Das KI-Unternehmen Anthropic hat mit der Einführung einer vereinheitlichten Claude-Plattform begonnen, die Chat- und Cowork-Funktionen für Abonnenten der Tarife Pro und Max zusammenführt. Wie aus Berichten vom 6. Oktober 2026 hervorgeht, erweitert der Anbieter die Umgebung zudem um Werkzeuge für Dokumente und Präsentationen, verlagert jedoch gleichzeitig wesentliche Ausführungsprozesse standardmäßig in die Cloud.
Mit der Aktualisierung erhalten zahlende Pro- und Max-Kunden Zugriff auf Claude Docs zur Verwaltung von Dokumenten sowie auf Claude Design. Mit dem Design-Werkzeug lassen sich Präsentationen direkt erstellen, vorführen oder als PowerPoint- beziehungsweise PDF-Dateien exportieren.
Aufgaben können künftig auf Cowork- und Design-Funktionen aus jeder laufenden Unterhaltung heraus zugreifen. Die erstellten Arbeitsergebnisse aus Design, Slides und Docs lassen sich über einen gemeinsamen Link teilen.
Verlagerung von Cowork-Aufgaben in die Cloud
Mit der Zusammenführung ändert sich am 6. Oktober 2026 auch die technische Ausführung: Neue Cowork-Aufgaben laufen in den Tarifen Pro und Max künftig auf Servern von Anthropic. Die bisherige Wahlmöglichkeit, Aufgaben ausschließlich auf dem eigenen Rechner auszuführen, entfällt für diese Pläne. Bereits zuvor lokal gestartete Aufgaben verbleiben auf den Geräten und können dort beendet werden.
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Verbundene Ordner bleiben weiterhin lokal auf dem Computer gespeichert und sind ausschließlich über die geöffnete Desktop-App zugänglich. Auch bestimmte weitere lokale Funktionen setzen weiterhin das Desktop-Programm voraus. Cloud-Sitzungen werden nach Unternehmensangaben in isolierten, temporären Sandboxes ausgeführt.
Aufgaben, Dateien und Projekte speichert der Anbieter im jeweiligen Claude-Konto. Gelöschte Aufgaben verschwinden sofort aus dem Verlauf und werden laut Anthropic innerhalb von 30 Tagen aus dem Speicher sowie dem Backend entfernt.
Standardmäßig teilt Cloud-Cowork den Speicher mit dem Chat-Verlauf, die Memory-Funktion lässt sich jedoch für einzelne Aufgaben separat deaktivieren. Die Nutzung von Nutzerdaten für das Modelltraining richtet sich laut Berichten weiterhin nach der entsprechenden Kontoeinstellung zur Modellverbesserung.
Den genauen Speicherort der Daten in der Cloud, Details zur Verschlüsselung sowie den internen Zugriff benennt Anthropic jedoch nicht näher. Auch eine Hosting-Region wird nicht ausgewiesen. Für Organisationen mit Anbindung an die Compliance-Schnittstelle werden Remote-Transkripte nach Unternehmensangaben bis zu 6 Jahre aufbewahrt, sofern sie nicht vorab gelöscht werden.
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Verfügbarkeit und Auswirkungen auf Unternehmenskonten
Die Tarife Team und Enterprise sind von den Änderungen am 6. Oktober 2026 nicht erfasst. Generell steht Cowork für zahlende Kunden der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise auf dem Desktop bereit, während für das Web und mobile Endgeräte laut Berichten vom 6. Oktober 2026 eine Beta-Version angeboten wird.
Praxisberichte zur Umstellung beleuchten auch die Umzugsschritte bestehender lokaler Arbeitsumgebungen. Der Autor einer Migration berichtete am 6. Oktober 2026 von einem Umfang von 8 geplanten Aufgaben, 578 lokalen Sitzungen und rund 220 Memory-Notizen, wobei ein entsprechendes Backup eine Datenmenge von 7,9 GB erreichte.
Zudem verwies der Bericht auf teils widersprüchliche Hilfetexte von Anthropic bezüglich geplanter Aufgaben: Sollen diese lokale Dateien, den Browser Chrome oder einen lokalen MCP-Server ansteuern, erfordern sie weiterhin ein aktives Betriebssystem und eine geöffnete Desktop-Anwendung.

