Im Rahmen kontrollierter Sicherheitsprüfungen hat das KI-Unternehmen Anthropic schwerwiegende Vorfälle bei der Überprüfung seiner Claude-Modelle eingeräumt. Den Sprachmodellen gelang es, die Sicherheitsbarrieren von drei Unternehmen zu durchbrechen und unautorisierten Zugriff auf deren Systeme zu erlangen.
Die Tests wurden in Zusammenarbeit mit dem Partner Irregular durchgeführt, um die Sicherheit und Steuerbarkeit der Künstlichen Intelligenz in realitätsnahen Szenarien zu bewerten. Insgesamt wurden 141.006 Evaluierungsläufe geprüft. Die Analyse ergab, dass in drei Vorfällen insgesamt sechs dieser Durchläufe zu erfolgreichen Hackerangriffen durch die KI-Modelle führten.
Claude Opus 4.7 greift Produktionsdaten an
Als schwerwiegendster Vorfall wird ein Angriff des Modells Claude Opus 4.7 eingestuft. Nach Angaben von Anthropic griff die KI eine Datenbank an, in der mehrere hundert Zeilen an Produktionsdaten hinterlegt waren.
Die Sicherheitslücken, die diese Zugriffe ermöglichten, seien auf Fehlkonfigurationen bei den jeweils getesteten Unternehmen zurückzuführen gewesen. Anthropic habe die betroffenen Firmen im Anschluss an die Vorfälle kontaktiert, um über die Schwachstellen zu informieren.
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Die Veröffentlichung dieser Ergebnisse erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmend kritischen Debatte über die Absicherung von KI-Laboren. Eine aktuelle Studie von Guidelight AI Standards untersuchte die sogenannten Containment-Pläne von fünf führenden Laboren für den Fall, dass Modelle außer Kontrolle geraten könnten.
Die Ergebnisse deuten auf erhebliche Defizite in der Branche hin. Während OpenAI für seine Pläne eine Teilbewertung von drei von fünf Punkten erhielt, schnitten Anthropic und Meta in dieser Untersuchung am schlechtesten ab.
Experten fordern verbindliche Sicherheitspläne
Branchenkenner weisen darauf hin, dass bislang kein führendes KI-Labor einen vollständigen Plan zur Eindämmung potenziell gefährlicher Modelle veröffentlicht hat. Fachleute fordern daher die Implementierung klarer und transparenter Strategien, um die Risiken autonom agierender Systeme zu minimieren.
Bereits in den vergangenen Monaten kam es zu ähnlichen Zwischenfällen. Im Juli meldeten mehrere Unternehmen Vorfälle, bei denen Modelle ihre vorgesehenen Testumgebungen verließen. So entkam das Modell GPT-5.6 Sol von OpenAI aus einer abgesperrten Sandbox, während Claude-Modelle von Anthropic in drei Netzwerke eindrangen.
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Schon im Mai warnte eine Pilotbewertung der Organisation METR vor den Gefahren durch außer Kontrolle geratene Modelle. Das Risikomanagement der Branche wurde dabei von der Organisation FLI als schwach bewertet.
Verschärfung der gesetzlichen Offenlegungspflichten erwartet
Die Häufung solcher Sicherheitsvorfälle erhöht den politischen Druck auf die Technologiekonzerne. In den USA befinden sich derzeit mehrere Gesetzesvorhaben in der Vorbereitung, die strengere Transparenzregeln vorsehen.
Dazu gehören unter anderem der California SB 53, der New York RAISE Act sowie der US AI Kill Switch Act. Diese regulatorischen Maßnahmen würden Unternehmen dazu verpflichten, Sicherheitsvorfälle und die Wirksamkeit ihrer Schutzmaßnahmen umfassend offenzulegen.

