Claudeforce Beta: Salesforce verzahnt Claude mit CRM-Daten

Salesforce startet Claudeforce öffentlich, stellt das CRM-Modell Koa vor und strebt bis 2030 einen Umsatz von 63 Milliarden US-Dollar an.

Salesforce erweitert seine KI-Infrastruktur und verzahnt die eigenen Unternehmensdaten direkt mit externen Sprachmodellen. Wie aus Unternehmensangaben und Branchenberichten vom 17. September 2026 hervorgeht, schaltet der Softwarekonzern das spezialisierte Modell Koa frei und integriert Salesforce-CRM-Daten für alle zahlenden Kunden nativ in die Benutzeroberfläche von Claude.

Claudeforce startet in die offene Betaphase

Die Verknüpfung erfolgt im Rahmen des Werkzeugs Claudeforce, das nach einer ersten Ankündigung im August nun auf der Hausmesse Dreamforce im September 2026 in die offene Betaphase übergeht. Das zugehörige Plugin stellt 37 Vertriebs-Fähigkeiten bereit, deren Logik laut Salesforce auf Erfahrungswerten aus 27 Jahren CRM-Entwicklung beruht.

Aktionen innerhalb von Claudeforce greifen direkt auf die bereits im System hinterlegten Salesforce-Zugriffsrechte zurück. Für die Modelle Sonnet, Opus und Haiku gilt dabei eine Richtlinie ohne Datenspeicherung (Zero Data Retention). Ergänzend dazu kündigte der Konzern an, ab Herbst 2026 Sicherheitsfunktionen unter dem Namen Enterprise Frontier Safeguards auszurollen.

Vor dem Start der öffentlichen Testphase wurde Claudeforce bereits bei Pilotkunden wie Deloitte, GitLab und Legora erprobt. Flankiert wird das Angebot von einem Programmier-Plugin für Claude Code mit über 40 Entwickler-Fähigkeiten sowie der Schnittstelle Headless 360, die mehr als 60 MCP-Werkzeuge umfasst.

Allerdings verlief die Präsentation nicht reibungslos: Während der Live-Demonstration von Claudeforce kam es zu spürbaren Latenzzeiten und Problemen durch übermäßiges logisches Abwägen (Over-Reasoning).

Koa als spezialisiertes Denkmodell für Unternehmensdaten

Parallel zu der Schnittstelle setzt Salesforce auf ein eigenes Modell namens Koa. Es wird als erstes CRM-Denkmodell (Reasoning-Modell) positioniert und entstand durch ein nachträgliches Training auf der Basis von NVIDIAs Nemotron 3 Super mit 120 Milliarden Parametern. Koa verfügt über ein Kontextfenster von einer Million Token und wurde mit synthetischen Datensätzen aus 27 Jahren CRM-Historie über mehr als 14 Branchen hinweg trainiert.

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Auf dem unternehmenseigenen CRM-Prüfstand erzielte das System laut Salesforce dreimal weniger Fehler als Vergleichsmodelle; eine unabhängige Prüfung dieser Testergebnisse liegt bisher nicht vor. Zu den ersten Testern gehören 1-800Accountant, Baxter Credit Union, Formula 1, UChicago Medicine sowie Xero. Die allgemeine Verfügbarkeit auf dem US-Markt ist für den Winter 2026 vorgesehen.

Vertiefte Partnerschaft und ambitionierte Umsatzziele

Die Veröffentlichung markiert eine enge Verflechtung beider Anbieter: Salesforce führt Claude nun als bevorzugtes KI-Modell, während der Entwickler Anthropic seinerseits Salesforce als bevorzugtes CRM-System einstuft. Claude fungiert zudem als Standardmodell für Slack AI, Slackbot und Slack Code.

Im Bereich der internen Kommunikation verzeichnete der Konzern spürbare Effekte: Durch den Slackbot seien jährliche Produktivitätsgewinne von 8,1 Millionen Stunden erzielt worden, was einer Verdopplung im Vergleich zum vorherigen Quartal entspricht. Ein weiteres Produkt, der Agentforce Coworker, verzeichnete in den ersten 35 Tagen nach der Veröffentlichung 100.000 Nutzer.

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Hinter den technischen Neuerungen stehen klare wirtschaftliche Vorgaben. Finanzchefin Robin Washington beziffert das Umsatzziel des Unternehmens auf 63 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030. Vorstandschef Marc Benioff betonte in diesem Zusammenhang, dass Unternehmenskunden künstliche Intelligenz künftig vor allem über Standard-Paketsoftware beziehen werden.

Bei den Abrechnungsmodellen plant der Konzern eine Mischung aus Abonnements pro Nutzer oder Agent sowie verbrauchs- und ergebnisbasierten Preisen. Zudem beabsichtigt Salesforce, künftig selbst als Wiederverkäufer für Rechenkontingente (Token) aufzutreten.