Collabora Office 26.04: KI-Assistent bleibt auf Ihrem Rechner

Collabora Office 26.04 bringt lokalen KI-Assistenten, LibreOffice meldet Rekordwachstum und EuroOffice startet als EU-Alternative zu Microsoft 365.

Open-Source-Alternativen drängen mit KI-Funktionen und europäischer Rückendeckung auf den Markt – und fordern die etablierten Cloud-Anbieter heraus.

Collabora Office 26.04: KI-Assistent unter deutscher Kontrolle

Am 3. Juli 2026 veröffentlichte Collabora Productivity die Version 26.04 seiner Bürosuite. Neu ist ein optionaler KI-Assistent, der in Writer, Calc und Impress integriert wurde. Das Besondere: Die Daten bleiben auf dem eigenen Rechner. „Die Nutzer behalten die volle Kontrolle über ihre Informationen“, betont CEO Michael Meeks. Ein entscheidender Vorteil in Zeiten wachsender Datenschutzbedenken.

Neben der KI hält die Suite weitere Neuerungen bereit: ein überarbeitetes Dokumentenvergleichstool, eine Mehrseitenansicht und native Menüs. Zudem bestand die Software einen BITV-2.0-Barrierefreiheitstest und verbessert die Kompatibilität mit Microsoft-Office-Formaten. Verfügbar ist Collabora Office 26.04 für Windows über den Microsoft Store, für macOS über den Mac App Store und für Linux via Flathub und Snap.

LibreOffice: Rekordwachstum trotz Herausforderungen

Die Document Foundation (TDF) legte ihren Jahresbericht 2025 vor – mit beeindruckenden Zahlen. Weltweit wurde LibreOffice 44,8 Millionen Mal heruntergeladen. Die Spenden stiegen um 30 Prozent auf 1,8 Millionen Euro. Ein starkes Signal für die Community-getriebene Entwicklung.

Aktuell ist LibreOffice 26.2.4 als viertes Bugfix-Update der aktuellen Serie verfügbar. Allerdings endete am 12. Juni der Support für Version 25.8.x. TDF empfiehlt Unternehmen weiterhin die Enterprise-Versionen, die professionellen Support und optimierte Interoperabilität bieten. Die Entwickler arbeiten derzeit an Leistungsverbesserungen und verfeinern die Import- und Exportfilter für Formate wie DOCX und XLSX.

EuroOffice: Europas Antwort auf Microsoft 365

Am 9. Juni 2026 betrat ein neuer Spieler die Bühne: EuroOffice. Die europäische Bürosuite wird von einem Konsortium unterstützt, zu dem auch IONOS gehört. Die Benutzeroberfläche ähnelt bewusst Microsoft 365 – der entscheidende Unterschied liegt in der europäischen Governance. CEO Achim Weiss spricht von einer „verlässlichen Alternative für Organisationen, die sich auf geopolitische Veränderungen einstellen müssen“. Erste Regierungsbehörden seien bereits auf Linux-Umgebungen umgestiegen.

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Collabora Office 26.04 integriert einen KI-Assistenten, der komplett lokal arbeitet – Ihre Daten verlassen nie Ihren Rechner. Mit dem kostenlosen KI-Check prüfen Sie in 5 Schritten, ob Ihre aktuelle Office-Umgebung den EU-Datenschutzanforderungen genügt. KI-Check per E-Mail anfordern

Neo: 30 Millionen Dollar für die KI-Arbeitsplattform

Im privaten Sektor sorgt eine Investition für Aufsehen. Bhavin Turakhia steckte 30 Millionen Dollar eigenes Geld in Neo, eine KI-gestützte Arbeitsplattform für Unternehmen. Das in Bengaluru ansässige Startup startete intern im April 2026 und kombiniert Dokumentenmanagement, Projektsteuerung und KI-Funktionen.

Die Pläne sind ambitioniert: Neo will sein Team von 45 auf 100 Mitarbeiter aufstocken und gezielt mittelständische Unternehmen ansprechen. Das Ziel: zwei bis fünf Prozent Marktanteil.

Regulativer Druck und Hardware-Trends

Die Entwicklung der Alternativen fällt mit verschärfter Regulierung der Marktführer zusammen. Italiens Wettbewerbsbehörde AGCM untersucht derzeit die Integration von KI-Tools wie Copilot in bestehende Office-Abonnements und die damit verbundenen Preiserhöhungen.

Microsoft reagierte unterdessen mit einer Verlängerung der kostenlosen Sicherheitsupdates für Windows 10 bis Oktober 2027 – das ursprüngliche Support-Ende 2026 wurde damit verschoben.

Auch die Hardware-Hersteller stellen sich auf den KI-Trend ein. Dell brachte am 11. Juni 2026 die Modelle 14S und 16S AI-PCs auf den Markt. Sie nutzen Intel Core Ultra und AMD Ryzen AI-Prozessoren, um rechenintensive Aufgaben lokal zu bewältigen. Berichten zufolge arbeitet Apple zudem an den Chips M6 und M7 mit Fokus auf maschinelles Lernen direkt auf dem Gerät – ein klares Signal für weniger Abhängigkeit von Cloud-Diensten.

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Ausblick: OpenProject 17.6 in den Startlöchern

Die Open-Source-Welle reißt nicht ab. Bereits am 8. Juli 2026 soll OpenProject 17.6 erscheinen. Die neue Version verspricht erweiterte Integrationen für Sprint-Ziele und Arbeitspakete. Die Entwicklung zeigt: Der Markt für digitale Büroanwendungen bleibt in Bewegung – und Europa spielt dabei eine immer größere Rolle.