Hacker haben eine Reihe gefährlicher Angriffsmethoden auf Mac-Computer entdeckt – von manipulativen Täuschungsmanövern bis zu nicht reparierbaren Hardware-Schwachstellen.
Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Gleich mehrere neuartige Bedrohungen setzen Apples Betriebssystem unter Druck. Die Angriffspalette reicht von der Schadsoftware „ClickLock“ über gezielte Phishing-Kampagnen bis zu einem grundlegenden Hardware-Fehler in älteren iPhones und iPads. Besonders brisant: Einige Lücken lassen sich selbst mit den neuesten Updates nicht schließen.
ClickLock: Wenn der „Mensch“-Test zur Falle wird
Die Sicherheitsfirma Group-IB hat eine neue Malware namens ClickLock identifiziert, die seit mindestens Mai 2026 aktiv ist. Erste Spuren tauchten am 9. Juni auf der Malware-Datenbank VirusTotal auf. Bislang wurden über 100 Systeme in 33 Ländern infiziert.
Die Täter nutzen eine perfide Masche: Gefälschte „Bitte bestätigen Sie, dass Sie kein Roboter sind“-Seiten fordern Nutzer auf, einen Befehl in das Terminal-Programm des Macs zu kopieren. Wer das tut, führt unbemerkt ein Skript aus, das Passwörter, Browserdaten und Kryptogeld-Wallets stiehlt.
Besonders tückisch: ClickLock tarnt sich als legitimer iCloud-Prozess und verschafft sich so dauerhaften Fernzugriff. Gleichzeitig startet das Programm eine Endlosschleife: Es schließt alle 210 Millisekunden aktive Anwendungen und fordert immer wieder Passwörter an – bis zu 83 Stunden lang. Der Nutzer ist praktisch ausgesperrt, bis er die Datenpreisgabe „freiwillig“ bestätigt.
Phishing-Welle trifft Mac-Nutzer
Doch ClickLock ist nicht die einzige Gefahr. Das Jamf Threat Labs warnt vor „PamStealerer“ – einer Schadsoftware, die über gefälschte Kopien der Website des Zwischenablage-Managers Maccy verbreitet wird. Die Betrugsseiten sehen täuschend echt aus und stehlen Anmeldedaten.
Noch einen Schritt weiter geht die Hackergruppe BlueNoroff, ein Ableger der berüchtigten Lazarus-Organisation. Zwischen Ende Mai und Mitte Juli 2026 entdeckten Forscher fünf verschiedene Phishing-Kits der Gruppe. Die Angreifer geben sich als Mitarbeiter von Zoom oder Microsoft Teams aus – teilweise mit KI-generierten Gesichtern, um Vertrauen aufzubauen. Ihr Ziel: die Chrome-Master-Keys in der Apple-eigenen Schlüsselverwaltung Keychain. Damit erlangen sie Zugriff auf gespeicherte Passwörter und Kryptogeld-Erweiterungen.
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Hardware-Fehler: Kein Update kann helfen
Noch gravierender ist ein Sicherheitsproblem, das sich mit Software nicht beheben lässt. Der Exploit „usbliter8″ betrifft Geräte mit den Chips A12 und A13 – darunter das iPhone XS, die iPhone-11-Serie sowie mehrere iPad-Modelle. Die Schwachstelle sitzt im Boot-ROM, dem allerersten Code, der beim Einschalten läuft.
Forscher haben gezeigt, dass sich damit Geräte mit der Beta-Version von iOS 27 jailbreaken lassen – also die Sicherheitssperren umgehen. Allerdings ist dafür ein physischer Zugriff per modifiziertem USB-Kabel und externem Mikrocontroller nötig. Der Preis für den Jailbreak ist hoch: Der Secure Enclave Processor (SEP), der unter anderem den Gerätecode schützt, wird dauerhaft deaktiviert. Bluetooth und WLAN funktionieren nur noch eingeschränkt.
Der Fall hat auch juristische Folgen: Die Firma Paradigm Shift verklagt einen Ex-Mitarbeiter, der angeblich Geschäftsgeheimnisse zu diesem Exploit an den Konkurrenten Magnet Forensics weitergegeben haben soll.
Gefahr aus Medien-Dateien
Nicht nur direkte Systemangriffe sind gefährlich. Zwei Schwachstellen in weit verbreiteten Programmbibliotheken betreffen auch Mac-Nutzer:
- PixelSmash (CVE-2026-8461): Ein 16 Jahre alter Fehler im FFmpeg-Decoder für das MagicYUV-Format. Ein präpariertes Video (AVI, MKV oder MOV) reicht aus, um Schadcode auszuführen oder das System lahmzulegen. Betroffen sind Media-Player und Cloud-Dienste. Die Version FFmpeg 9.0 schließt die Lücke.
- 7-Zip Heap Overflow (CVE-2026-14266): Entdeckt von Forscher Landon Peng, betrifft dieser Fehler die XZ-Dekomprimierung in 7-Zip zwischen Version 21.07 und 26.01. Ein speziell präpariertes Archiv kann den Pufferüberlauf auslösen. Der Patch kam am 25. Juni 2026 mit Version 26.02.
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Was Nutzer jetzt tun sollten
Sicherheitsexperten raten zu einem mehrschichtigen Schutz. Die wichtigste Regel: Niemals ungeprüfte Befehle im Terminal ausführen – egal wie vertrauenswürdig eine Webseite wirkt. Gerät ein System in die beschriebene Passwort-Schleife, hilft nur ein erzwungener Neustart.
Für Besitzer älterer Geräte mit A12/A13-Chip bleibt nur der Umstieg auf neuere Hardware. Erst die Modelle mit Memory Integrity Enforcement (MIE) bieten Schutz vor solchen Angriffen auf die Boot-Ebene. Standard-Updates, etwa auf die aktuellen Beta-Versionen von macOS 27 Golden Gate, bleiben dennoch unverzichtbar, um bekannte Software-Lücken zu schließen.

