Cisco und NVIDIA bringen KI an den Rand des Netzwerks

Die strategische Partnerschaft kombiniert Hardware und Sicherheit, um die Bereitstellung von Unternehmens-KI zu beschleunigen und Echtzeitanalysen vor Ort zu ermöglichen.

Cisco und NVIDIA erweitern ihre KI-Architektur, um Echtzeit-KI direkt in Krankenhäusern und Fabriken zu ermöglichen. Die am 16. März vorgestellte Partnerschaft soll die Einführung von Unternehmens-KI von Monaten auf Wochen verkürzen. Ein vorintegriertes System aus Rechenleistung, Netzwerk und Sicherheit soll die Hürden für verteilte Intelligenz senken.

KI verlässt das Rechenzentrum

Bislang benötigte Unternehmens-KI massive, zentrale Rechenzentren. Das ändert sich nun grundlegend. Cisco integriert NVIDIAs RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition GPUs in seine UCS- und Edge-Systeme. Diese Hardware erlaubt es, kritische KI-Berechnungen direkt vor Ort durchzuführen – etwa in Kliniken, auf Produktionsfluren oder in Fahrzeugen.

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„Die Latenz im Netzwerk darf hier keine Rolle mehr spielen“, so die Logik der Partner. Indem die Rechenleistung dorthin verlagert wird, wo die Daten entstehen, können Pilotprojekte in den vollständigen Produktivbetrieb übergehen. Für deutsche Industrieunternehmen, die auf Echtzeit-Analysen in der Fertigung setzen, ist das ein entscheidender Schritt.

Netzwerk-Hardware der nächsten Generation

Moderne KI-Modelle erzeugen gewaltige Datenströme. Um diese zu bewältigen, führt die Partnerschaft leistungsstarke Netzwerk-Hardware ein. Herzstück ist der neue Cisco N9100 Switch mit 102,4 Terabit pro Sekunde (Tbps), basierend auf NVIDIAs Spectrum-6-Chip. Ergänzt wird er durch Ciscos eigenen Silicon One G300 Chip mit gleicher Leistung.

Kunden haben maximale Flexibilität: Sie können die Systeme in NVIDIA- oder Cisco-Referenzarchitekturen einbetten und zwischen den Betriebssystemen Cisco NX-OS oder dem Open-Source-System SONiC wählen. Die Verwaltung vereinfacht die Plattform Cisco Nexus Hyperfabric, die die Bereitstellung von GPU-Clustern und Speichersystemen automatisiert.

Sicherheit für autonome KI-Agenten

Je autonomer KI-Systeme werden, desto größer wird das Sicherheitsrisiko. Cisco baut daher seine Hybrid Mesh Firewall direkt in die Architektur ein. Die Sicherheitsrichtlinien werden auf NVIDIAs BlueField Data Processing Units (DPUs) durchgesetzt, die in den GPU-Servern stecken. So können Bedrohungen bereits auf Server-Ebene abgewehrt werden, bevor sie Kern-Daten erreichen.

Zudem erweitert Cisco AI Defense seine Fähigkeiten, um komplexe Multi-Agenten-Systeme zu schützen. Die Plattwork überwacht nun auch Agenten, die mit NVIDIAs OpenShell entwickelt wurden, und integriert NVIDIA NeMo Guardrails. Unternehmen können so autonome Workflows mit deutlich reduziertem Risiko einsetzen.

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Telekommunikationsanbieter als KI-Partner

Die Partner sehen einen Schlüsselakteur am Netzwerkrand: die Telekommunikationsbranche. Für sie wurde das Cisco AI Grid mit NVIDIA entwickelt. Dieser Referenzentwurf kombiniert Ciscos Mobility Services Platform mit NVIDIA Blackwell-GPUs.

Telekommunikationsunternehmen können so ihre bestehende Netzinfrastruktur nutzen, um verwaltete Dienste für Edge-KI-Anwendungen anzubieten. Da Mobilfunknetze die „letzte Meile“ der Konnektivität kontrollieren, verwandelt diese Hardware Standard-Mobilfunkstandorte in intelligente Hochleistungs-Rechenzonen – ein interessantes Geschäftsfeld für Anbieter wie die Deutsche Telekom.

Marktkontext und Wettbewerb

Die Ankündigung fällt in einen hoch kompetitiven Markt. Die strategische Allianz mit NVIDIA ist Ciscos Antwort auf Netzwerk-Rivalen wie Arista Networks, die im Hochleistungs-Ethernet-Switching führen. Auch im Cybersecurity-Sektor drängen Wettbewerber wie Fortinet mit KI-gestützten Sicherheitslösungen.

Geschäftlich profitiert Cisco bereits kräftig vom KI-Boom. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Netzwerk-Umsätze um 21 Prozent auf 8,29 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur treibt das Geschäft an. Durch die vertiefte Integration in NVIDIas Ökosystem positioniert sich Cisco als unverzichtbarer Grundversorger für die komplexe KI-Vernetzung von Unternehmen.

Ausblick: KI-Integration beschleunigt sich

Die Verschmelzung von Netzwerk, Rechenleistung und Sicherheit in einer validierten Architektur wird die Einführung von Unternehmens-KI 2026 deutlich beschleunigen. Mit der wachsenden Komplexität der Modelle und der Verbreitung autonomer Agenten steigt die Nachfrage nach sicherer, latenzarmer Edge-Computing-Infrastruktur weiter.

Beobachter erwarten, dass die Zusammenarbeit von Cisco und NVIDIA weitere Fortschritte bei der verteilten Intelligenz bringen wird – besonders in stark regulierten Branchen mit strengen Datenschutzvorgaben. Indem die Partnerschaft die Reibungsverluste bei Multi-Vendor-Integrationen reduziert, setzt sie einen neuen operativen Standard für den Aufbau der KI-Fabriken der nächsten Generation.