Anthropic hat am 7. Oktober 2026 die Version 2.1.293 seines Entwicklerwerkzeugs Claude Code veröffentlicht und darin eine kurz zuvor eingeführte Fehlerbehebung für Cloud-Sitzungen wieder rückgängig gemacht. Betroffen ist eine Änderung aus Version 2.1.290, die am 5. Oktober 2026 um 18:12 UTC über npm bereitgestellt worden war.
Jene Anpassung sollte verhindern, dass Cloud-Sitzungen nach einem Neustart des Containers inaktiv blieben, wenn ein Aufwachbefehl über die Schleifenfunktion (/loop) oder eine geplante Aufgabe verloren ging. Die Fehlerbehebung hatte lediglich einen Tag und 23 Stunden Bestand, bevor das Entwicklerteam sie wieder verwarf. Einen Grund für diesen Schritt nannte Anthropic nicht.
Es handelt sich nicht um den einzigen Revert in der neuen Softwareversion. Die Entwickler nahmen zudem eine Änderung an den Ablehnungsnachrichten im automatischen Modus zurück, die aus Version 2.1.281 vom 23. September 2026 stammte und 14 Tage lang aktiv geblieben war.
Neues Standardmodell und Anpassungen der Tarife
Neben den Rücknahmen bringt das Update auf Version 2.1.293 auch funktionale Neuerungen. So führt die Software Claude Haiku 5.5 (claude-haiku-5-5) als neues Standardmodell der Haiku-Reihe für die Anthropic-API ein. Das Modell bietet ein Kontextfenster von 1 Million Token.
Die Abrechnung erfolgt gestaffelt: Bei Prompts mit einem Umfang von bis zu 100.000 Token fallen 0,10 US-Dollar pro Million Eingabe-Token sowie 0,50 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token an. Bei Prompts über 100.000 Token liegen die Kosten bei 0,50 US-Dollar für die Eingabe und 2,50 US-Dollar für die Ausgabe je Million Token.
Zahlreiche Fehlerbehebungen im Terminal-Client
Darüber hinaus enthält die Aktualisierung eine Reihe technischer Korrekturen. Behoben wurde unter anderem ein Speicherleck bei HTTP-Verbindungen über das Model Context Protocol (MCP), bei denen Anfragen bis zum Ende der Verbindung im Arbeitsspeicher gehalten wurden. Zudem verlängerten die Entwickler das Intervall zur Synchronisation von Fertigkeiten für claude.ai ohne aktive Sitzung von zehn auf etwa 40 Minuten.
Weitere Fehlerbehebungen betreffen die Kontextkompression. In früheren Versionen stufte Claude die eigene letzte Aktion vor dem Komprimierungsvorgang fälschlicherweise als bereits erledigt ein und machte diese rückgängig oder führte sie doppelt aus. Auch ein Problem mit Nachrichtenverlusten beim Verschieben einer laufenden Sitzung in den Hintergrund über die linke Pfeiltaste wurde beseitigt.
Korrekturen gab es ferner beim Befehl zur Modellsteuerung (/model-effort), der zuvor die Grenzwerte der niedrigsten oder höchsten Stufe überschreiten konnte, sowie beim Terminal-Befehl (/tui), der Claude im Chrome-Browser bei gesetztem Parameter abtrennte und den Abschalt-Parameter ignorierte.
Bereinigungen erfolgten auch bei CLI-Befehlen zur Sitzungsverwaltung: Befehle zum Protokollieren, Stoppen, Beenden oder Entfernen meldeten Nutzer bei abgelaufener Anmeldung versehentlich ab. Der Löschbefehl für Altbestände stoppte zuvor ohne Rückmeldung, anstatt verbliebene Reste zu entfernen und den Fehlerstatus 1 auszugeben.
Für Unteragenten führt die Version das Feld agentType in der Statuszeile ein und ergänzt das Attribut isDeferred bei der Werkzeugregistrierung. Für Arbeitsgruppen- und Unternehmenskonten werden Richtlinien und verwaltete Einstellungen nun früher geladen, blockierte Anfragen nach drei Sekunden wiederholt und Namen von Agenten sowie MCP-Servern mit Nicht-ASCII-Zeichen alphabetisch sortiert. Zudem begrenzt das System Telemetrie-Ereignisse künftig auf maximal 100 Agenten- und 100 MCP-Ressourcen-Ereignisse pro Eingabe.

