Cybersicherheitsforscher warnen vor einer neuen Angriffswelle. Die sogenannte ClickFix-Kampagne lockt Nutzer mit gefälschten Cloudflare-Sicherheitsprüfungen in die Falle. Das Ziel: Die Installation des Spionagetrojaners MIMICRAT.
Wie die gefälschte Sicherheitsprüfung abläuft
Besucher kompromittierter, aber seriös wirkender Webseiten sehen eine täuschend echte Cloudflare-Warnung. Diese fordert sie auf, einen angeblichen „Fix“ durchzuführen – per Kopieren und Einfügen eines Codes in die Befehlszeile.
Doch dieser simple Schritt startet eine fünfstufige Infektionskette. Sie läuft komplett im Arbeitsspeicher, um Antivirenprogramme zu umgehen. Am Ende steht die heimliche Installation von MIMICRAT. Dieser Trojaner kann Anmeldedaten, Finanzinformationen und sogar die vollständige Kontrolle über das System stehlen.
Warum vertrauenswürdige Seiten zur Gefahr werden
Die Angreifer setzen auf Psychologie statt auf reine Technik. Sie hacken gezielt offizielle Seiten von Behörden oder Unternehmen, weil Nutzer hier am wenigsten Gefahr vermuten. Das etablierte Vertrauen in Marken wie Cloudflare wird schamlos ausgenutzt.
Die Bedrohung wird durch Sicherheitslücken in weit verbreiteter Software verschärft. Erst kürzlich warnte die US-Cybersicherheitsbehörde CISA vor aktiv ausgenutzten Schwachstellen – unter anderem in der Webmail-Software RoundCube. Solche Lücken sind das Einfallstor für die Kompromittierung der Seiten.
Was der Spionagetrojaner anrichten kann
Ist MIMICRAT erst installiert, sind die Folgen gravierend. Der Trojaner liest Passwörter für Online-Banking, E-Mails und soziale Netzwerke aus. Angreifer können Befehle ausführen, Bildschirmaufnahmen machen oder weitere Schadsoftware nachladen.
Für Smartphone-Nutzer ist das Risiko besonders hoch. Die Geräte sind der zentrale Speicher für persönliche Daten, Fotos und Kommunikation. Gestohlene Informationen landen oft im Darknet – als Grundlage für Identitätsdiebstahl oder Erpressung.
Der Trend zur psychologischen Manipulation
ClickFix ist Teil eines größeren Musters. Cyberkriminelle setzen immer weniger auf technische Lücken und immer mehr auf raffinierte Täuschung. Gefälschte Helpdesk-Anrufe, Phishing per QR-Code und der Missbrauch von KI für Betrugsnachrichten nehmen zu.
Die Cyberkriminalität agiert inzwischen wie eine globalisierte Industrie. Angreifergruppen nutzen KI, um automatisiert nach Schwachstellen zu suchen und ihre Malware für Sicherheitsprogramme unsichtbar zu machen.
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So schützen Sie sich vor der Gefahr
Experten rechnen für 2026 mit noch raffinierteren Angriffen. Umso wichtiger sind grundlegende Schutzmaßnahmen:
- Skepsis bewahren: Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Pop-ups oder Warnmeldungen – selbst auf vertrauten Seiten. Führen Sie niemals Anweisungen aus, die das manuelle Ausführen von Code verlangen.
- Updates sofort installieren: Halten Sie Betriebssystem, Browser und Apps auf allen Geräten aktuell. Das schließt die kritischen Sicherheitslücken.
- Umfassenden Schutz nutzen: Eine seriöse Antiviren-Software auf PC und Smartphone kann vor Phishing und schädlichen Downloads warnen.
- Apps nur aus Stores laden: Installieren Sie Software ausschließlich aus den offiziellen Quellen von Apple und Google.





