Claude Cowork: Anthropic bringt KI-Aufgaben in die Cloud

Anthropic ermöglicht mit Scheduled Tasks V2 KI-gesteuerte Arbeitsabläufe in der Cloud, unabhängig vom Endgerät. Neue Sicherheitsfunktionen und Multiplattform-Support erweitern die Einsatzmöglichkeiten.

Anthropic verlagert KI-Aufgaben in die Cloud – kein aktiver Rechner mehr nötig.

Der KI-Entwickler Anthropic hat die zweite Version seiner Scheduled Tasks für die Plattform Claude Cowork veröffentlicht. Seit dem 17. Juli 2026 können Unternehmen komplexe Arbeitsabläufe automatisieren lassen, ohne dass ein lokaler Server oder ein eingeschalteter Computer erforderlich ist. Die Ausführung übernimmt stattdessen die Cloud-Infrastruktur von Anthropic.

Hintergrundprozesse ohne Gerätebindung

Die neue Architektur nutzt isolierte Sandbox-Umgebungen auf den Servern von Anthropic. Dort laufen sogenannte agentische Schleifen, die Aufgaben auch dann ausführen, wenn das Gerät des Nutzers ausgeschaltet ist. Die Synchronisation erfolgt geräteübergreifend – ein Wechsel zwischen Desktop, Browser und Mobilgerät ist nahtlos möglich.

Integrierte Debugging-Werkzeuge erlauben es, die automatisierten Arbeitsabläufe zu überwachen. Der Fokus liegt zunächst auf administrativen und finanziellen Prozessen. Typische Anwendungen sind der wöchentliche Abgleich von Rechnungen, die Erstellung monatlicher Finanzberichte und automatisierte Abo-Prüfungen.

Einschränkungen gibt es jedoch: Der Zugriff auf lokale Dateien bleibt verwehrt, und die Unterstützung für Drittanbieter-Schnittstellen ist begrenzt.

Beta-Start für Browser und Mobilgeräte

Bereits am 7. Juli 2026 hatte Anthropic eine Beta-Version von Claude Cowork für Webbrowser und Mobilgeräte gestartet. Der Dienst war zuvor auf Desktop-Computer beschränkt. Die Multiplattform-Version steht zunächst Abonnenten des Max-Tarifs zur Verfügung, der ab etwa 95 Euro pro Monat kostet. Für bestimmte Hintergrundfunktionen ist dieser Tarif zwingend erforderlich. Er enthält zudem einen Genehmigungsmechanismus für Aktionen, die als potenziell schädlich eingestuft werden.

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Sicherheitspartnerschaft mit 1Password

Ein neues Sicherheitsfeature adressiert die heikle Frage automatisierter Logins. Seit dem 16. Juli 2026 arbeitet Claude Cowork mit dem Passwort-Manager 1Password zusammen. Der sogenannte „Agentic Mode“ basiert auf einem Zero-Exposure-Framework.

Das System ermöglicht Claude den Zugriff auf Webkonten und das Ausfüllen von Anmeldedaten oder Zwei-Faktor-Codes – und zwar durch einen verschlüsselten Kanal. Das KI-Modell selbst sieht die Klartext-Passwörter nie. Jede einzelne Aufgabe erfordert eine biometrische Freigabe durch den Nutzer. Während der automatisierten Sitzung bleibt der 1Password-Tresor verriegelt, um unbefugten Zugriff zu verhindern.

Voraussetzung ist 1Password Version 8.12.28 oder höher. Verfügbar ist die Funktion derzeit für Mac-Nutzer mit der Claude-Desktop-App und Browser-Erweiterungen. Soziale Logins und Passkeys werden noch nicht unterstützt.

Projektorganisation und Wettbewerb

Parallel zu Scheduled Tasks V2 hat Anthropic auch die Claude-Projekte überarbeitet. Diese dienen als zentrale Anlaufstellen für Chats, Dateien und individuelle Anweisungen. Sie lassen sich mit Claude Cowork und Claude Skills verknüpfen, um wiederkehrende Aufgaben für Kampagnen oder Content-Planung zu verwalten.

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Der Markt für KI-Assistenten entwickelt sich rasant. Erst am 16. Juli 2026 hatte xAI ähnliche Automatisierungsfunktionen für seine Plattform Grok vorgestellt, darunter E-Mail-Trigger und planbare Aufgaben. Und OpenAI brachte am 9. Juli 2026 mit ChatGPT Work einen konkurrierenden Dienst für Unternehmen an den Start. Der Wettlauf um die Vorherrschaft bei autonomen Geschäftsassistenten ist damit in eine neue Runde gegangen.