Claude Record a Skill: Bildschirmaufnahmen werden Automatisierung

Unternehmen automatisieren Workflows massiv via KI, Zapier vermittelt zwischen 9.000 Apps. Trello, Zoom und Anthropic treiben den Trend voran.

Die Arbeitswelt verändert sich rasant: Immer mehr Unternehmen setzen auf KI-gesteuerte Workflows, die ohne Programmierkenntnisse auskommen. Der Model Context Protocol (MCP) entwickelt sich dabei zum entscheidenden Standard – und Zapier, die Schaltzentrale für über 9.000 Anwendungen, spielt eine Schlüsselrolle.

150.000 Aufgaben in 90 Tagen: So arbeiten KI-Agenten heute

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mach 1, ein Unternehmen, das KI-Operationen für 25 verschiedene Firmen managt, setzt auf die Zapier-MCP-Infrastruktur. Die hauseigene Tower-Plattform steuert Agenten, die in 87 von 90 Tagen erfolgreich auf Gmail zugriffen – und dabei fast 10.000 einzelne Aufgaben generierten. Insgesamt kamen so über 150.000 automatisierte Arbeitsschritte in nur drei Monaten zusammen.

„Das ermöglicht uns, komplexe KI-Operationen über ein breites Portfolio von Kundenunternehmen hinweg zu managen“, erklärt CEO Chris Olson. Was nach Zukunftsmusik klingt, ist für viele Firmen längst Alltag.

Branchenriesen steigen ein: Trello, Zoom und Co. machen mit

Der Durchbruch kam diese Woche. Am 22. Juli 2026 kündigte Trello MCP-Support für seine über 100 Millionen Nutzer an. Die Plattform verbindet sich nun mit KI-Assistenten wie Claude, Gemini, ChatGPT und Cursor. Besonders spannend: Fast die Hälfte der Nutzer, die MCP innerhalb des Trello-Ökosystems einsetzen, kommt nicht aus der Softwareentwicklung. Die Nachfrage nach KI-Automation in klassischen Geschäftsbereichen ist enorm.

Auch andere Anbieter zogen nach:

  • Zoom brachte am 22. Juli Updates für seinen Revenue Accelerator. Die Plattform integriert nun einen MCP-Server mit OpenAI Codex – Teil einer größeren Einführung neuer Abonnement-Stufen für Vertriebsassistenz.
  • Fluree launchte am 23. Juli Fluree AI, eine serverlose Wissensdatenbank mit über 300 Konnektoren. Das System verwandelt isolierte Datensilos in zugängliches Unternehmensgedächtnis.
  • Block veröffentlichte am 21. Juli Buzz, eine Open-Source-Plattform auf Basis des Nostr-Protokolls. KI-Agenten erhalten dort eigene Konten mit kryptografischen Identitäten.
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Vom Trend zum Standard: Jeder zweite Mitarbeiter nutzt KI

Die Marktforschung untermauert den Trend: 57 Prozent aller Organisationen setzen bereits KI-Agenten für mehrstufige Workflows ein. 16 Prozent nutzen sie sogar für abteilungsübergreifende Prozesse. Eine Studie vom Mai 2026 zeigt zudem: 57 Prozent aller Angestellten verwenden KI-Tools in ihrem täglichen Arbeitsalltag.

Die Anbieter reagieren mit benutzerfreundlichen Lösungen. OpenAI brachte AgentKit und Agent Builder auf den Markt – visuelle Werkzeuge, die Unternehmen wie Box, Canva und Evernote helfen, komplexe Workflows ohne Code zu erstellen. Am 22. Juli folgte Presence, eine Enterprise-Plattform für Sprach- und Chat-Agenten, die auf GPT-5.6 (Codename Sol) basiert.

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Lernen durch Vormachen: Claude versteht Bildschirmaufnahmen

Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, schlug einen besonders interessanten Weg ein. Seit dem 22. Juli können Nutzer dem KI-Assistenten eine Arbeitsablauf per Bildschirmaufnahme und Sprachkommentar zeigen – und Claude wandelt die Demonstration in eine wiederholbare Automatisierung um. „Record a skill“ heißt die Funktion, die einen grundlegenden Wandel in der Interaktion mit KI signalisiert.

Statt mühsamer API-Konfiguration reicht künftig das bloße Vormachen. Die Maschine schaut zu, lernt und übernimmt. Das dürfte die Einstiegshürde für Unternehmen drastisch senken – und den Wettlauf um die produktivste KI-Infrastruktur weiter anheizen.