Claude: Anthropic öffnet Premium-Funktionen für kostenlose Nutzer

Anthropic stellt drei bisher kostenpflichtige Claude-Funktionen gratis bereit. Der neue Speicher berücksichtigt Datenschutz und bleibt in Firmenkonten deaktiviert.

Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat den Funktionsumfang der kostenlosen Version seines Sprachmodells Claude signifikant erweitert. Drei Funktionen, die zuvor ausschließlich zahlenden Abonnenten vorbehalten waren, stehen nun auch in der Gratis-Variante zur Verfügung. Kernstück dieser Aktualisierung ist die Einführung eines zentralen Speichersystems, das die Interaktion mit dem Chatbot nachhaltiger gestalten soll.

Claude-Speicher vereint Konversation und Zusammenarbeit

Die Einführung des sogenannten Claude-Speichers (Memory) markiert einen strategischen Schritt, um die Nutzererfahrung über einzelne Sitzungen hinweg zu verbessern.

Diese Funktion ermöglicht es dem System, Informationen aus vergangenen Dialogen zu behalten und so eine Brücke zwischen einfachem Chat und aktiver Zusammenarbeit (Cowork) zu schlagen. Während solche Funktionen bisher Premium-Nutzern vorbehalten waren, ist der Speicher nun für die Kontotypen Free, Pro und Max standardmäßig aktiviert.

Anthropic betont dabei die Souveränität der Anwender über ihre Daten. Nutzer haben die Möglichkeit, ihre gespeicherten Erinnerungen nach Themen sortiert einzusehen.

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Das System erlaubt es zudem, gezielt einzelne Einträge zu bearbeiten oder zu löschen, falls Informationen nicht länger im Gedächtnis des Modells verbleiben sollen. Eine rückwirkende Speicherung findet laut Unternehmensangaben nicht statt; der Prozess beginnt erst mit der Bereitstellung der Funktion für den jeweiligen Account.

Fokus auf Datenschutz und sensible Themen

Ein wesentlicher Aspekt der Neuerung betrifft den Umgang mit sensiblen Daten. Anthropic hat Filter implementiert, die bestimmte Kategorien von der automatischen Speicherung ausschließen. Dazu zählen Informationen zu Gesundheit, Politik, Religion sowie Angaben zu ethnischer Herkunft, Rasse oder der Geschlechtsidentität. Diese sensiblen Themenbereiche sind standardmäßig vom Speicher ausgeschlossen, um den Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten.

Anwender, die dennoch eine dauerhafte Hinterlegung solcher Informationen wünschen, müssen dies aktiv über eine Opt-in-Einstellung in den Kontoeinstellungen festlegen. Damit reagiert das Unternehmen auf die komplexen Anforderungen an den Datenschutz bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz im privaten und beruflichen Umfeld.

Differenzierte Regelungen für Unternehmen und Entwickler

Für professionelle Anwender in Team- oder Enterprise-Umgebungen gelten abweichende Regeln. In diesen Organisationskonten ist die Speicherfunktion werkseitig deaktiviert. Die Entscheidung über eine Aktivierung obliegt allein den Administratoren, was der IT-Sicherheit und den unternehmensinternen Compliance-Richtlinien Rechnung trägt.

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Eine technische Besonderheit besteht zudem bei dem Werkzeug Claude Code. Dieses ist vom allgemeinen Speicher des Systems ausgenommen und behält einen separaten Speicherbereich. Damit wird sichergestellt, dass Programmieraufgaben und allgemeine Konversationen datentechnisch getrennt bleiben können.

Nutzer, die Claude über mobile Endgeräte mit den Betriebssystemen iOS oder Android verwenden, müssen für den Zugriff auf die neuen Funktionen sicherstellen, dass sie die jeweils aktuellste Version der entsprechenden App installiert haben.

Mit dieser Erweiterung des kostenlosen Zugangs verschärft Anthropic den Wettbewerb im Markt der KI-Assistenten, indem bisherige Alleinstellungsmerkmale der Bezahlmodelle einer breiteren Basis zugänglich gemacht werden.