Computer for Counsel: Perplexity orchestriert 20 KI-Modelle für Anwälte

Perplexity bringt eine spezialisierte KI-Plattform für die Rechtsbranche auf den Markt, die über 20 Modelle orchestriert und komplexe Arbeitsabläufe automatisiert.

Der KI-Suchdienst Perplexity bringt mit „Computer for Counsel“ eine spezialisierte Plattform für die Rechtsbranche an den Start. Das System orchestriert über 20 verschiedene KI-Modelle und soll komplexe juristische Arbeitsabläufe automatisieren.

Seit dem 24. Juni 2026 ist die neue Plattform verfügbar. Sie markiert einen strategischen Wandel: Weg von einfachen Chat-Oberflächen, hin zu einem agentischen Arbeitsbereich für professionelle Dienstleistungen. Das Besondere: Statt auf ein einzelnes Sprachmodell zu setzen, verteilt das System Aufgaben dynamisch auf mehr als 20 verschiedene KI-Architekturen.

Modell-Rat entscheidet über den besten Algorithmus

Herzstück der Plattform ist das sogenannte Model Council. Dieses System routet jede Anfrage an das jeweils geeignetste Modell – darunter eigene Entwicklungen von Perplexity sowie spezialisierte Versionen von Claude (Anthropic) und GPT (OpenAI). Das Ziel: die Schwächen einzelner Modelle ausgleichen und zuverlässigere Ergebnisse liefern.

Mit über 400 Integrationen über das Model Context Protocol (MCP) bindet sich die Plattform nahtlos in bestehende Arbeitsumgebungen ein. Dazu gehören Microsoft 365, Google Drive, NetDocuments und DocuSign. Auch juristische und administrative Dienste wie Midpage, LegalZoom, Deel, Carta und Drata sind angebunden.

Die Leistungsdaten können sich sehen lassen: Die Deep-Research-Funktion erreichte beim SimpleQA-Benchmark 93,9 Prozent. Perplexity gibt zudem eine Quellen-Validität von 96 Prozent und eine akademische Zitiergenauigkeit von 95 Prozent an.

Sicherheit als oberste Priorität

Die Rechtsbranche stellt höchste Anforderungen an Compliance und Datenschutz. Deshalb ist die Plattform SOC 2-zertifiziert und arbeitet mit sogenannten flüchtigen Sandboxes – isolierten Umgebungen, die nach jeder Sitzung restlos gelöscht werden.

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Ein zentrales Feature: Jeder Output lässt sich lückenlos zurückverfolgen. Menschliche Kontrollpunkte sind in jeden automatisierten Prozess eingebaut. Das ist kein Zufall – denn die Branche steht unter Druck.

Justiz verschärft Regeln für KI-Nutzung

Erst Anfang des Monats beschäftigte sich der Sixth Circuit mit einem Fall, bei dem ein Anwater KI-generierte, frei erfundene Zitate eingereicht hatte. Die Folge: Vergütung wurde verweigert, der Fall an die Anwaltskammer verwiesen.

Mehrere Bundesstaaten haben bereits nachgelegt. In Wisconsin und Oregon erließen Gerichte Anfang 2026 Sanktionen oder verpflichteten Anwälte per Verfügung, den Einsatz von KI offenzulegen und die Richtigkeit aller Zitate zu bestätigen.

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Erste Kanzlei meldet hohe Akzeptanz

Die Kanzlei Gunderson Dettmer gehört zu den frühen Anwendern. Die Zahlen sprechen für sich: 80 Prozent der Anwälte nutzen die Plattform regelmäßig, mit rund 35.000 Anfragen pro Monat.

Laut einer Marktstudie von Thomson Reuters könnten solche KI-Tools Juristen bis zu fünf Stunden pro Woche einsparen – ein erheblicher finanzieller Hebel pro Mitarbeiter.

Branchenbeobachter schätzen, dass rund 30 Prozent der Berufstätigen inzwischen regelmäßig KI nutzen. Doch die Herausforderungen bleiben: Aktuelle Tests von KI-Suchmaschinen zeigen weiterhin Probleme mit halluzinierten Quellen. Genau hier setzt das neue System an – mit lückenloser Prüfbarkeit und dem Menschen als letzter Instanz.