Claudeforce: Salesforce und Anthropic starten KI-Partnerschaft

Salesforce integriert Claude-Modelle in sein Portfolio, meldet starke Quartalszahlen und einen Aktienanstieg von zwölf Prozent nach der Ankündigung der Partnerschaft.

Der Software-Riese Salesforce und das KI-Unternehmen Anthropic haben eine weitreichende strategische Partnerschaft unter dem Namen „Claudeforce“ bekannt gegeben. Kern der Kooperation ist die tiefe Integration der Claude-Modelle von Anthropic in die gesamte Produktpalette von Salesforce. Die Ankündigung umfasst sowohl neue Software-Lösungen für den Vertrieb als auch eine weitreichende technische Verzahnung der Infrastrukturen beider Unternehmen.

Claudeforce bringt neue Werkzeuge für den Vertrieb

Ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft ist die Einführung des ersten gemeinsamen Produkts „Salesforce in Claude“. Dabei handelt es sich um ein Plugin, das Verkäufern 37 vorgefertigte Vertriebs-Kompetenzen, sogenannte Sales-Skills, zur Verfügung stellt. Durch Claudeforce wird das Modell Claude direkt mit den in Salesforce hinterlegten Unternehmensdaten verbunden.

Interessierte Unternehmen können sich bereits auf eine Warteliste für die neuen Funktionen setzen lassen. Während das Claudeforce-Plugin für ausgewählte Pilotkunden bereits verfügbar ist, soll die offene Beta-Phase im September 2026 starten.

Die Integration erfolgt dabei unter Berücksichtigung hoher Sicherheitsstandards: Claude wird in die „Salesforce Trust Boundary“ für Amazon Bedrock integriert, um den Datenschutz bei der Verarbeitung sensibler Firmendaten zu gewährleisten.

Claude wird zum Standard in Slack und Agentforce

Die Kooperation geht über einfache Plugins hinaus. Wie Salesforce mitteilte, wird Claude das Standardmodell für zentrale Dienste wie Slack, Agentforce und den Agent Builder. Innerhalb von Salesforce wird die Technologie bereits intensiv genutzt: Rund 83 Prozent der Belegschaft verwenden den Angaben zufolge einen Claude-Slackbot. Dies führe zu einer jährlichen Ersparnis von etwa 3,8 Millionen Produktivitätsstunden.

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Der Token-Verbrauch bei der Nutzung von Claudeforce liege zwar nicht bei null, bewege sich jedoch unter dem Niveau, das üblicherweise bei der Softwareentwicklung anfällt. CEO Marc Benioff trat im Zuge der Ankündigung Befürchtungen entgegen, die Software-as-a-Service-Branche (SaaS) stehe vor einem drastischen Niedergang, und bezeichnete entsprechende „SaaSpocalypse“-Sorgen als übertrieben.

Starke Quartalszahlen und Milliarden-Investment

Flankiert wird die technologische Partnerschaft von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Salesforce konnte im zweiten Quartal einen Umsatz von 11,35 Milliarden US-Dollar verzeichnen, was einem Zuwachs von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) lag mit 5,90 US-Dollar deutlich über den Erwartungen der Analysten von 3,27 US-Dollar.

Das Nettoeinkommen stieg um 87 Prozent auf 3,53 Milliarden US-Dollar. Ein signifikanter Teil dieses Erfolgs resultiert aus strategischen Investitionen: Rund 2,6 Milliarden US-Dollar des Gewinns stammen aus dem Anteil an Anthropic. Laut Medienberichten beläuft sich das Gesamtinvestment von Salesforce in Anthropic auf etwa 5 Milliarden US-Dollar.

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Anthropic selbst wächst ebenfalls dynamisch und wies per Ende Juli 2026 einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 65 Milliarden US-Dollar aus. Auch bei Salesforce zeigt die KI-Sparte Dynamik; der ARR für Agentforce stieg um 240 Prozent auf über 1,5 Milliarden US-Dollar.

Anleger reagierten positiv auf die Nachrichten. Die Salesforce-Aktie legte im erweiterten Handel um 12 Prozent zu.

Ausblick auf die Dreamforce 2026

Weitere Details zur praktischen Umsetzung und Verwaltung von Claudeforce sollen auf der kommenden Fachkonferenz Dreamforce thematisiert werden, die für Mitte September 2026 angesetzt ist.

Für IT-Verantwortliche (CIOs) werden dabei insbesondere die Steuerung von Identitäten und Berechtigungen sowie die Kontrolle der Token-Ausgaben im Vordergrund stehen. Die Partnerschaft markiert einen Wendepunkt in der Strategie beider Unternehmen, generative KI tief in operative Geschäftsprozesse einzubetten.