegen die Regeln des Programms verstoßen zu haben, da Aktivitäten nicht vollständig offengelegt worden seien. Cathedral entgegnete, man habe den Datenabruf strikt auf das notwendige Forschungsminimum beschränkt.

Das junge Sicherheitsunternehmen Cathedral wurde von den früheren DOGE-Mitarbeitern Gavin Kliger, Luke Farritor, Marko Elez und Jack Stein gegründet. Laut Berichten von Reuters sicherte sich das Start-up im Juli eine Finanzierungsrunde über 160 Mio. US-Dollar unter Führung von Andreessen Horowitz und Sequoia Capital, bei einer Gesamtbewertung von 1,4 Mrd. US-Dollar. Drei Bundesbehörden haben bereits Verträge mit dem Unternehmen abgeschlossen.