Während Apple die nächste Generation seines Betriebssystems vorbereitet, schlagen Sicherheitsexperten Alarm: Immer raffiniertere Angriffe zielen auf iPhone- und Mac-Nutzer ab.
Am Montag veröffentlichte Apple die vierte Beta-Version von iOS 27 – und die bringt weit mehr als nur kosmetische Änderungen. Im Fokus stehen tiefgreifende Integrationen von Apple Intelligence, der hauseigenen KI-Plattform. Ein neuer Siri-Bildschirm und ein überarbeitetes Interface zur Sprachauswahl erlauben es Nutzern, Tempo und Ausdrucksweise des digitalen Assistenten vorab zu testen. Die KI-Features bleiben allerdings den leistungsstärkeren Modellen vorbehalten: iPhone 17 Pro und iPhone 17 Air sind die Mindestvoraussetzung.
Doch die Beta enthält auch handfeste Sicherheits-Updates. Eine neue Option namens „Anfrage immer anzeigen“ gibt Nutzern mehr Kontrolle über Siri-Zugriffe. Zudem verbessert Apple die HomeKit-Sicherheitskameras: Dank KI liefern sie künftig detaillierte Beschreibungen aufgezeichneter Ereignisse – allerdings nur für iCloud+-Kunden mit mindestens zwei Terabyte Speicher. Bereits Anfang Juli hatte Apple mit einem Release Candidate von iOS 26.6 die Spotlight-Suche für den nahenden Herbst-Umstieg auf iOS 27 optimiert.
Passwort-Manager im KI-Zeitalter
Parallel zu Apples Beta-Offensive macht ein anderer Player von sich reden: 1Password kündigte eine Integration mit dem KI-Assistenten Claude an. Das sogenannte „agentic autofill“ erlaubt es der KI, Login-Daten über einen verschlüsselten Kanal anzufordern – ohne dass Passwörter oder Einmalcodes jemals in den Kontextspeicher des Assistenten gelangen. Voraussetzung: Version 8.12.28 oder neuer, freigeschaltet durch den Unternehmensadministrator.
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Der Trend zu passwortloser Authentifizierung gewinnt weiter an Fahrt. In Singapur etwa setzt der Staat künftig auf Singpass-Passkeys nach FIDO-Standard. Die Verschlüsselungsschlüssel werden dabei an konkrete Geräte und legitime Webseiten-Adressen gebunden – ein wirksamer Schutz gegen Phishing. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte erst Anfang der Woche empfohlen, Passkeys und Hardware-Schlüssel der SMS-basierten Zwei-Faktor-Authentifizierung vorzuziehen.
„ClickLock Stealer“: Neue Malware kapert Mac und iPhone
Während die Abwehrtechniken besser werden, wachsen auch die Angriffe. Sicherheitsforscher von Group-IB entdeckten einen Schädling namens „ClickLock Stealer“, der seit Mai 2026 gezielt Mac- und iPhone-Nutzer attackiert. Die Malware hat bereits in über 30 Ländern zugeschlagen. Die Masche: Gefälschte CAPTCHA-Abfragen bringen Opfer dazu, Terminal-Befehle auszuführen. Einmal installiert, hinterlässt die Software eine persistente Hintertür und stiehlt Daten aus der Apple-eigenen Keychain sowie aus Passwort-Managern wie Bitwarden und 1Password.
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Doch das ist nicht die einzige Gefahr. Apple selbst warnte am Montag vor einer raffinierten FaceTime-Betrugsmasche. Kriminelle geben sich am Telefon als Bankmitarbeiter oder Regierungsvertreter aus, um Konten zu plündern. Der Konzern betont: Apple-Mitarbeiter werden niemals nach Passwörtern oder Zwei-Faktor-Codes fragen. Betroffene sollen Vorfälle einer eigens eingerichteten Meldeadresse melden.
Öffentliche Netzwerke: Experten raten zur Vorsicht
Die zunehmende Bedrohungslage veranlasst Sicherheitsexperten zu konkreten Handlungsempfehlungen. Wer öffentliche WLAN-Netze nutzt, sollte AirPlay deaktivieren – am besten auf die Einstellung „Nie“ stellen. Das Risiko unbefugter Zugriffe sei in solchen Umgebungen schlicht zu hoch.
Grundsätzlich raten Anbieter wie Dashlane und Enpass zu Architekturen mit Zero-Knowledge-Prinzip. Während viele Passwort-Manager verschlüsselte Tresore in der Cloud speichern, erlauben einige Anbieter inzwischen die Ablage in der eigenen Infrastruktur – etwa in Google Workspace oder Microsoft 365. Das verkleinert die Angriffsfläche bei möglichen Dienstleister-Pannen massiv. VPNs und der Verzicht auf unbekannte öffentliche Netzwerke bleiben ohnehin die erste Verteidigungslinie.

