Cloud Rebuild: Microsoft testet sichere Datenlöschung in Windows 11

Microsoft erprobt Cloud Rebuild zunächst im Insider-Kanal: Windows 11 lässt sich neu aufsetzen, während Laufwerke optional bereinigt werden.

Microsoft hat eine neue Wiederherstellungsoption für Windows 11 vorgestellt, die eine vollständige Neuinstallation des Betriebssystems über die Cloud ermöglicht und dabei Daten unwiderruflich löschen kann. Die Funktion namens Cloud Rebuild wurde am 18. September 2026 im Windows 11 Insider Experimental Preview Build 26340.9502 veröffentlicht und steht damit zunächst nur Testern im Experimental-Kanal auf Basis von Windows 11 26H2 zur Verfügung.

Neuinstallation ohne USB-Stick

Cloud Rebuild führt eine vollständige Neuinstallation durch, bei der Dateien und Treiber direkt über Windows Update heruntergeladen werden. Der Vorgang läuft über die Windows Recovery Environment (WinRE) und funktioniert laut Microsoft auch dann, wenn die installierte Windows-Version nicht mehr startfähig ist.

Ein USB-Wiederherstellungsmedium ist dafür nicht mehr nötig, und die Funktion ist unabhängig von der Integrität des vorhandenen Systems einsetzbar. Voraussetzung sind ein Windows-11-fähiges Gerät, eine funktionsfähige WinRE sowie ein kompatibler Netzwerktreiber.

Neue Option zur sicheren Datenlöschung

Kern der Neuerung ist die Option „Remove & sanitize files“, zu Deutsch „Entfernen und Laufwerke bereinigen“, die die bisherige Funktion „Remove files“ ergänzt. Sie weist die Speicherhardware an, Daten vor der Neuinstallation sicher zu löschen, sodass eine spätere Wiederherstellung verhindert werden soll.

Microsoft weist darauf hin, dass dieser Bereinigungsvorgang unumkehrbar ist und je nach Größe und Art der Laufwerke deutlich länger dauert als das einfache Löschen von Dateien.

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Allerdings räumt Microsoft ein, dass die Bereinigung nicht in jedem Fall optimal ausgeführt werden kann: Das Ergebnis hängt davon ab, ob die verbaute Speicherhardware den Löschvorgang unterstützt und korrekt umsetzt.

Windows kann zwar die Rückmeldung des Laufwerks anzeigen, jedoch nicht eigenständig überprüfen, ob die Löschung tatsächlich vollständig erfolgt ist. Microsoft beansprucht deshalb nicht, dass eine Wiederherstellung der Daten in jedem Fall völlig unmöglich ist – der Erfolg hängt maßgeblich von der jeweiligen Speicherhardware ab.

Bei Geräten mit mehreren Laufwerken lässt sich wählen, ob nur das Windows-Laufwerk oder alle vorhandenen Laufwerke bereinigt werden sollen. OneDrive-Daten bleiben von dem Vorgang unberührt. Für die technische Umsetzung steht zudem das eigenständige Kommandozeilentool DataSanitization.exe in der Windows-Wiederherstellungsumgebung zur Verfügung.

Fernsteuerung für Unternehmen

Für Firmenkunden ist Cloud Rebuild in das Recovery CSP integriert, etwa über Microsoft Intune. IT-Administratoren können damit den Vorgang aus der Ferne konfigurieren und starten, die zulässigen Rebuild-Varianten festlegen, die Zielversion sowie Windows-Edition und Systemsprache bestimmen und den Status abfragen.

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Nach Abschluss des Rebuilds erfolgt eine erneute Ersteinrichtung des Geräts, die sich über Windows Autopilot und Intune vorbereiten lässt. Da Cloud Rebuild lokale Dateien, Konten, Programme und Einstellungen löscht, sind vorherige Backups zwingend erforderlich.

Der Build 26340.9502 bringt neben Cloud Rebuild weitere Änderungen mit, darunter einen Kontrastmodus für die Lupenfunktion, den Ausschluss von Live Captions für Narrator, JAWS und NVDA sowie Korrekturen für Hyper-V-Freigaben in Linux-VMs und die Dateiverlauf-Funktion.

Zeitplan für die breite Verfügbarkeit

Microsoft hatte Cloud Rebuild bereits im Juli 2026 erstmals vorgestellt. Die nun getestete Option zur sicheren Datenlöschung dürfte laut Berichten in einigen Monaten auch außerhalb des Insider-Programms für die breite Öffentlichkeit verfügbar werden. Bis dahin bleibt die Funktion auf Teilnehmer des Experimental-Kanals beschränkt, die den entsprechenden Preview-Build installiert haben.