Auf der Computex 2026 präsentieren Branchenführer neue Technologien für KI, Cyber-Resilienz und Hochleistungs-Hardware. Die Entwicklungen zeigen einen klaren Trend zur automatisierten Bedrohungserkennung und Post-Quanten-Verschlüsselung.
Synology setzt auf Private KI und neue Datenmanagement-Plattform
Vom 2. bis 6. Juni stellte Synology auf der Computex seine Roadmap für die nächste Generation des DiskStation Manager (DSM) vor. Das Unternehmen, das weltweit über 14 Millionen Systeme mit mehr als 400 Exabyte Daten verwaltet, positioniert sein Betriebssystem als umfassende Plattform für Speicher, Datenschutz und Überwachung.
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Ein zentrales Element der neuen Roadmap ist der DSM Agent – ein KI-Assistent, der die Systemverwaltung vereinfachen soll. Zudem kündigte Synology ActiveProtect Manager 2.0 an, dessen Veröffentlichung für das dritte Quartal 2026 geplant ist. Das Tool bietet eine maschinenlernbasierte Anomalieerkennung und erweiterte Unterstützung für Cloud- und virtuelle Umgebungen, darunter Amazon EC2, Azure Virtual Machines, Google Workspace, Nutanix AHV und Proxmox VE. Zur Sicherheitsoptimierung lässt sich die Plattform mit Drittanbieter-Lösungen von Bitdefender, ESET und Microsoft Defender koppeln.
Besonders im Fokus: die Digitalisierungsanforderungen in Malaysia. Dort schreibt eine neue E-Rechnungs-Pflicht ab 2027 eine siebenjährige lokale Datenspeicherung vor. Synology-Chairman Philip Wong betonte, dass Vertrauen die Grundlage für diese Infrastruktur-Entwicklungen bilde.
Veeam zielt auf KI-Resilienz – Unternehmen hinken hinterher
Veeam Software, kürzlich von Gartner Peer Insights als „Customer Choice“ für Backup und Datenschutz ausgezeichnet, hat die Veeam Data Platform v13.1 vorgestellt. Die aktualisierte Plattform setzt auf Enterprise-Expansion und Datenvertrauen, inklusive Post-Quanten-Kryptografie und einem dedizierten DataAI Resilience Module.
Doch die Realität sieht anders aus: Aktuelle Daten, die Veeam auf einem Executive Exchange in London präsentierte, zeigen eine eklatante Lücke in der organisatorischen Vorbereitung. Rund 88 Prozent der Unternehmen nutzen oder pilotieren KI-Agenten – aber nur sieben Prozent gelten als wirklich bereit für eine effektive KI-Implementierung. CEO Anand Eswaran unterstrich das Engagement des Unternehmens für Datenvertrauen und Resilienz in dieser Expansionsphase.
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Proxmox und NetApp liefern Updates für die Infrastruktur
Auch die Anbieter softwaredefinierter Infrastruktur legten Anfang Juni nach. Proxmox VE 9.2 wurde am 6. Juni veröffentlicht und bringt einen neuen dynamischen Load Balancer im Cluster Resource Scheduler mit. Dieses Feature ermöglicht High-Availability-Migrationen, indem es virtuelle Maschinen und Linux-Container automatisch auf ihre ursprünglichen Knoten zurückverschiebt, sobald diese wieder verfügbar sind. Das Update enthält zudem einen HA-Deaktivierungsmechanismus für sicherere Wartungsarbeiten und erweiterte Unterstützung für softwaredefinierte Netzwerke wie WireGuard und BGP/EVPN-Route-Maps.
Im Bereich Cyber-Abwehr haben NetApp und Cisco kürzlich ein neues Splunk SOAR-Playbook für NetApp ONTAP veröffentlicht. Die Integration soll die durchschnittliche Zeit zur Eindämmung von Ransomware-Angriffen verkürzen, indem sie Reaktionen automatisiert – etwa das Blockieren verdächtiger Benutzer, das Erstellen von Snapshots und das Offline-Schalten von Volumes bei erkannter Bedrohung. Parallel dazu veröffentlichte IBM am 5. Juni aktualisierte Dokumentation für Storage Scale 6.0.1 mit Details zu Protokoll- und Cluster-Konfigurationen für Disaster-Recovery-Failover und Wiederherstellungsvorgänge.
Hardware-Innovationen: PCIe Gen 6 und 256 TB Kapazität
Der physische Speichermarkt erlebt einen massiven Leistungs- und Dichtesprung. Silicon Motion zeigte auf der Computex seine kommenden SSD-Controller, darunter den SM8466. Dieser PCIe Gen 6 x4-Controller ist für Large Language Models und GPU-nahen Speicher konzipiert und unterstützt Kapazitäten bis zu 512 TB bei sequenziellen Lesegeschwindigkeiten von 28 GB/s und 7 Millionen IOPS.
Für professionelle Medien-Workflows brachte LaCie das 8big Pro5 auf den Markt – ein 8-fach Direct-Attached Storage-System mit Thunderbolt-5-Technologie und Geschwindigkeiten von bis zu 120 Gbit/s. Getestet mit 32-TB-Seagate-IronWolf-Pro-Laufwerken erreicht das System eine Gesamtkapazität von 256 TB. Der Preis für die volle 256-TB-Konfiguration liegt bei rund 17.000 Euro.
Im Cloud-Speicher-Sektor kündigte Proton Drive am 6. Juni ein Backend-Rewrite an, das die Upload-Geschwindigkeiten verdreifacht und die Download-Geschwindigkeiten verdoppelt. Ein dedizierter Linux-Client befinde sich in Entwicklung. Parallel dazu erweiterte OVHcloud sein Server-Angebot: Jeder Dedicated Server erhält 500 GB kostenlosen, vollständig verwalteten Backup-Speicher, mit der Option auf bis zu 10 TB aufzuskalieren.

