Der KI-Entwickler Anthropic arbeitet intensiv an der Erweiterung seines Assistenten Claude Desktop, um diesen stärker als Werkzeug für die betriebliche Zusammenarbeit zu positionieren.
Wie aus Branchenkreisen bekannt wurde, entwickelt das Unternehmen neue Kommunikations- und Kollaborationsfunktionen, die in ihrer Arbeitsweise an den Messenger-Dienst Slack erinnern. Ziel sei es, die Interaktion zwischen menschlichen Teams und der künstlichen Intelligenz nahtloser zu gestalten.
Vernetzung über alle Plattformen hinweg
Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist die Aufwertung der Claude-Browsererweiterung für Google Chrome. Diese fungiert nun als vollständige Claude-Cowork-Sitzung.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Neuerung ist die Synchronisation von Konversationen, Fähigkeiten und sogenannten Connectors über verschiedene Plattformen hinweg. Nutzer können ihre Arbeit somit unterbrechungsfrei zwischen dem Browser, der Desktop-Anwendung, der Web-Oberfläche und mobilen Apps fortsetzen.
Diese Cowork-Sitzungen werden in der Cloud auf den Servern von Anthropic ausgeführt und sind fest an das jeweilige Benutzerkonto gebunden. Dies ermöglicht eine persistente Arbeitsweise: Aufgaben, die einmal gestartet wurden, laufen auch dann weiter, wenn der Nutzer seinen Laptop schließt. In der Praxis bedeutet dies, dass Aufgaben am Desktop-Computer zugewiesen und der Fortschritt später flexibel über ein Mobiltelefon überprüft werden kann.
Wer sich mit dem Einsatz moderner KI-Systeme im Unternehmen befasst, muss die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen der EU kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Interaktive Web-Fähigkeiten und Claude Tag
Die funktionalen Möglichkeiten von Claude wurden erheblich erweitert. Die KI ist nun in der Lage, Webseiten aktiv wahrzunehmen, Links anzuklicken, Texte einzugeben und Formulare eigenständig auszufüllen. Um die Sicherheit bei besonders folgenreichen Aktionen zu gewährleisten, wurde ein neuer Sicherheitsmechanismus implementiert, der entsprechende Vorgänge vor der Ausführung prüft.
Parallel dazu führt Anthropic mit „Claude Tag“ eine neue Funktion für die Team-Kollaboration ein. Über das Kürzel @Claude können Teammitglieder der KI Aufgaben innerhalb eines Threads zuweisen. Das System sei darauf ausgelegt, komplexe Aufträge automatisch in kleinere Arbeitsschritte zu zerlegen, die benötigten Werkzeuge aufzurufen und die Ergebnisse direkt im gemeinsamen Thread zu liefern.
Diese Funktion basiere auf dem Modell Claude Opus 4.8 und befinde sich derzeit in der Beta-Phase für Team- und Enterprise-Kunden. Intern nutzt Anthropic diese Technologie bereits intensiv: Rund 65 Prozent des unternehmenseigenen Codes werden laut Angaben des Unternehmens inzwischen von Claude Tag geschrieben.
Während KI-Systeme wie Claude immer autonomer agieren, rücken Fragen zur Risikodokumentation und Qualitätssicherung in den Fokus der Compliance. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Anwendungen als Hochrisiko eingestuft werden und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern
Integrationen und Preisstruktur
Für eine effiziente Arbeitsweise bietet Claude Integrationen in gängige Unternehmenssoftware an. Dazu gehören Dienste wie Google Drive, Gmail, DocuSign und FactSet.
Während einige dieser neuen Funktionen weiterhin die Installation von Claude Desktop erfordern, wurde die Verfügbarkeit von Claude Cowork bereits in den letzten Monaten stetig ausgebaut. Nachdem der Dienst im April für alle zahlenden Nutzer freigeschaltet worden war, folgte Anfang Juli die Ausweitung auf Web- und Mobilplattformen.
Das Preismodell von Anthropic sieht für die Nutzung der verschiedenen Leistungsstufen unterschiedliche Gebühren vor:
- Claude Pro: 20 US-Dollar pro Monat (Rollout der neuen Funktionen erfolgt schrittweise)
- Claude Max: 100 US-Dollar pro Monat (Funktionen bereits live)
- Claude Team: 20 bis 25 US-Dollar pro Nutzer und Monat (Funktionen bereits live)
Die Desktop-Anwendung steht für die Betriebssysteme macOS und Windows zur Verfügung. In den Team- und Enterprise-Plänen ist die neue Cowork-Funktionalität ohne zusätzliche Kosten enthalten.

