Statt eines Anti-Diskriminierungsgesetzes gilt nun ein Transparenzansatz – mit weitreichenden Folgen.
Von Diskriminierung zu Transparenz
Am 14. Mai 2026 ersetzte Colorado das ursprüngliche KI-Diskriminierungsgesetz (SB 24-205) durch den Automated Decision-Making Technology Act (SB 26-189). Das neue Gesetz setzt nicht mehr auf strikte Anti-Diskriminierungsauflagen, sondern auf klare Informationspflichten.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen Verbraucher informieren, wenn automatisierte Systeme bei folgenreichen Entscheidungen zum Einsatz kommen. Dazu zählen Bereiche wie Arbeit, Kreditvergabe und Wohnungsmarkt. Fällt eine Entscheidung negativ aus, haben Betroffene Anspruch auf eine verständliche Erklärung innerhalb von 30 Tagen.
Der Wechsel zu SB 26-189 erfolgte Berichten zufolge nach einer Bundesklage. Andere US-Staaten wie Illinois, New York, Delaware und Connecticut haben ebenfalls unterschiedliche Offenlegungspflichten für KI-gestützte Mitarbeiterbewertungen erlassen.
FTC greift ein: Neue Regeln für KI-Transparenz
Die US-Handelsaufsicht FTC hat ernste Bedenken gegen staatliche Gesetze angemeldet, die KI-Ergebnisse beeinflussen könnten. Am 7. Juli 2026 schlug die Behörde eine neue Regelung vor: Wer KI-Ergebnisse in eine bestimmte Richtung lenkt – selbst zur Einhaltung von Anti-Diskriminierungsgesetzen – ohne dies klar zu kennzeichnen, könnte gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.
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Die FTC nannte Colorados Gesetz explizit als möglichen Konfliktfall. Die Begründung: KI-Unternehmen vermarkten ihre Systeme als objektiv und genau. Werde die Ausgabe manipuliert – aus ideologischen Gründen oder zur Gesetzeserfüllung – ohne dies deutlich zu machen, täusche das die Öffentlichkeit. Die öffentliche Kommentierungsfrist läuft noch bis zum 31. Juli 2026.
Branche wehrt sich: xAI verklagt Colorado
Die Privatwirtschaft geht direkt gegen die neuen Regeln vor. Elon Musks Unternehmen xAI reichte 2026 Klage gegen Colorado ein. Die Argumentation: Die KI-Regeln schränkten die Meinungsfreiheit ein. Der Chatbot Grok müsste sich dann politischen Vorgaben des Staates beugen, statt nach maximaler Wahrheitssuche zu streben.
Der Konflikt in Colorado ist kein Einzelfall. Im Juni und Juli 2026 distanzierten sich mehrere Bundesbehörden – darunter das Justizministerium, das Verkehrsministerium und das Arbeitsministerium – von bisherigen Leitlinien zur Diskriminierungshaftung.
Während die USA über Transparenz streiten, stellt die EU-KI-Verordnung bereits konkrete Anforderungen an Kennzeichnung und Risikodokumentation. Ein kostenloser Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen nun konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act sichern
Microsoft-Präsident Brad Smith kritisierte am 9. Juli 2026 die KI-Politik der US-Regierung scharf. Er sprach von mangelnder Transparenz und verwies auf Exportkontrollen für bestimmte Modelle sowie Verzögerungen bei neuen Systemen. „So können Technologieunternehmen kaum planen“, so Smith.
Kommunen ziehen nach: Gunnison County plant eigene Regeln
Während sich Staat und Bund uneins sind, handeln lokale Behörden. Ende Juni prüfte Gunnison County einen Richtlinienentwurf, der KI-Risiken kategorisiert und autonome Entscheidungen ohne menschliche Aufsicht verbietet. Derzeit nutzt der Bezirk kostenlose Produktivitätstools, erwägt aber Investitionen in professionelle Lösungen wie Claude – mit geschätzten Kosten von rund 30.000 Euro pro Jahr.

