Coder Agent Relay: Sichere KI-Agenten in Kundeninfrastruktur

Coder bringt Agent Relay in die private Vorschau und setzt auf kundeneigene Infrastruktur, während Cloudflare und Broadcom ähnliche KI-Kontrollen ausbauen.

Das Softwareunternehmen Coder hat Anfang September die Einführung von Coder Agent Relay bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um eine selbstgehostete Ausführungsumgebung, die speziell für den Einsatz von KI-gestützten Cloud-Coding-Agenten entwickelt wurde. Als offizieller Launch-Partner für diese neue Technologie wurde das Unternehmen SpaceXAI benannt.

Fokus auf Sicherheit und kontrollierte Infrastruktur

Mit der Einführung von Coder Agent Relay reagiert das Unternehmen auf die steigende Nachfrage nach sicheren Entwicklungsumgebungen im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Wie in einer Mitteilung vom 2. September dargelegt wurde, ermöglicht die Lösung den Betrieb von Cursor Cloud Agents innerhalb von Coder-Workspaces direkt auf der Infrastruktur der Kunden. Während Cursor weiterhin den sogenannten Agent-Loop für die Planung und Inferenz steuert, erfolgt die eigentliche Ausführung der Tool-Aufrufe innerhalb der geschützten Coder-Umgebung des Kunden.

Dieser Ansatz zielt insbesondere auf Branchen mit sensiblen Datenstrukturen ab. Als primäre Zielmärkte nannte Coder Banken, Verteidigungsbehörden sowie Institutionen der Regierung.

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Ein wesentlicher regulatorischer Aspekt betrifft dabei den europäischen Markt: Da Cursor weiterhin die Inferenz und Planung übernimmt, behält das Unternehmen laut Bericht den Status eines ICT-Drittanbieters gemäß der EU-Verordnung über die digitale operative Resilienz im Finanzsektor (DORA). Derzeit befindet sich Coder Agent Relay in einer privaten Vorschauphase mit ausgewählten Design-Partnern.

Cloudflare und Perplexity erweitern hybride Kapazitäten

Parallel zu den Entwicklungen bei Coder kündigte auch der Cloud-Spezialist Cloudflare Anfang September Unterstützung für die Ausführung von Cursor Cloud Agents an. Die Integration sieht vor, dass Entwickler KI-Coding-Agenten in sicheren, kundenkontrollierten Cloudflare-Sandboxes betreiben können.

Das Modell folgt dabei einem ähnlichen Prinzip: Cursor übernimmt den Agent-Loop, während die Tool-Aufrufe in den isolierten Umgebungen von Cloudflare ausgeführt werden. Dieses Angebot unterstützt zudem Cursor Self-Hosted Machines für Einzelentwickler und Unternehmensteams.

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Im Bereich der KI-gestützten Produktivität stellte Perplexity mit Hybrid Compute für Comet eine Lösung vor, die eine Aufgabenverteilung zwischen leistungsstarken Cloud-Modellen und lokalen Modellen ermöglicht. Das System erlaubt es einem einzelnen KI-Agenten, sensible Daten über einen speziellen Datenschutz-Klassifikator zu identifizieren und diese gezielt auf lokalen Apple-Silicon-Macs zu verarbeiten.

Als lokale Modelle stehen unter anderem Googles Gemma E4B sowie Alibabas Qwen3.6 35B zur Verfügung. Für einen reibungslosen Betrieb wird eine Hardware-Ausstattung mit mindestens 24 GB RAM empfohlen. Die Funktion ist laut Meldungen vom 1. und 2. September für Enterprise-Kunden sowie Abonnenten der Pro- und Max-Tarife unter macOS 15 oder neuer verfügbar.

Broadcom präsentiert Kontrollinstanz für KI-Agenten

Bereits Ende August stellte Broadcom auf der Fachkonferenz VMware Explore 2026 das System AgentMinder vor. Die Lösung ist in die VMware Private AI Cloud integriert und fungiert als zentrale Steuerungsebene für den Datenverkehr von KI-Agenten. AgentMinder soll sicherstellen, dass Agenten-Befugnisse strikt an spezifische Missionen und vorab genehmigte Werkzeuge gebunden bleiben.

Nach Angaben von Broadcom verarbeitet das Unternehmen bereits täglich etwa 43 Millionen API-Aufrufe über 20 Millionen Kundenidentitäten und 72.000 Identitäten der Belegschaft.

Ergänzend dazu wird in die VMware Tanzu Platform eine KI-bereite Datenbasis eingeführt. Diese umfasst Funktionen wie Agent-Sandboxes mit einer sogenannten Deny-by-Default-Eindämmung sowie isolierte Anmeldeinformationen. Diese Sicherheitsfunktionen sollen in den kommenden Monaten allgemein verfügbar sein.