Claude-Wasserzeichen: Entwicklerin zeigt Umgehung nach EU-Regel

Neues Werkzeug umgeht Claude-Wasserzeichen trotz EU-Kennzeichnungspflicht. Anthropic bestätigt Entfernbarkeit durch Umschreiben, während Regulierungen international zunehmen.

Die Entwicklerin Sabrina Ramonov hat ein Software-Werkzeug sowie einen speziellen Prompt vorgestellt, mit denen sich die neuen, unsichtbaren Wasserzeichen aus den Textausgaben der Künstlichen Intelligenz Claude entfernen lassen. Die Veröffentlichung erfolgt unmittelbar nach dem Inkrafttreten neuer Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte in der Europäischen Union.

Ramonov stellt den Berichten zufolge einen kostenlosen Dienst zur Entfernung dieser Markierungen sowie einen sogenannten „AI-Humanizer-Prompt“ zur Verfügung. Ein integrierter Schalter für das Umschreiben von Claude-Inhalten solle die statistischen Textwasserzeichen reduzieren. Der zugehörige Prompt enthalte zudem eine Liste typischer KI-Schreibmuster sowie die Anweisung an das System, diese gezielt zu vermeiden.

Technischer Hintergrund der Kennzeichnung

Der US-amerikanische KI-Entwickler Anthropic hatte Anfang August 2026 weltweit unsichtbare Wasserzeichen für Textausgaben seines Modells Claude sowie C2PA-Metadaten für Bilder eingeführt. Das Unternehmen reagierte damit auf die Anforderungen des Artikels 50 des EU AI Acts, der seit dem 2. August 2026 in Kraft ist und eine maschinenlesbare Kennzeichnung synthetischer Inhalte vorschreibt.

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Die von Anthropic genutzte Methode basiere auf dem sogenannten SynthID-Text-Verfahren, das ursprünglich im Jahr 2024 entwickelt wurde. Dabei handelt es sich nicht um versteckte Textbausteine, sondern um ein statistisches Muster in der Wortwahl. Dieses Muster entstehe ab einer Textlänge von etwa 150 Wörtern.

Laut Unternehmensangaben führe die Methode zu keiner Qualitätsminderung der Texte und erlaube keine Identifizierung einzelner Nutzer. Ein entsprechendes Erkennungswerkzeug zur Überprüfung der Urheberschaft sei in Planung, wobei der Detektor lediglich Wahrscheinlichkeiten schätze und keinen absoluten Beweis für die Autorschaft liefere.

Grenzen des Wasserzeichens und regulatorischer Rahmen

Obwohl das Wasserzeichen einfaches Kopieren und Einfügen überstehe und auch bei Übersetzungen oder Zusammenfassungen erhalten bleiben könne, gelte es als anfällig gegenüber stärkeren Modifikationen. Branchenexperten kritisieren das Vorgehen teilweise als einen sehr harten Ansatz. Anthropic bestätigte, dass das Wasserzeichen durch umfangreiche Bearbeitung, Umschreibungen oder Paraphrasierung entfernt werden könne.

Die gesetzlichen Anforderungen, die Anthropic zur Einführung dieser Maßnahmen bewogen haben, verschärfen sich international. Während der EU AI Act eine Kennzeichnung bei Standard-Editierungen nicht zwingend vorschreibt, geht Anthropic mit dem gewählten Verfahren über die Mindestanforderungen hinaus.

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Neben der EU hat auch Kalifornien mit dem AI Transparency Act Regelungen eingeführt, die ebenfalls seit dem 2. August 2026 gelten. In New York trat bereits am 9. Juni 2026 das Synthetic Performer Disclosure Law in Kraft, welches bei Verstößen Strafen ab 1.000 US-Dollar vorsieht. China setzt bereits seit Herbst 2025 eigene Kennzeichnungsregeln um.

Neben Anthropic arbeiten derzeit auch andere Branchenakteure wie Google, OpenAI und Meta an vergleichbaren technischen Lösungen zur Identifizierung KI-generierter Inhalte. Während ältere Claude-Modelle noch bis Dezember ohne die neuen Markierungen betrieben werden, verfügen aktuelle Versionen bereits über die integrierte Technologie.