Claude wird dreimal schneller: Anthropic ließ die KI ihren Code optimieren

Claude optimierte Anthropic zufolge den eigenen Code; zugleich übernahm das Modell im August 26 Prozent der KI-Forschung.

Das KI-Unternehmen Anthropic hat die Weboberfläche claude.ai sowie die zugehörige Desktop-Anwendung nach eigenen Angaben um rund das Dreifache beschleunigt. Wie Medien am 24. September 2026 berichteten, bezieht sich der Performancegewinn auf einen Vergleich mit Anfang August 2026. Die Optimierung des Systems wurde dabei maßgeblich durch das KI-Modell Claude selbst durchgeführt, das zur Verbesserung des eigenen Codes eingesetzt wurde.

Deutliche Verkürzung der Ladezeiten im Praxiseinsatz

Der Optimierungsprozess wurde innerhalb von 14 Tagen im August 2026 umgesetzt. Das Entwicklerteam konzentrierte sich auf vier spezifische Nutzungspfade, die rund 95 Prozent der gesamten Nutzeraktivität ausmachten.

Die erzielten Messwerte belegen die Beschleunigung über verschiedene Funktionsbereiche hinweg. Bei der Weboberfläche claude.ai sank die Ladezeit bis zur möglichen Texteingabe im 75. Perzentil von zuvor 3,1 Sekunden auf 0,55 Sekunden.

Der Start einer Claude-Code-Session verkürzte sich von 0,8 Sekunden auf 0,3 Sekunden. Bei Claude-Cowork-Cloud-Sessions reduzierte sich die Ladezeit von 2,6 Sekunden auf 0,73 Sekunden.

Als ein konkreter Auslöser für bisherige Verzögerungen wurden unter anderem Nicht-Latin-1-Zeichen wie etwa Gedankenstriche im Chatfenster identifiziert. Um dieses spezifische Problem zu beheben, war lediglich eine Modifikation von rund 20 Zeilen Programmcode erforderlich.

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Tausende Code-Änderungen ohne Systemausfälle

Die Umsetzung des zweiwöchigen Sprints erforderte eine dichte Abfolge von Softwareänderungen. Laut einem Bericht vom 23. September 2026 wurden über 3.000 Pull-Requests zusammengeführt. Die Umstellung gelang vollständig ohne Betriebsstörungen für die Anwenderschaft und ohne erforderliche Rollbacks.

Zur technischen Absicherung dienten fast 200 Feature Flags, von denen über die Hälfte unmittelbar nach Abschluss des Sprints wieder entfernt wurden. Anthropic wählte für die Veröffentlichung ein mehrstufiges Rollout-Verfahren: Zunächst erhielten interne Mitarbeiter Zugriff auf die optimierten Versionen, darauf folgten ein Prozent der Nutzer und schließlich die gesamte Nutzerschaft.

An Spitzentagen brachte Claude eigenständig mehr als 200 Änderungsvorschläge ein. Über die Kommunikationsplattform Slack band das Team zudem ein internes Forschungsmodell ein, das sich auf dem Niveau von Claude Opus 5.5 bewegen soll. Dieses System überprüfte rund 20 von menschlichen Entwicklern ausgewählte Verbesserungsvorschläge.

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Steigender Automatisierungsgrad in der Forschung

Die erfolgreiche Selbstoptimierung spiegelt eine breitere Entwicklung bei Anthropic wider. Laut dem R&D Automation Index des Unternehmens vom 17. September 2026 führte Claude im August 2026 bereits 26 Prozent der eigenen KI-Forschung durch. Zum Vergleich: Im Februar 2026 lag dieser Wert noch bei unter einem Prozent. Bei über 90 Prozent der Aufgaben verzeichnete das Unternehmen im August eine direkte Beteiligung von Claude.

Im Rahmen dieser automatisierten Forschungs- und Entwicklungsprozesse waren rund 30.000 Agenten gleichzeitig aktiv. Von über einer Milliarde getroffener Agenten-Entscheidungen im August 2026 mussten laut den Unternehmensdaten lediglich 0,002 Prozent blockiert werden.