Der KI-Konzern Anthropic erweitert seine autonomen Agenten-Funktionen auf Mobilgeräte und das Web. Claude Cowork läuft jetzt auch im Hintergrund.
Ab sofort können Max-Abonnenten die Beta-Version von Claude Cowork auf Smartphones und im Browser nutzen. Die Besonderheit: KI-Aufgaben synchronisieren sich über alle Geräte hinweg und laufen selbst dann weiter, wenn das Gerät offline geht. Bis zum 5. August verdoppelt Anthropic zudem die Nutzungslimits für diese Funktionen.
Was die Nutzer wirklich mit KI-Agenten machen
Die Einführung basiert auf der Analyse von 1,2 Millionen Sitzungen zwischen dem 11. und 31. Mai dieses Jahres. Die Zahlen zeigen ein klares Bild: Geschäftsprozesse dominieren mit 33,4 Prozent der Nutzung, gefolgt von Content-Erstellung (16,4 Prozent) und Softwareentwicklung (8,7 Prozent).
Mit der neuen mobilen Verfügbarkeit können Nutzer Aufgaben planen und die Ergebnisse der KI-Agenten manuell überprüfen. Der Schritt weg vom reinen Desktop-Zugang ermöglicht dauerhaftere, autonome Arbeitsabläufe – die Agenten arbeiten unabhängig von der aktiven Bildschirmzeit des Users.
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Nvidias neue Chip-Generation treibt die Entwicklung an
Parallel zur Software-Entwicklung liefert die Hardware die nötige Rechenleistung. Nvidia stellte am 7. Juli den Vera-CPU vor, der mit 88 Olympus-Kernen ausgestattet ist. Der Prozessor wurde speziell für KI-Fabriken entwickelt und bietet eine 1,8-fach höhere Leistung pro Kern bei 40 Prozent geringerer Latenz im Vergleich zu x86-Architekturen.
Die Energieeffizienz beeindruckt ebenfalls: Drei Mal mehr Speicherbandbreite bei halbem Stromverbrauch. Möglich macht das ein monolithischer Die mit bis zu 1,2 TB/s Bandbreite via LPDDR5x.
Auch auf der Software-Ebene tut sich etwas. Couchbase kündigte die allgemeine Verfügbarkeit seiner AI Data Plane an – ein system, das Agentenspeicher, Kataloge und MCP-Server vereinheitlicht. Es unterstützt Frameworks wie LangGraph, CrewAI und LlamaIndex. Forscher der Harvard SEAS stellten auf der CAIS 2026 zudem das Orla-Framework vor, das Multi-Modell-KI-Workflows nach Kosten, Geschwindigkeit und Genauigkeit optimiert.
Sicherheitslücke gefährdet Unternehmensdaten
Doch die neuen Möglichkeiten bringen auch Risiken. Noma Security deckte am 7. Juli eine kritische Sicherheitslücke in GitHub Agentic Workflows auf. Die als GitLost bezeichnete Schwachstelle erlaubt es Angreifern, über einen öffentlichen GitHub-Issue einen KI-Agenten zu manipulieren – und sensible Daten aus privaten Repositories abzugreifen.
Ein Proof-of-Concept zeigte, wie der Agent eine private README-Datei als öffentlichen Kommentar postete. Besonders alarmierend: Der Angriff erfordert keine Programmierkenntnisse. Zum Zeitpunkt der Offenlegung gab es weder einen Fix noch eine Aktualisierung der Dokumentation durch GitHub.
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Branche setzt auf Standards und Sicherheit
Die Industrie reagiert mit neuen Integrationslösungen. Salesforce und AWS kündigten am 6. Juli eine Partnerschaft an, die Agentforce mit Amazon Agentcore verbindet. Die Integration nutzt den offenen MCP-Standard, damit KI-Agenten zwischen verschiedenen Cloud-Umgebungen navigieren und Backend-Systeme per OAuth2 ansprechen können.
Auf der Governance-Seite arbeitet HPE mit Trustwise zusammen, um Echtzeit-Richtlinien in Private-Cloud-KI-Umgebungen zu integrieren. Zeitgleich traten neue Standards in Kraft – Chinas erster KI-Agenten-Vertrauensstandard gilt seit dem 11. Juni 2026. Eine Bewertung von AgentRisk kartierte 2,3 Millionen Agenten: 99,19 Prozent galten als gesund, nur 0,16 Prozent als inaktiv.
Der Trend zur Agenten-Experimentierfreude ist ungebrochen. Eine McKinsey-Umfrage aus dem Jahr 2025 ergab, dass 62 Prozent der Befragten bereits mit KI-Agenten experimentiert hatten – noch bevor die aktuelle Welle an Plattformerweiterungen begann.

