Claude und Plaid: Anthropic erlaubt die Verknüpfung von bis zu 16 Konten

Claude wertet verknüpfte US-Konten aus, bleibt auf Leserechte beschränkt und bietet keine Anlageberatung.

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Das KI-Unternehmen Anthropic rollt in dieser Woche eine Beta-Version von Personal Finance für seinen Assistenten Claude aus. Die neue Funktion richtet sich an Abonnenten der Tarife Pro, Max und Ultra in den USA und ermöglicht die Einbindung von Bank- und Kreditkartenkonten über den Finanzdienstleister Plaid.

Anthropic beschränkt den Zugriff dabei auf eine reine Leseberechtigung: Claude kann weder Transaktionen ausführen noch Guthaben verwalten oder anlegen und ist nicht als Anlageberater vorgesehen.

Die Funktion wird schrittweise auf Web- und Desktop-Plattformen sowie unter iOS und Android bereitgestellt. Nutzer der Tarife Free, Team und Enterprise haben keinen Zugriff. Das Angebot ist vorerst auf US-Banken beschränkt, wobei Anwender maximal 16 Konten verknüpfen und diese jederzeit wieder trennen können.

Reiner Lesezugriff und Analysefunktionen

Über die Schnittstelle erfasst Claude den Banknamen, den Kontonamen und -typ, die letzten vier Ziffern der Kontonummer, aktuelle Salden, Kreditlimits sowie eine Transaktionshistorie von bis zu zwei Jahren beziehungsweise 24 Monaten. Bankpasswörter sind für das System nicht einsehbar.

Auf Basis dieser Daten sortiert Claude Ausgaben in verschiedene Kategorien, weist auf doppelte Abbuchungen, unerwartete Gebühren oder steigende Rechnungen hin, erläutert effektive Jahreszinsen und berechnet angefallene Zinsen. Zudem kann der Assistent Tabellen und Grafiken zur Auswertung erstellen.

In einer Beispielrechnung führt Anthropic Gesamtausgaben von 4.309,37 US-Dollar an, von denen über 50 Prozent auf Miete und Nebenkosten sowie 1.024,51 US-Dollar auf Ausgaben für Essen und Trinken entfallen; nach vier anstehenden Zahlungen vor dem Zahltag verbleiben dabei 1.393,22 US-Dollar. Anthropic warnt zugleich vor möglichen Fehlern der KI und rät dazu, generierte Beträge mit den Bankunterlagen abzugleichen.

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Anthropic betont, dass Unterhaltungen im Personal-Finance-Bereich nicht für das Training von Modellen verwendet werden. Außerhalb dieses Bereichs greifen die regulären Datenschutzeinstellungen des Unternehmens. Die Plattform verzichtet auf Werbeeinblendungen sowie gesponserte Produktempfehlungen und vertreibt keine eigenen Finanzprodukte wie Kredite, Kreditkarten oder Sparkonten.

Infrastruktur über Plaid und strategische Einordnung

Die Bereitstellung der Finanzdaten übernimmt das Fintech Plaid. Nutzer verknüpfen ihre Konten nach der Anmeldung bei ihrer jeweiligen Bank über diesen Dienst. Plaid verfügt über Anbindungen an mehr als 12.000 Finanzinstitute, darunter Institute wie Citi und Chase. Anthropic gehört zu einer Gruppe von über 800 KI-Unternehmen, die Technologien von Plaid nutzen.

Aus Erhebungen von Plaid geht hervor, dass 69 Prozent der US-Verbraucher bereit sind, persönliche Daten mit KI-Systemen im Finanzsektor zu teilen, sofern ein eindeutiger Nutzen besteht. Fast zwei Drittel der US-Nutzer, die ihre Konten über Plaid mit einem KI-Assistenten verbinden, hatten zuvor noch keine Finanzverwaltungs-App auf Basis dieses Anbieters genutzt.

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Anthropic bezeichnet den Vorstoß als einen ersten Schritt. Für weitreichende finanzielle Entscheidungen verweist das Unternehmen darauf, Claude lediglich in Kombination mit lizenzierten Fachleuten und regulierten Firmen einzusetzen.

Als weiteren Schritt prüft Anthropic Kooperationen in diesem Bereich und ruft Banken sowie Vermögensverwalter zur Kontaktaufnahme auf. Der Start des Finanzwerkzeugs erfolgt im Vorfeld eines erwarteten Börsengangs von Anthropic.