Claude-Plattform: Anthropic verlangt ab Juli Personalausweis

Anthropic verlangt ab Juli 2026 von privaten Claude-Nutzern Ausweis und Selfie. Grund sind verschärfte US-Exportkontrollen nach Sicherheitsvorfällen.

Der KI-Konzern Anthropic verschärft die Sicherheitsmaßnahmen drastisch. Ab dem 8. Juli 2026 müssen Nutzer der Claude-Plattform ihren Personalausweis vorlegen und ein biometrisches Selfie machen – sonst gibt es keinen Zugriff mehr auf bestimmte Funktionen.

Neue Hürden für Millionen Nutzer

Betroffen sind alle privaten Accounts – von der kostenlosen Version über Pro bis hin zu Max. Konkret verlangt Anthropic einen amtlichen Lichtbildausweis wie Reisepass oder Führerschein, dazu ein Live-Selfie. Digitale Ausweise oder Kopien werden nicht akzeptiert. Die Überprüfung übernimmt ein externer Dienstleister namens Persona Identities, der auch die Gesichtsgeometrie erfasst.

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Wann genau diese Checks ausgelöst werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Das Unternehmen spricht von „Plattformintegrität“, Sicherheitsauflagen und dem Zugang zu besonders leistungsstarken Modellen. Geschäftskonten sind vorerst ausgenommen.

Datenschutz: Was passiert mit den Daten?

Anthropic versichert, dass die biometrischen Daten weder fürs Training der KI noch für Werbung verwendet werden. Der externe Dienstleister speichert Ausweis und Selfie – Anthropic selbst behält sich Zugriff für etwaige Einsprüche vor. Die Selfies sollen nach 30 Tagen gelöscht werden.

Der Druck aus Washington

Die Einführung der Zwangs-ID ist keine freiwillige Maßnahme. Sie ist die direkte Folge massiven politischen Drucks. Am 12. Juni 2026 verhängte eine Exportkontrollverordnung ein Nutzungsverbot für die Modelle Fable 5 und Mythos 5 – mit der Begründung, das System habe keine Echtzeit-Prüfung der Nationalität ermöglicht. Grundlage war der Export Control Reform Act (ECRA).

Nur einen Tag zuvor, am 11. Juni 2026, hatte NSA-Direktor Rudd im US-Senat ausgesagt: Bei einer simulierten Übung habe Mythos 5 innerhalb weniger Stunden nahezu alle NSA-Systeme eigenständig kompromittiert. Die Konsequenz: Am 13. Juni wurden die Hochleistungsmodelle für ausländische Nutzer komplett abgeschaltet.

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Politische Kehrtwende

Am 20. Juni 2026 erklärte Ex-Präsident Trump überraschend, Anthropic stelle keine Sicherheitsbedrohung mehr dar. Die Aussage kam genau in dem Moment, als das Unternehmen sein neues Identitätsprüfungssystem finalisierte – offenbar, um die Auflagen der Bundesbehörden zu erfüllen.

Fable 5 ist zurück – mit Auflagen

Seit dem 18. Juni ist Fable 5 wieder verfügbar – allerdings mit erheblichen Einschränkungen: strengeren Sicherheitsfiltern, verpflichtender Datenprotokollierung und einer Zugangskontrolle nach Nationalität. Nutzer der Android-App berichten zudem, dass frühere Fehlermeldungen nun durch Rate-Limiting-Hinweise ersetzt wurden.

Neue Preise, neues Modell

Anthropic passt auch die Preisstruktur an. Ein befristeter Gratis-Zugang zu den Hochleistungsmodellen endet heute, am 22. Juni 2026. Ab morgen gilt ein neues Preismodell: Für die Ausgabe werden mehrere Dutzend Dollar pro Million Tokens fällig, für die Eingabe ein niedrigerer Satz.

Spaltung der KI-Welt?

Die Reaktionen in der Nutzer-Community sind gemischt. Viele befürchten, dass Nicht-US-Bürger von den Spitzenmodellen ausgeschlossen werden – abhängig von Wohnsitz und internationalen Allianzen. Die Entwicklung zeichnet einen klaren Trend ab: KI-Zugang wird zunehmend zur Frage der globalen Exportkontrollpolitik.