Am 7. Oktober 2026 hat Cisco auf der hauseigenen Konferenz WebexOne 2026 im texanischen Austin angekündigt, seine Kollaborationsplattform Webex zu einer Arbeitsumgebung für KI-Agenten umzubauen.
Kern des Vorhabens ist die direkte Einbindung von Anthropics Claude Managed Agents sowie Lösungen weiterer Anbieter in Arbeitsbereiche, Meetings und Telefongespräche. Die Agenten sollen eigenständig Daten analysieren, Inhalte erstellen und koordinierte Arbeitsschritte auf Basis des geteilten Teamkontexts ausführen.
Plattformoffener Ansatz und kollaborative Assistenz
Die Neuausrichtung folgt einem herstellerübergreifenden Modell. Neben den Modellen von Anthropic integriert Cisco auch die sogenannten Dots Agents von OpenAI. Während Kontextdaten aus Nachrichten, Videokonferenzen und Telefonaten über Schnittstellen bereits an OpenAI Dots übertragen werden können, soll das System künftig als dauerhaft aktiver Agent direkt in Webex bereitstehen.
Im Arbeitsalltag sollen die Software-Agenten Teams unmittelbar unterstützen. So kann etwa ein Analyse-Agent per Markierung Nutzungsdaten zusammentragen, während ein Präsentations-Agent Folien in Echtzeit anpasst. Die Zugriffsrechte verbleiben dabei unter der Kontrolle der jeweiligen Organisation und werden über vordefinierte Rollen sowie freigegebene Konnektoren und Anwendungen gesteuert.
Jeetu Patel, President und Chief Product Officer bei Cisco, betonte auf der Veranstaltung, dass es in der nächsten Phase der Arbeitswelt nicht mehr darum gehe, Chatbots nachträglich auf bestehende Werkzeuge aufzusetzen.
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Neue Agenten-Architektur und erweiterte Infrastruktur
Als technisches Fundament präsentierte Cisco die Komponente Dialog für die Webex AI Agent Platform. Das Framework ermöglicht die Ausführung komplexer Aufgaben über längere Zeiträume, speichert Kundenkontexte persistent, lernt selbstständig hinzu und greift auf Sicherheitsleitplanken von Cisco AI Defense sowie Telemetriedaten von Splunk zurück.
Gesteuert wird das System über die Plattform AI Agent 360. Für Kundendienstszenarien entwickelte Agenten sind darauf ausgelegt, Arbeitsabläufe auch nach Beendigung eines Gesprächs autonom weiterzuführen.
Bereits für November 2026 kündigte der Konzern die Bereitstellung von RoomOS 27 an. Das Konferenzraum-Betriebssystem integriert unter anderem native Unterstützung für Google Meet neben Webex, Microsoft Teams und Zoom, bindet Splunk an und stellt einen KI-Assistenten in 32 Sprachen bereit.
Zeitplan und Integration in bestehende Telefonie
Erweiterungen meldete Cisco auch für seine Sprachinfrastruktur. Für Webex Calling umfasst der KI-Assistent Funktionen wie die Erkennung von Anruferabsichten, Übergabezusammenfassungen, Stimmungsanalysen und einen Übersetzungsservice, der zunächst für zehn Sprachen in kontrollierter Verfügbarkeit bereitgestellt wird.
Zudem stellte Cisco einen automatisierten, mehrsprachigen Empfangsdienst sowie persönliche Assistenten für Webex Calling vor. Über Cloud Intelligence will Cisco diese KI-Funktionen für mehr als 30 Millionen Nutzer des lokalen Unified Communications Manager der Versionen 16 und 17 bereitstellen, ohne dass eine vollständige Cloud-Migration erforderlich ist.
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Insgesamt verzeichnet Cisco über verschiedene Bereitstellungsmodelle hinweg mehr als 80 Millionen Calling-Nutzer, davon über 20 Millionen bei Webex Calling.
Der Großteil der neuen Funktionen, darunter die Integration der Claude Managed Agents sowie eine grundlegend überarbeitete Webex-Anwendung, ist für Anfang 2027 beziehungsweise das erste Quartal 2027 geplant. Die erweiterten Kollaborationsfunktionen sollen als Zusatzangebot bereitgestellt werden; genaue Preise nannte Cisco zum Vorstellungszeitpunkt noch nicht.

