Claude Code verdrängt GitHub Copilot: KI-Agenten erreichen 90% Marktpenetration

JetBrains-Studie zeigt: Claude Code verdrängt GitHub Copilot als meistgenutztes KI-Tool. 90 Prozent der Entwickler setzen wöchentlich auf KI-Agenten.

Die Nutzung von KI-Agenten in der Softwareentwicklung hat sich fest im Arbeitsalltag etabliert. Einer aktuellen Branchenstudie von JetBrains für das Jahr 2026 zufolge nutzen mittlerweile 90 Prozent der Entwickler wöchentlich KI-Agenten, während 68 Prozent diese Werkzeuge sogar täglich in ihre Arbeitsabläufe integrieren. Dabei zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Marktanteile zugunsten neuer Lösungen, während etablierte Anbieter unter Druck geraten.

Massive Marktanteilsgewinne für Claude Code

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist der starke Aufstieg von Claude Code. Das Tool konnte seine Nutzung von 18 Prozent Anfang des Jahres auf 39 Prozent im Zeitraum zwischen Mai und Juli steigern.

Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in den USA, wo der Anteil bei 47 Prozent liegt. Parallel dazu verzeichnet der bisherige Marktführer GitHub Copilot einen signifikanten Rückgang. Die Nutzungsraten fielen hier von zuvor 29 bis 31 Prozent auf aktuell 21 Prozent.

Auch andere Akteure bewegen den Markt. OpenAI Codex konnte seine Nutzung von 3 Prozent auf 16 Prozent steigern, wobei die Bekanntheit des Tools von 27 Prozent auf 65 Prozent sprunghaft anstieg.

Demgegenüber steht die Entwicklung bei Cursor: Trotz einer gestiegenen Bekanntheit von 75 Prozent sank die tatsächliche Nutzung von 18 Prozent auf 12 Prozent. Weitere in der Studie genannte Werkzeuge wie OpenCode und Antigravity kommen auf Marktanteile von 7 Prozent beziehungsweise 6 Prozent.

Produktivitätssprung bei Startups und neue Integrationen

Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Gründungsszene beschrieb Boris Cherny, der Erfinder von Claude Code. Nach Beobachtungen im Umfeld des Accelerators Y Combinator lassen bereits 50 Prozent der dortigen Gründer ihren Programmcode vollständig von Claude Code schreiben. Er prognostizierte eine Verhundertfachung der Anzahl von Entwicklern, die durch KI unterstützt werden, und sprach von einer gegenwärtigen goldenen Zeit für Startups.

Diese Dynamik spiegelt sich auch in der Infrastruktur für Zusammenarbeit wider. Slack gab den Start von „Slack Code“ bekannt. Dabei handelt es sich um dedizierte Kanäle für KI-Agenten, die Integrationen für Claude Code, Devin, GitHub Copilot und Vercel bieten.

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Die Agenten erben dabei die bestehenden Berechtigungen innerhalb von Slack, wobei für die Überführung von Code in Produktionsumgebungen weiterhin eine menschliche Freigabe erforderlich bleibt. Ein Vertreter von Slack betonte in diesem Zusammenhang, dass Künstliche Intelligenz nur dann wertvoll sei, wenn sie integraler Bestandteil der Teamarbeit werde.

Strategische Partnerschaften und operative Grenzen

Im Bereich der strategischen Erweiterungen übernahm Ode in Zusammenarbeit mit Anthropic das in San Francisco ansässige Unternehmen Casper Studios. Ziel der Übernahme ist die tiefergehende Integration von Claude-Modellen in betriebliche Workflows. Bei dem Projekt Sphera führte diese Zusammenarbeit bereits zu einer Reduktion von Engpässen um 70 Prozent.

Trotz der hohen Akzeptanzraten zeigen Praxisberichte auch Grenzen der Technologie auf. Die SpareBank 1 Utvikling schloss ein viermonatiges Experiment mit Claude ab, an dem ein Team von vier Entwicklern beteiligt war.

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Zwar verzeichnete das Unternehmen täglich 100 Millionen API-Requests, kehrte jedoch für die Arbeit an der Kerndomäne zum manuellen Programmieren zurück. Claude wurde dort primär für Analysen, Telemetrie und Prototypen eingesetzt. Um das Domänenwissen im Team zu schützen, setzte die Bank auf enggetaktete Rollenwechsel im Mob-Programming.

Regional betrachtet nimmt Australien eine Spitzenposition bei der Adaption ein. Die Nutzung von Claude liegt dort 6,4-mal höher als es der Bevölkerungsanteil vermuten ließe, was den ersten Platz im Vergleich von 121 Ländern bedeutet. Interessanterweise entfallen dort jedoch nur 8,32 Prozent der Nutzung auf die reine Softwareentwicklung, was unter dem globalen Schnitt von 11,51 Prozent liegt.