Das KI-Unternehmen Anthropic hat am 17. September 2026 eine Beta-Version von Claude Code Projects gestartet. Die neue Funktion organisiert Programmieraufgaben nach einem koordinierten Multi-Agenten-Prinzip: Anwender formulieren ein Entwicklungsziel, woraufhin ein Koordinator-Agent die Vorgabe in mehrere parallele Arbeitsstränge zerlegt.
Diese Threads laufen als voneinander unabhängige Cloud-Sitzungen ab, verfügen jeweils über eine eigene Codekopie samt eigenem Git-Branch und übernehmen die Prüfung sowie Zusammenfassung der Ergebnisse.
Parallele Ausführung und Versionsverwaltung
Das System trennt die Bearbeitung bewusst auf Ebene der Versionskontrolle. Treten bei den parallelen Arbeiten überlappende Änderungen am Quelltext auf, erzeugt die Software Merge-Konflikte, die der Entwickler selbst entscheiden muss. Ein stilles Überschreiben von Code findet laut Herstellerangaben nicht statt.
Ein Übersichtsfenster gruppiert die einzelnen Threads nach ihrem aktuellen Bearbeitungsstatus. Der Fortschritt lässt sich sowohl im Hauptchat als auch pro Thread verfolgen, wobei Eingriffe und Korrekturen auch über das Smartphone vorgenommen werden können.
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Für den Erhalt des Arbeitskontexts stellt Anthropic ein Projektgedächtnis bereit. Über eine Datei namens MEMORY.md und Instruktionen mit einem Umfang von bis zu 16.000 Zeichen werden technische Entscheidungen festgehalten. Eine zentrale Bibliothek sammelt anfallende Dateien und Artefakte für das Projekt.
Die zugrunde liegenden Modelle und der Rechenaufwand lassen sich getrennt für den Koordinator und die ausführenden Worker festlegen. Standardmäßig kommt das Modell Opus zum Einsatz, wobei der Rechenaufwand für Threads auf hoch und für die Konversation auf niedrig voreingestellt ist.
Begrenzte Verfügbarkeit und geteilte Kontingente
Die Beta-Phase steht seit dem 17. September zunächst nur einem Teil der Abonnenten der Tarife Pro und Max offen, die Cloud-Sitzungen nutzen und noch keine bestehenden Projekte angelegt haben. Eine Erweiterung auf die Abonnements Team und Enterprise ist geplant. Interessierte Nutzer können sich auf eine Warteliste setzen lassen.
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Anthropic sieht für Claude Code Projects keine separate Preisgestaltung vor. Claude Code ist nicht im kostenlosen Tarif enthalten; das Pro-Abonnement liegt bei 20 US-Dollar pro Monat beziehungsweise 200 US-Dollar pro Jahr zuzüglich Steuern.
Das Unternehmen hat zudem eine lokale Ausführung angekündigt, hierfür jedoch noch kein konkretes Datum genannt. Über das Terminal sowie über Cloud-Plattformen wie Bedrock, Google Cloud oder Microsoft Foundry ist die Funktion derzeit nicht verfügbar.
Die Nutzungslaufzeiten sind strikt begrenzt: Jeder einzelne Thread operiert als vollständige Cloud-Sitzung und verbraucht die jeweiligen Kontingente entsprechend. Vier gleichzeitig aktive Threads können das Limit viermal schneller erschöpfen.
Die Begrenzungen für Fünf-Stunden-Fenster sowie für Wochenzyklen werden mit der Web- und App-Nutzung geteilt. Über sämtliche Projekte hinweg ist die Erstellung neuer Threads auf maximal 200 pro Tag gedeckelt, wobei sich der Verbrauch für jedes Projekt separat einsehen lässt.

